Pressemeldungen 2015
Pressemitteilung

Streitbare Köpfe in Berlin - Robert Bosch Academy begrüßt neue Richard von Weizsäcker Fellows

Berlin, 19. Februar 2015 - Die Robert Bosch Academy ermöglicht erneut drei herausragenden Meinungsbildnern einen mehrmonatigen Aufenthalt in Berlin. François Heisbourg, Anne Glover und Fyodor Lukyanov werden im Rahmen des Richard von Weizsäcker Fellowships an der Robert Bosch Academy arbeiten, die ihren Sitz in der Repräsentanz Berlin der Robert Bosch Stiftung hat. Auf Anfrage vermittelt die Academy Gespräche mit Medienvertretern.

François Heisbourg ist unter anderem Vorsitzender des International Institute for Strategic Studies (IISS) in London und Leiter des Stiftungsrats des Geneva Centre for Security Policy. Der gebürtige Londoner hat die französischen Präsidenten Sarkozy und Hollande zu Fragen der nationalen Sicherheit beraten. Im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik setzt er sich für die Nichtverbreitung von Kernwaffen und für Abrüstung ein. Zudem hat sich Heisbourg intensiv mit dem internationalen Terrorismus befasst und viel beachtete Bücher über dieses Phänomen veröffentlicht. Darüber hinaus gehört der Politologe zu den renommiertesten Kritikern der Euro-Rettung. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Rettung des Euro am Ende zur Zerstörung der EU führen werden", schrieb Heisbourg in einem Kommentar.

Fyodor Lukyanov ist Chefredakteur von "Russia in Global Affairs", einem der maßgeblichen Magazine auf dem Gebiet der Außenpolitik und der internationalen Beziehungen. Zudem ist er als Politikberater tätig, unter anderem im Präsidialrat für Menschenrechte. Dieses Gremium trifft sich alle zwei Monate mit dem russischen Präsidenten Putin. Als Mitglied des Russian International Affairs Council (RIAC) nahm der studierte Politologe kürzlich an der Münchener Sicherheitskonferenz teil. Dort unterstützte er die diplomatischen Initiativen Deutschlands und Frankreichs und warnte vor Konfrontation. "Die Krise in der Ukraine eröffnet neue Möglichkeiten die große Stunde der Diplomatie einzuläuten, die nach Ende des Kalten Krieges etwas an Bedeutung verloren hatte. Das 200ste Jubiläum des Wiener Kongresses bietet einen guten Anlass, sich die Best Practices der Diplomatie zu vergegenwärtigen."

Anne Glover war von 2012 bis 2014 Chief Scientific Adviser des damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso. Die Schottin plante einen Paneuropäischen Wissenschaftsrat mit dem Ziel, allen politischen Entscheidungen auf europäischer Ebene eine wissenschaftliche Basis zu geben. Am Ende von Barrosos Amtszeit empfahl Glover dem künftigen Präsidenten ein neues Evidenzsystem, "das das Sammeln wissenschaftlicher Belege von allen politischen Zwängen trennt." Sie forderte zudem Transparenz. Das neue System solle jeden Bürger in die Lage versetzen, die Gründe politischen Handelns nachzuvollziehen. Unter Jean Claude Juncker konnte Professor Glover ihre Idee nicht weiterverfolgen. Der neue Präsident entließ sie und rief damit in der Welt der Wissenschaft entrüstete Reaktionen hervor.

Weitere Informationen

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290
Verena Heinzel
Telefon 030 220025-326