Pressemeldungen 2015
Pressemitteilung

Für ein würdevolles Sterben - Robert Bosch Stiftung übergibt Ergebnisse aus über zwölf Jahren Palliativer Praxis an Bundesgesundheitsminister Gröhe

Berlin, 13. Oktober 2015 – Über zwölf Jahre hat sich die Robert Bosch Stiftung für ein würdevolles Lebensende schwerstkranker alter Menschen engagiert und wichtige Impulse für eine bessere palliative Pflege in Deutschland gegeben. Im Rahmen des Symposiums "Palliative Praxis – Gesellschaftliche Sorge für alte Menschen" im Berliner dbb forum zogen heute rund 180 Vertreter aus Gesundheitswesen und Politik Bilanz: effektive Qualifizierungsmaßnahmen für die Alten- und Krankenpflege wurden entwickelt, zahlreiche Best-Practice-Modelle unterstützt, ethische Leitlinien in einer Charta formuliert und ein nationaler Strategieplan gefördert. Jetzt komme es darauf an, die Ergebnisse in die Breite zu tragen, so Professor Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, der heute  eine umfassende Publikation mit Handlungsempfehlungen an Gesundheitsminister Hermann Gröhe übergab.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Schwerstkranke Menschen sollen die Gewissheit haben, dass sie in ihrer letzten Lebensphase nicht allein sind und in jeder Hinsicht gut versorgt und begleitet werden. Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung werden wir die Versorgung und Begleitung von schwerstkranken Menschen deutlich verbessern. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot an Palliativ- und Hospizleistungen in ganz Deutschland. Wir stärken die Palliativversorgung und die Hospizkultur an den Orten, an denen Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen - sei es zu Hause, in Pflegeheimen oder in Krankenhäusern. Die Robert-Bosch-Stiftung gibt der Hospiz- und Palliativarbeit mit ihrem großen Engagement eine starke Stimme. Dafür danke ich heute sehr herzlich.“

Erste Projekte förderte die Stiftung bereits zu Beginn der 1990er mit dem Aufkommen der Hospizbewegung. Ab 2003 baute die Stiftung ihr Engagement noch einmal deutlich aus. Im Fokus standen dabei vor allem ältere Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens häufig an Mehrfacherkrankungen leiden und von Demenz betroffen sind.

"Als Stiftung können wir nur Impulsgeber sein, auf Versorgungslücken hinweisen und exemplarische Lösungswege aufzeigen", sagt Professor Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung. "Damit haben wir in den vergangenen Jahren viel bewegen können. Mehr Sensibilität für die oft schwierigen Fragen in der Begleitung von sterbenden Menschen. Mehr fachliches Wissen zu einzelnen Aspekten wie der Schmerzlinderung oder Trauerarbeit. Mehr Geschick bei der erfolgreichen und nachhaltigen Umsetzung in der Praxis. Jetzt kommt es darauf an, mit angemessener Gesetzgebung und finanzieller Ausstattung dafür zu sorgen, dass sterbende Menschen würdevoll auf ihrem letzten Lebensweg betreut werden."

Insgesamt hat die Robert Bosch Stiftung seit 2003 rund vier Millionen Euro für eine bessere palliative Versorgung bereitgestellt. Die Meilensteine der Förderung sind:

Weiterbildung Curriculum Palliative Praxis
2003 haben Experten im Auftrag der Bosch Stiftung das Curriculum Palliative Praxis erarbeitet. Im Rahmen der Weiterbildung können alle, die an der Versorgung alter Menschen beteiligt sind, wichtiges Basiswissen für die Pflege in der letzten Lebensphase erlernen. Mehrere tausend Personen haben das Curriculum bisher erfolgreich durchlaufen.

Best-Practice-Beispiele der palliativen Betreuung
Seit 2007 hat die Stiftung zudem rund 50 Leuchtturmprojekte unterstützt, die auf beispielhafte Weise zeigen, wie gute palliative Betreuung alter Menschen funktionieren kann. So wurden beispielsweise in Stuttgart ehrenamtliche Demenzhelfer ausgebildet oder in Dresden Auszubildende und Studenten an die Hospizarbeit herangeführt.

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen
Seit 2008 unterstützt die Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband sowie der Bundesärztekammer die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Darin sind in fünf ethischen Leitlinien die wichtigsten Aufgaben und Ziele formuliert. Bisher wurde die Charta von rund 1100 Organisationen und mehr als 13.000 Einzelpersonen unterzeichnet. Im Rahmen eines Nationalen Strategieplans geht es nun darum, die Ziele der Charta mit Unterstützung der Politik auch in der Praxis umzusetzen.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290