Internationale Krisentransformation und Demokratieförderung am Scheideweg
Frieden

Internationale Krisentransformation und Demokratieförderung am Scheideweg

Nach Ende des Kalten Krieges erfuhr die internationale Demokratieförderung neuen Zuspruch und wurde mit entsprechenden finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet. Die Möglichkeiten öffentlicher und privater Akteure der westlichen Staaten, auf die Transformationsprozesse in Mittel- und Osteuropa sowie in Südosteuropa Einfluss nehmen zu können, schienen vielen Beteiligten unbegrenzt. Gerade die Förderung von Zivilgesellschaft wurde in den 1990er Jahren angesichts der schwierigen politischen Gemengelage und den schwachen staatlichen Institutionen in den Empfängerländern zum Mantra internationaler Akteure. Aber auch die Förderung von Rechtsstaatlichkeit, politischen Parteien oder unabhängigen Medien gehörten zum Repertoire unzähliger multilateraler, staatlicher und privater Institutionen.

Drei Jahrzehnte nach Beginn der Umbrüche in den Gesellschaften Mittel-, Ost- und Südosteuropas bleibt die Wirkung dieser Förderung in vielen Fällen unklar. Weder die Einführung umfangreicher Evaluierungsverfahren durch die Förderer noch ein intensiver Austausch der beteiligten Akteure konnte hier zufriedenstellend Abhilfe schaffen. Gleichzeitig wird die jahrelange Förderung in den genannten Regionen inzwischen als Beispiel für gute Praxis in neuen Ländern, wie z.B. Nordafrika oder Südostasien, herangezogen.

Das Projekt
Im Rahmen dieses Projekts sollen die Wirkung von Demokratieförderung in Transformationsgesellschaften in verschiedenen Teilen der Welt in vergleichender Perspektive und anhand praktischer Beispiele untersucht und Handlungsempfehlungen für private und öffentliche Akteure entwickelt werden.

Die Mitglieder der Gruppe kommen aus Transformationsländern in verschiedenen Stadien des Übergangs hin zu friedlichen Gesellschaftsstrukturen und befinden sich in instabilen und konfliktreichen Regionen der Welt.

Ein Expertengremium erfahrener Praktiker und Analysten aus nicht-westlichen und aufstrebenden Demokratien tauscht in diesem Projekt Erfahrungen aus, arbeitet Parallelen und Unterschiede heraus und richtet konkrete Empfehlungen an westliche Entscheidungsträger und Experten der Demokratieförderung unter Berücksichtigung des sich verändernden internationalen Kontexts.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem „Carnegie Endowment for International Peace“ in Washington, D.C. und Brüssel durchgeführt.

Kontakt

Carnegie Endowment for International Peace
Thomas Carothers
Telefon +1 202 939-2260

Kontakt in der Stiftung

Henry Alt-Haaker
Telefon 030 220025-322