Palliative Versorgung älterer Menschen

Symposium Palliative Praxis – Gesellschaftliche Sorge für alte Menschen

13. Oktober 2015, dbb-forum Berlin

Die Robert Bosch Stiftung engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für eine gute Palliative Praxis in Deutschland. In einer Vielzahl von Projekten wurden Ansätze entwickelt und erprobt, wie alte Menschen am Ende ihres Lebens besser umsorgt werden können. Auf dem Symposium zog die Stiftung Bilanz, präsentierte die Ergebnisse ihrer Arbeit und stellte sie zur Diskussion.

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Fotos: Susanne Kurz 
Mit rund 180 Vertretern aus Gesundheitswesen und Politik, darunter Bundesgesundheitsminister Gröhe, zog die Stiftung im Berliner dbb forum Bilanz aus ihrer langjährigen Arbeit.
Bericht

Seit 2003 hat die Robert Bosch Stiftung Initiativen und Projekte zum Ausbau und zur Verbesserung der palliativen Versorgung in Deutschland und Europa gefördert. Mit insgesamt rund vier Millionen Euro unterstützte die Stiftung vor allem die Entwicklung und Verbreitung der Weiterbildungsmaßnahme "Curriculum Palliative Praxis", die Ausarbeitung der Charta und des Nationalen Strategieplans zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie über 50 Projekte mit besonderer Strahlkraft für die palliative Versorgung.

Am 13. Oktober veranstaltete die Robert Bosch Stiftung im dbb-Forum in Berlin das Symposium „Palliative Praxis - Gesellschaftliche Sorge für alte Menschen", um die Ergebnisse der langjährigen Fördertätigkeit vorzustellen. Vor 180 Gästen aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesen eröffnete Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, die Veranstaltung mit einem Zitat Robert Boschs: "Sei Mensch und ehre Menschenwürde" - ein Gedanke, der das Handeln der Palliativbewegung von Beginn an prägte. Rogall dankte allen, die in den vergangenen Jahren mit der Stiftung zu Themen der palliativen Versorgung zusammengearbeitet und sich in zahlreichen Projekten engagiert haben.

Auf zivilgesellschaftliches Engagement angewiesen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe betonte, wie wichtig die Projekte zur palliativen Pflege seien, um Schwerstkranken und Sterbenden einen würdevollen Abschied aus dem Leben zu ermöglichen - aber auch, um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Die Politik könne die geeigneten Rahmenbedingungen durch Gesetze schaffen. Die Umsetzung in der Gesellschaft sei aber immer auf zivilgesellschaftliches Engagement angewiesen. Dass sich heute über 100.000 Menschen im Bereich der Hospizarbeit und Palliativversorgung engagierten, würdigte Gröhe als "gutes Zeugnis für die gelebte Solidarität in Deutschland."

Die Botschaft, dass eine individuelle und würdevolle Begleitung am Lebensende eines Menschen immer auch Aufgabe der Zivilgesellschaft sei, fand sich ebenso im Dialog zwischen Prof. Dr. Andreas Heller, Lehrstuhl für Palliative Care und OrganisationsEthik der Alpen-Adria Universität, und Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, emeritierter Professor für Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Professor Heller stellte fest, dass es ein Verdienst der Palliativbewegung gewesen sei, Sterben in die Gesellschaft zu integrieren. Professor Gronemeyer forderte zugleich, dass Palliative Pflege unabhängig von bestehenden und zukünftigen Strukturen immer auch Freiräume für weitere Fragen zulassen müsse. Solche Fragen lauteten beispielsweise was Sterben sei und was es ausmache.

Am Nachmittag gab es für die Gäste die Möglichkeit, einen Einblick in die 2003 von der Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit einem Expertenbeirat entwickelten Qualifizierungsmaßnahme "Curriculum Palliative Praxis" zu bekommen. Es bestand außerdem die Möglichkeit, offene Foren zu den Themen der geförderten Projekte zu besuchen, beispielsweise "Bedürfnisse erkennen und umsetzen - Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung" oder "Palliative Kultur entwickeln und leben". Der Tag schloss mit der Präsentation der Highlights aus den Foren ab.