Flucht und Asyl - Modellvorhaben aus der Praxis
Migration und Teilhabe

Flucht und Asyl - Modellvorhaben aus der Praxis

Neben der Förderung von Forschungsvorhaben im Bereich Flucht und Asyl sowie dem Austausch zwischen Forschung, Politik und Praxis fördern wir gezielt modellhafte Praxisprojekte aus ganz Deutschland. Diese widmen sich neuartigen Zugängen und versuchen das gemeinsame Leben für alle Beteiligten - Asylsuchende, Flüchtlinge, Behördenmitarbeiter, Ehrenamtliche und die ortsansässige Bevölkerung - nachhaltig zu verbessern und aktiv zu gestalten.

Auf den folgenden Seiten stellen wir ausgesuchte Projekte unserer Förderung vor.

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Aktuelles zum Schwerpunkt Migration, Integration und Teilhabe
Grandhotel Cosmopolis - Hotel mit und ohne Asyl
In Augsburg wurde ein ehemaliges Pflegeheim der Diakonie zu einem Hotel, einer Flüchtlingsunterkunft und zu einem Atelier für Kulturschaffende. Entstanden ist ein innovatives Wohn- und Begegnungsprojekt. Das Grandhotel bietet Zimmer für Übernachtungsgäste "mit Asyl" und "ohne Asyl" und fördert so Begegnungen, Kennenlernen und Austausch. Die Asylsuchenden werden eng in das kulturelle und sozialpolitische Konzept der Einrichtung integriert. Zugleich leben sie in einem geschützten Bereich des Hotels.

Im Sommer 2015 fand unter anderem die "Grandhotel Cosmopolis Peace Conference" statt, um die in Augsburg gesammelten Erfahrungen an ähnliche Projekte bundesweit und international weiterzugeben und den Austausch mit der Stadt Augsburg und den Bewohnern zu befördern.

Weitere Informationen

Kontakt in der Stiftung

Raphaela Schweiger
Telefon 0711 46084-678
VOR ORT - Qualifizierung von Freiwilligen im ländlichen Raum zur Arbeit mit Flüchtlingen
Das Projekt VOR ORT wird seit 2014 vom Bayerischen Flüchtlingsrat durchgeführt. Im Rahmen des Projekts werden engagierte Einzelpersonen und lokale Initiativen, vornehmlich aus dem ländlichen Raum Bayerns, in der Asylarbeit beraten, qualifiziert und vernetzt. Dieses Projekt berücksichtigt, dass Asylsuchende in einem ländlichen Umfeld - im Vergleich zu einer urbanen Umgebung - seltener Zugang zu umfassenden Betreuungsangeboten haben. Gleichzeitig soll einer breiten Öffentlichkeit ein Basiswissen vermittelt werden, um Ressentiments gegen Flüchtlinge abzubauen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen und eine fortlaufende Unterstützung ebendieser zu fördern.

Durch individuelle Beratung und Unterstützung sowie Schulungen kann eine breite Gruppe von Ehrenamtlichen im ländlichen Raum in Bayern erreicht werden, die beim Bayerischen Flüchtlingsrat eine Anlaufstelle für rechtliche, aber auch ganz praktische Fragen finden. Die Beratungsleistung wird aufgrund steigender Flüchtlingszahlen sowie einer steigenden Bereitschaft in der Bevölkerung zur Unterstützung Asylsuchender intensiv in Anspruch genommen. Die Bandbreite erstreckt sich von in der Asylarbeit tätigen Wohlfahrtsverbänden bis hin zu Einzelanfragen von Personen, die neu aktiv werden möchten.

Das Projekt VOR ORT leistet so einen wesentlichen Beitrag, Engagement in der Arbeit mit Asylsuchenden zu ermöglichen, zu erhalten und die Aktiven in ihrer Tätigkeit zu beraten.

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Kontakt in der Stiftung

Raphaela Schweiger
Telefon 0711 46084-678
Mentorenarbeit für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge, Xenion e.V., Berlin
Für Flüchtlinge ist die Teilhabe am öffentlichen Leben häufig nur begrenzt möglich. Neben alltagspraktischen Hilfestellungen besteht besonderer Unterstützungsbedarf bei der Begleitung während des Asylverfahrens.

Eine zentrale Herausforderung ist die Unterstützung besonders schutzbedürftiger Gruppen, darunter traumatisierte Überlebende organisierter Gewalt, Kriegsflüchtlinge, Kinder und Jugendliche mit und ohne familiäre Begleitung, Alleinerziehende und alte Menschen. Im Hinblick auf die psychische Stabilisierung spielt neben einer Therapie das Umfeld eine entscheidende Rolle. Besonders wichtig sind dabei zuverlässige zwischenmenschliche Kontakte. Durch die Unterbringung in Sammelunterkünften und die eingeschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es für Geflüchtete allerdings wenige Gelegenheiten, mit der ortsansässigen Bevölkerung in Kontakt zu kommen.

Genau an dieser Stelle setzt die psychotherapeutische Beratungsstelle für politisch Verfolgte, XENION e.V., an: Durch den Ausbau eines Mentorennetzwerks in Berlin Steglitz-Zehlendorf soll sowohl die gesellschaftliche Teilhabe von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen als auch die aktive Beteiligung engagierter Bürger ermöglicht, gefördert und professionell betreut werden. Neben einer weiterführenden Qualifizierung der betreuenden Personen betrachtet das Projekt gezielt die Lebenssituation von Flüchtlingen mit schweren Traumata.

Derzeit gibt es etwa 60 Mentorenschaften sowie ein Netzwerk von ca. 200 Ehrenamtlichen. Das Projekt erhält laufend Anfragen von Ehrenamtlichen, die sich engagieren möchten.

Weitere Informationen

XENION Psychotherapeutische Beratungsstelle für politisch Verfolgte
Anette Koch & Alice Kleinschmidt
Telefon 030 31012562

Kontakt in der Stiftung

Raphaela Schweiger
Telefon 0711 46084-678
Förderprojekt für geduldete Jugendliche und Heranwachsende in Köln
Im Jahr 2011 wurde der § 25a Aufenthaltsgesetz für gut integrierte Jugendliche und Heranwachsende eingeführt. Dieser setzt für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis unter anderem voraus, dass sie sechs Jahre erfolgreich im Bundesgebiet eine Schule besucht oder einen in Deutschland anerkannten Schul- oder Berufsabschluss erworben haben. Wesentliche Voraussetzung sind hierbei allerdings Sprachkenntnisse. Geduldete Jugendliche und junge Erwachsene haben jedoch keinen gesetzlichen Anspruch auf Integrationskurse. Viele sind zudem nicht mehr schulpflichtig, werden also durch kein Fördernetz aufgefangen.

Die Ausländerbehörde der Stadt Köln hat deshalb ein Förderprojekt für geduldete Jugendliche und Heranwachsende gestartet, das in einer Pilotphase 75 langfristig geduldeten Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren eine Perspektive für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25a Aufenthaltsgesetz verschaffen möchte. Die Umsetzung erfolgt durch eine enge Kooperation von Ausländerbehörde, Sprachkursträgern, Jobcentern, Beratungsdiensten und Betrieben.

Das Projekt unterteilt sich dabei in drei Phasen: In einem ersten Schritt prüft die Ausländerbehörde, welche Jugendlichen für das Projekt in Frage kommen und sucht das persönliche Gespräch unter Beteiligung von Erziehungsberechtigten und Beratungsdiensten. Die zweite Phase umfasst die Teilnahme an einem Jugendintegrationskurs. Zusätzlich werden die Teilnehmer durch Jugendmigrationsdienste beraten und erhalten über ein Praktikum Einblick in die Arbeitswelt. Diese Phase schließt mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer ab. Im Anschluss an den Kurs sollen die Jugendlichen in internationale Förderklassen der Berufskollegs integriert werden, die sowohl die Möglichkeit zum Erwerb des Hauptschulabschlusses als auch zum Übergang in eine Berufsausbildung bieten.

Kontakt

Dagmar Dahmen
Telefon 0221 221-2643
Frank Wohlgemuth
Telefon 0221 221-26848

Kontakt in der Stiftung

Sara Genc
Telefon 0711 46084-159