Pressemeldungen 2015
Pressemitteilung

Sanierung des Bauernhofs der Kartaus aufgrund von gravierenden Bauschäden nicht möglich

Freiburg, 18. Juni 2015 - In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege ist die Kartaus saniert und für das UWC Robert Bosch College umgenutzt worden. In dem Zusammenhang hat die Robert Bosch Stiftung auch ein Gutachten über die Bausubstanz des ehemaligen Meierhofs an der Kartäuserstr. 117 in Auftrag gegeben, der zum Ensemble der Kartaus gehört.

In den vergangenen Monaten hat das Architekturbüro hotz+architekten, das die sorgfältigen Umbauarbeiten an der Kartaus geplant und geleitet hat, an dem Bauernhof eine gründliche Bestandsuntersuchung durchgeführt. Neben den Architekten waren Tragwerksplaner, Vermesser, Bauforscher, Schadstoffgutachter und Mineralogen an der Bestandsuntersuchung beteiligt. Dabei wurde durch die Sachverständigen festgestellt, dass der ab 1745 in mehreren Bauabschnitten errichtete Bauernhof so große Schädigungen aufweist, dass seine Erhaltungsfähigkeit als Kulturdenkmal nicht mehr gegeben ist.

Die Schädigungen liegen aufgrund des hoch anstehenden Grundwassers vor allem in einer seit langen Jahren bestehenden Durchfeuchtung und Versalzung des gesamten Mauerwerks. Auch der prägende Dachstuhl weist gravierende Schäden aufgrund Insektenbefalls, nicht fachgerecht ausgeführter alter Sanierungsarbeiten sowie sparsamen Bauunterhalts auf. Gegenüber dem historischen Zustand um 1800 sind zwar im gesamten Gebäude noch beinahe zwei Drittel der historischen Bausubstanz erhalten, jedoch ist der Schadensgrad so hoch, dass im Rahmen einer Sanierung kaum noch historische Denkmalsubstanz erhalten werden könnte. Die Aussagekraft des Kulturdenkmals wäre so stark reduziert, dass sich die Denkmalbehörden trotz intensiv geführter Diskussionen über mögliche Sanierungsstrategien veranlasst sehen einem Abbruchantrag zuzustimmen.

Mit diesem Ergebnis haben weder die Bosch Stiftung noch die Denkmalbehörden der Stadt Freiburg und des Regierungspräsidiums Stuttgart gerechnet. Momentaner Stand der Überlegungen ist, an Stelle des Bauernhofs einen Neubau zu errichten, den das UWC Robert Bosch College für Lehrerwohnungen nutzen kann. Mit der Heidehof Stiftung konnte bereits eine potenzielle Bauherrin gewonnen werden. Die Heidehof Stiftung, die als Trägerin des integrativen Mensabetriebs im UWC Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen hat, ist grundsätzlich bereit, die Lehrerwohnungen zu bauen, wenn die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Im nächsten Schritt wird ein Architekturentwurf erarbeitet, der die Gebäudekubatur des Meierhofs aufgreift und sich städtebaulich in das denkmalgeschützte Ensemble der Kartaus einpasst. Die notwendige Anpassung des Bebauungsplans findet bei der Stadt Unterstützung.

Das Kartausareal ist seit 1894 im Besitz der Heiliggeistspitalstiftung. Seit 2011 engagiert sich die Robert Bosch Stiftung auf dem Gelände und hat ein Erbbaurecht erworben. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten und Neubauarbeiten wurde auf dem Kartausareal das bundesweit erste United World College errichtet.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290