Beispiele aus der Förderung im Schwerpunkt Frieden
Frieden

Beispiele aus der Förderung im Schwerpunkt Frieden

Hier finden Sie einige ausgewählte Projekte aus dem Schwerpunkt Frieden, die durch Unterstützung der Robert Bosch Stiftung realisiert werden konnten.
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Henry Alt-Haaker, Telefon 030 220025-322

Verena Heinzel, Telefon 030 220025-326

Beispiele aus der Förderung

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Munathara

Der systematische Ausschluss breiter gesellschaftlicher Gruppen aus dem gesellschaftlichen und politischen Diskussions- und Entscheidungsprozess hat in vielen Ländern des arabischen Raums zu breiter Unzufriedenheit und einer Unfähigkeit großer Bevölkerungsschichten zur friedlichen Austragung von Meinungsverschiedenheiten geführt. Dies versucht Munathara (arabisch für "Debatte") zu ändern, ...
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...indem die in der Region stark verbreiteten Smartphones, soziale Medien, und professionelle Debattiertrainings miteinander verbunden werden. Die Robert Bosch Stiftung förderte einen Debattenzyklus zu Frauenquoten in der Region mit Teilnehmern aus Tunesien, Libyen, Ägypten und Jemen. Hierbei kann jeder Internetnutzer ein 90sekündiges Statement für oder gegen die Quote hochladen. Ländliche Regionen werden systematisch angefahren und für gewöhnlich ausgeschlossene Gruppen - oft junge Menschen, Frauen oder Minderheiten - in Debattierworkshops zur Teilnahme animiert. Nach einer Online-Abstimmung werden die überzeugendsten Beiträge ausgewählt und deren Protagonisten erhalten ein gesondertes Training. Im Finale erhalten die Gewinner die Chance, in einer professionellen Fernsehdebatte vor Live-Publikum und mit etablierten Meinungsführern ihre Position zu vertreten. Damit bekommt ein Teil der Gesellschaft eine Stimme und Übung im friedlichen Meinungsaustausch, der bisher kaum Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftspolitischen Diskurs hat.
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Democracy Reporting International

Nach über 20 Jahren der Militärdiktatur begann vor vier Jahren in Myanmar ein Prozess der politischen Öffnung und Reform. Teil dieses fragilen Prozesses ist es, dem Land eine neue Verfassung zu geben, die politische und soziale Rechte und Strukturen neuregeln wird. Dieser Prozess bedarf auf Grund der fehlenden Expertise vor Ort internationaler Unterstützung. ...
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Mit Democracy Reporting International unterstützt die Robert Bosch Stiftung Expertenmissionen internationaler Fachleute, die vor Ort die Mitglieder des verfassungsgebenden Gremiums beraten und die Bedürfnisse der Zivilgesellschaft. Damit soll ein Beitrag zur Überbrückung der Kluft zwischen verfassungsrechtlicher Theorie und praktischem State Building geleistet werden.
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Cambodian Tribunal Monitor

Seit ca. 8 Jahren und mehr als 25 Jahre nach den Gräueltaten der Roten Khmer verhandeln die "Außerordentlichen Kammern an den Gerichten von Kambodscha" (Khmer-Rouge-Tribunal), um die noch lebenden Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die Aufarbeitung der Jahre 1975 bis 1979, in denen ca. 2 Millionen Menschen starben, ist bisher wenig voran geschritten. ...
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Viele junge Kambodschaner kennen diesen Teil der Geschichte ihres Landes nicht, Zeitzeugen haben die Hoffnung auf eine Ahndung der Verbrechen aufgegeben. Dies versucht der Cambodia Tribunal Monitor zu ändern. Das Team um David Scheffer überträgt, archiviert und kommentiert die mündlichen Verhandlungen und betreibt politische, historische und juristische Aufklärung und Bildung in den ländlichen Gemeinden und Hochschulen des Landes. Die RBSG unterstützt die Aufarbeitung des dunklen Kapitels der kambodschanischen Geschichte und das Werben für die Funktionsweise rechtsstaatlicher Strukturen.
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Good Water Neighbours

Die Spreca, ein Fluss im Norden Bosnien-Herzegowinas, ist durch Abwässer, Feststoffabfall und Bergbauabfall stark verschmutzt. Da der Fluss sowohl durch die Föderation Bosnien-Herzegowinas als auch die Republika Srpska fließt, sind beide Entitäten gleichermaßen von der Verschmutzung und den daraus resultierenden Folgen betroffen. Um das Problem zu bekämpfen, müssten die Gemeinden...
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...auf beiden Seiten des Flusses zusammenarbeiten und nach Lösungswegen suchen. Eine Zusammenarbeit wird durch die noch immer anhaltende ethnische Trennung zwischen der Bevölkerung in der Republika Srpska und der Bevölkerung in der Föderation sowie Spannungen zwischen den jeweiligen Regierungs- und Verwaltungsapparaten erschwert. Friends of the Earth Middle East (FoEME) ist es gelungen, über die Problematik knapper Wasserressourcen und Verbesserung des Ökosystems insbesondere hinsichtlich der Wasserqualität Kooperation zwischen jordanischen, israelischen und palästinensischen Verwaltungsbehörden, Entscheidungsträgern, Bürgern und deren Gemeinden zu erreichen. Trotz der politisch sehr verhärteten Fronten erzielen FoEME immer wieder erstaunliche Erfolge; die Koppelung des Ressourcenproblems mit nachbarschaftlicher Zusammenarbeit und Verständigung in Konfliktregionen stellt einen vielversprechenden Ansatz dar. Mit der Implementierung der "Good Water Neighbors"-Methode in Bosnien-Herzegowina erlernen Gemeinden aus beiden Entitäten grenzüberschreitende Umweltprobleme kooperativ anzugehen. Durch die Ausbildung von Jugendlichen aus beiden Entitäten wird die junge Generation mit der Problematik vertraut gemacht und erhält Instrumente zur Lösung der Wasserverschmutzung an die Hand. Ziel des Projektes ist es, in Anlehnung an das Beispiel aus dem Nahen Osten durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu Umweltthemen einen Beitrag zur Verständigung und Versöhnung zwischen der serbischen und der bosniakischen Bevölkerung und den jeweiligen Verwaltungsapparaten zu leisten.
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CSSP

Hintergrund des Friedensprozesses im Südkaukasus ist der bewaffnete Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Nagorny-Karabach Anfang der 1990er Jahre. Der Konflikt gilt als ungelöst mit bis heute andauernden erheblichen Spannungen zwischen beiden Ländern, die sogar diplomatische Beziehungen verhindern. Ein vielversprechender Dialogprozess...
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...wurde 2010 durch die sogenannten Tekali-Akteure initiiert. An diesem Prozess sind armenische, aserbaidschanische und georgische NGOs beteiligt, denen ein sechsköpfiges Komitee vorsteht. Der westliche Balkan und der Südkaukasus lassen in Bezug auf ihre Konfliktdynamiken eine gewisse Vergleichbarkeit zu. Trotz der bestehenden Spannungen zwischen Ländern und Ethnien haben verschiedene Initiativen auf dem Balkan inzwischen Expertenwissen im Umgang mit Nationalismus und mit Initiativen zur Verständigung und Versöhnung gesammelt. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Friedensprozess im Südkaukasus zu fördern. Dabei sollen zivilgesellschaftliche Organisationen aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien mit Experten aus Südosteuropa zusammengebracht werden, um einen konstruktiven Dialog sowie Lösungsmodelle und Projektideen für den Umgang mit Nationalismus zu erarbeiten. Im Rahmen eines regionenübergreifenden Wissenstransfers werden Beispiele guter Praxis und andere Erfahrungen aus Südosteuropa an die Tekali-Akteure aus dem Südkaukasus weitergegeben. Weiterhin soll der Ort Tekali langfristig als Friedenszentrum gestärkt werden. Die Experten aus dem Balkan hingegen haben die Gelegenheit, die Prozesse in ihrer Region kritisch zu reflektieren und Erfolge herauszuarbeiten.
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Mitrovica Rock School

Die Stadt Mitrovica im Norden des Kosovo, die nach dem Krieg 1999 in einen Teil südlich des Flusses Ibar mit fast ausschließlich albanischer Bevölkerung und einen Nordteil mit überwiegend serbischer Bevölkerung geteilt wurde, ist auch heute noch Brennpunkt ethnischer Spannungen. Stereotype und historische Konflikte bestimmen die Beziehung zwischen beiden ethnischen Gruppen. ...
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In dieser Atmosphäre fungiert die Mitrovica Rock School als interethnische Plattform und ermöglicht anhand verschiedener Programme Begegnungen unter Jugendlichen in der Stadt. Jährlich findet eine Summer School in Skopje statt. Während der Summer School entstehen aus den ca. 40 jugendlichen Musikern aus Nord- und Südmitrovica gemischte Bands, die ein großes Open Air Konzert in Skopje geben. Die entstandenen Bands arbeiten auch nach Wiederkehr in Mitrovica weiter zusammen. Im Ambassador Band Program werden besonders talentierte Musiker aus Nord- und Südmitrovica für eine gemischte Band ausgewählt. Die Bandmitglieder treffen sich erstmals während der Summer School. Im Anschluss musizieren sie gemeinsam in Mitrovica, um später ihr Programm im Rahmen von Tourneen in der Region, aber auch in westeuropäischen Ländern, zu präsentieren.
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Documenta

In den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens ist die Wahrnehmung der eigenen Geschichte, sowohl in Bezug auf die Weltkriege als auch auf die Kriege der 1990er Jahre, verzerrt. Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist bisher das Anliegen weniger zivilgesellschaftlicher Akteure, Journalisten und politischer Entscheidungsträger und kaum in den Gesellschaften verankert. ...
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Es fehlt an einem ethnien- bzw. grenzüberschreitenden Dialog und an Wissen über Methoden der Aufarbeitung. Eine differenzierte Aufarbeitung der Geschichte in Südosteuropa ist Bedingung für nachhaltigen Frieden und politische Stabilität. Um eine Debatte zur Erinnerungskultur im Balkan anzustoßen, initiierte Documenta Studienreisen zu Gedenkstätten in Kroatien, Serbien und Bosnien und Herzegowina. Die Besuche der Gedenkstätten sollen einen grenzüberschreitenden Dialog über die gemeinsame Geschichte anregen sowie die Teilnehmer für einen differenzierten Umgang mit Vergangenheit und für die Entwicklung von Erinnerungskulturen sensibilisieren. Die Teilnehmer der Studienreisen sind Professoren, Studenten, Vertreter von Jugend-, Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisationen, Mitarbeiter von Museen und Gedenkstätten sowie Journalisten und Filmemacher aus den drei genannten Ländern, die mit den Themen Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur vertraut sind.
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Peace Operations and Local Conflict Resolution: Lessons and Best practices from the Grassroots

Viele Konfliktlösungsstrategien der internationalen Gemeinschaft für Afrika konzentrieren sich auf die nationalstaatlichen Institutionen, die auch von den Vereinten Nationen als primäre Ansprechpartner angesehen werden. Dieses Vorgehen ist oft erfolglos, da in vielen Staaten, besonders innerhalb Regionen begrenzter Staatlichkeit, ...
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...die nationalen Institutionen keine Möglichkeit haben, die Konfliktparteien vor Ort zu erreichen. Lokale, oft informelle und traditionelle Konfliktlösungsmechanismen sind hier meist erfolgreicher. Die Einbeziehung dieser lokalen Konfliktlösungsmechanismen ist für eine erfolgreiche Arbeit der UN und anderer internationaler Akteure unerlässlich. In diesem Projekt wird eine fundierte Analyse zentralafrikanischer "lessons learned" ausgearbeitet und Schlussfolgerungen für die Arbeit der internationalen Gemeinschaft vor Ort entwickelt. Ziel des Vorhabens ist es, in zwei Pilotländern die bessere Ausnutzung von Potentialen lokaler Konfliktlösungsmechanismen zu unterstützen. Darüber hinaus sollen die Vereinten Nationen bezüglich des anstehenden Entwicklungsprozesses eines Handbuches für die bessere Verzahnung internationaler Einsätze mit lokalen Akteuren beraten werden.
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Vergangenheitsbewältigung/ Transitional Justice in Tunesien und Ägypten

Im Anschluss an die gesellschaftlichen Veränderungen in den Staaten Nordafrikas befinden sich viele Staaten in einem fragilen Übergangsprozess oder sogar in einer Rückwärtsentwicklung. Transitional Justice und die behutsame Schaffung eines Bewusstseins für die Vergangenheit...
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...in breiten Teilen der Gesellschaft sind wichtige Schritte langfristiger Stabilität und Frieden. Tunesien ist in der Region ein positives Beispiel sowohl für eine Debatte über begangenes Unrecht und den Umgang mit Tätern als auch für die Inklusion von zivilgesellschaftlichen Akteuren in den Prozess. Die Verfassung, das Gesetz zur Transitional Justice (inkl. der Etablierung des dazugehörigen Ministeriums für Transitional Justice) und die Wahrheitskommission wurden nach breiten Debatten unter Einbeziehung diverser zivilgesellschaftlicher Akteure gestaltet. Auch wenn die Prozesse noch nicht alle Erwartungen erfüllen so stellt Tunesien einen in der Region einzigartigen partizipativen Umgang mit der Vergangenheit und im Vergleich zu anderen Gesellschaften eine relativ stabile Post-Konflikt-Gesellschaftsordnung dar. Ägypten befindet sich zurzeit in einem wesentlich fragileren Zustand. Das Land befindet sich an einem wichtigen Scheidepunkt, in dem viele der Akteure unzufrieden und desillusioniert sind und dem Transformationsprozess verloren zu gehen drohen. Das vorliegende Vorhaben versucht den intraarabischen Austausch zu fördern, der die Prozesse in Tunesien festigen und ähnliche Prozesse in Ägypten anstoßen soll. Darüber hinaus soll das Projekt zu einer breiteren gesellschaftlichen Debatte und Bekanntheit der Transitional Justice Prozesse in beiden Ländern beitragen und damit deren Erfolgschancen vergrößern.