PORT Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung

Veranstaltungen

Interprofessionelle Kooperation in der ambulanten Versorgung

Am 10. März 2017 fand in der Berliner Repräsentanz der Stiftung das erste Joint-Venture zweier Programme im Themenbereich Gesundheit statt: "Operation Team - Interprofessionelle Fortbildungen" und "PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung".

Rund 100 Teilnehmer - unter ihnen Experten, Wissenschaftler, Politiker, Studierende und Ehrenamtliche aus allen Gesundheitsprofessionen - diskutierten über internationale Best-practice-Beispiele und deren Umsetzung im deutschen Gesundheitswesen.

Vorträge

Dr. Elise Paradis, University of Toronto, sprach zum Thema: "Interprofessional Education for Interprofessional Collaboration". Sie berichtete, wie interprofessionelle Zusammenarbeit in Kanada gelebt wird und wie sich diese weiterentwickeln könnte.

Carina Vössing, Universität Bielefeld, stellte die Projektergebnisse "Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Primärversorgung - eine vergleichende Analyse der Zusammenarbeit von Pflegekräften und Ärzten in slowenischen und spanischen Gesundheitszentren" vor.

Eindrücke der Veranstaltung

Fotos: Tobias Bohm 
International Conference on Patient-Oriented Centers for Primary and Long-Term Care

Die internationale Konferenz zum Förderprogramm "PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung" am 6. November 2015 in Berlin war eine Bühne, das European Forum for Primary Care (EFPC) vorzustellen und um nachahmenswerte Beispiele lokaler Gesundheitszentren anderer Länder kennenzulernen, sowie von Erfahrungen aus Kanada, den USA und Schweden zu lernen.

In Workshops diskutierten die Teilnehmer mit den internationalen Referenten Aspekte wie Multiprofessionalität, neue Kooperationsformen und Patientenzentrierung, die wesentliche Merkmale von innovativen, umfassenden und exzellenten Gesundheitszentren sind.

Zudem wurden bei der Veranstaltung die Brüche im deutschen Gesundheitswesen aufgezeigt sowie die Potentiale von Gesundheitszentren als Lösungsansatz für eine zukunftsfähige Primär- und Langzeitversorgung in Deutschland diskutiert.

Für alle Interessierten gibt es hier die Powerpoint-Präsentationen zu den Vorträgen.
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"Germany on the eve of the Innovation Fund" and the need for transformation in Germany’s health care system
Professor Reinhard Busse, Head of the Department for Healthcare Management, Technische Universität Berlin, Germany
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Examples of Local Health Centers: Sweden
Professor Gunnar Nilsson, Head of the Division of Family Medicine at the Department for Neurobiology, Care Sciences and Society, Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden
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Patient-Oriented Primary and Long-Term Care as an International Issue
Diederik Aarendonk, Forum Coordinator, European Forum for Primary Care, Utrecht, Netherlands
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Workshop: Multi-Professionalism and New Models of Cooperation
Dr Thuy-Nga (Tia) Pham, Lead Physician of the South East Toronto Family Health Team (SETFHT) at the Toronto East General Hospital and Assistant Professor at the Department of Family and Community Medicine, University of Toronto, Canada
Professor Michael Ewers, Director of the Institute of Health and Nursing Science, Charité – Universitätsmedizin Berlin
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Examples of Local Health Centers: Canada
Dr Thuy-Nga (Tia) Pham, Lead Physician of the South East Toronto Family Health Team (SETFHT) at the Toronto East General Hospital and Assistant Professor at the Department of Family and Community Medicine, University of Toronto, Canada
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Lessons Learned for Germany and Presentation of the Project "Primary Health Centers – Concepts and Practices (PriKon)"
Professor Kerstin Hämel, Carina Vössing, Department of Life Sciences, University of Bielefeld, Germany

Bildergalerie

Fotos: Tobias Bohm 

Robert Bosch Stiftung fördert Gesundheitspioniere

Im Februar 2015 schrieb die Robert Bosch Stiftung deutschlandweit das Programm „PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär und Langzeitversorgung“ aus. Sie suchte damit Pioniere, die in Deutschland solche innovativen, umfassenden und exzellenten Gesundheitszentren in einer Region umsetzen und sich auf einen Entwicklungsprozess über fünf Jahre mit der Robert Bosch Stiftung einlassen wollten.

Aus den über 60 Bewerbungen wurden gut 30 Initiativen ausgewählt und zu einem für die Antragstellung in PORT-Programm verbindlichen Informationstag im Mai 2015 eingeladen. An diesem Tag wurde ausführlicher über die inhaltlichen Kriterien des PORT-Programms informiert und die Intention der Stiftung dafür vorgestellt. Weiter bot die Veranstaltung Erkenntnisse aus dem In- und Ausland aus von der Stiftung geförderten Projekten.

Mit dem Projekt „Innovative Gesundheitsmodelle in Deutschland“ waren am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt bis dato existierende innovative Versorgungsansätze recherchiert, systematisiert und in einer Datenbank zur Verfügung gestellt worden. Eine umfassende, abgestimmte Versorgung, wie sie mit PORT gedacht ist, gibt es noch nicht. Den Blick ins Ausland, nach Kanada und Finnland, lieferten Gesundheitswissenschaftler der Universität Bielefeld und der Charité Universitätsmedizin Berlin. Sie hatten Versorgungsangebote identifiziert, die trotz unterschiedlicher Gesundheitssysteme auf Deutschland übertragbar sind. Als besonders vielversprechende Vorbilder für eine zukunftsfähige ambulante Gesundheitsversorgung hatten sich „Communitity Health Centers“ (CHC) bzw. Family Health Centers (FHC) herauskristallisiert. Darüber hinaus wurden einzelne Elemente einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung wie Bedarfsorientierung, Patientenzentrierung und eHealth, die u.a. Bestandteile eines PORT-Zentrums sind, auf dem Informationstag vertieft.

Aus den im Verlauf des Sommers entwickelten Anträgen wählte in einem abgestuften Prozess unsere Expertenjury acht Initiativen aus, die 2016 in der Konzeptentwicklung gefördert wurden sowohl finanziell als auch mit begleitenden Maßnahmen. Nach der Vorlage der Konzepte wurden dann die Initiativen bestimmt, die die nächsten Jahre in der Umsetzung zu PORT-Zentren begleitet werden.

Vorträge des Informationstags und die Ausschreibung 2015

Die Intention der Robert Bosch Stiftung zu PORT
Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit der Robert Bosch Stiftung
Innovative Gesundheitsmodelle in Deutschland
Dr. Antje Erler, Institut für Allgemeinmedizin der Johann Wolfgang
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Lokale Gesundheitszentren in Kanada und Finnland
Prof. Dr. Doris Schaeffer, Fakultät für Gesundheitswissenschaften
der Universität Bielefeld
Prof. Dr. Michael Ewers, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
der Charité - Universitätsmedizin Berlin
'Bedarfsgerechte Versorgung':
23-mal im SGB V - aber was ist und wie ermittelt man Bedarf?
Dr. Susanne Ozegowski, Bundesverband für Managed Care e. V., Berlin
Wie kann Patientenzentrierung gelebt werden?
Prof. Dr. Dr. Martin Härter, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des Universitäts-klinikums Hamburg-Eppendorf
Welchen Beitrag kann E-Health leisten?
Rainer Beckers, Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH, Bochum
Ausschreibung 2015

Die Rednerinnen und Redner des Infotags

Fotos: Michael Fuchs 
Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit der Robert Bosch Stiftung