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Aktuelle Themen 2014

Die Bosch-Fellows: 500 Botschafter Deutschlands in den USA

30 Jahre und mehr als 500 Alumni, die sich für die Stärkung der transatlantischen Beziehungen einsetzen: In Washington D.C. wurde das 30-jährige Jubiläum des Robert Bosch Foundation Fellowship Program gefeiert.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Gala-Dinner mit Festrede am Samstagabend, 14. Juni 2014, in der Corcoran Gallery of Art. Mit dabei waren mehr als 250 Alumni und geladene Gäste, darunter Botschafter a.D. Wolfgang Ischinger, Botschafter a.D. Kurt Volker, Hans-Ulrich Klose und Dr. Karen Donfried, seit April 2014 Präsidentin des German Marshall Funds of the United States. Nach einer Eröffnung von Dr. Kurt W. Liedtke, Vorsitzender des Kuratoriums des Robert Bosch Stiftung, und einem Grußwort des deutschen Gesandten Dr. Philipp Ackermann sprach Strobe Talbott, Präsident des renommierten Think Thanks "The Brookings Institution" und ehemaliger Vize-US-Außenminister. In seiner Festrede stellte er seine Perspektive auf die transatlantischen Beziehungen vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in der Ukraine und des NSA-Skandals vor. Dabei war sein Fazit für die transatlantischen Beziehungen trotz der aktuellen Diskussionen optimistisch: "Assuming that the U.S. can restore German trust in the wake of the NSA revelations, our two countries are surely up to the task of meeting the challenges facing Europe, the transatlantic community, and globalization."

In ihrem Schlusswort wies Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, auf die Erfahrungen der Stiftung in Osteuropa und Russland hin: Auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Krise in der Ukraine dürften beide Seiten nicht aufhören, Dialog und gegenseitiges Engagement zu unterstützen.

Besetzung des ersten "Robert Bosch Senior Fellow" an der Brookings Institution

Neben dem Robert Bosch Foundation Fellowship Program stand an dem Abend ein weiteres Projekt der Robert Bosch Stiftung im Fokus: Dr. Kurt Liedtke und Strobe Talbott nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam die Besetzung des ersten "Robert Bosch Senior Fellow" an der Brookings Institution öffentlich bekannt zu geben. Ab Herbst wird Frau Dr. Constanze Stelzenmüller, ausgestattet mit einem Stipendium der Robert Bosch Stiftung und vor Ort unterstützt durch die Brookings Institution, US-Entscheidungsträgern und der amerikanischen Öffentlichkeit aktuelle Entwicklungen in Deutschland vermitteln.

Begonnen wurde das Wochenende mit einem Empfang in der Residenz des Deutschen Botschafters in Washington D.C. Vor mehr als 100 Gästen würdigte Botschafter Dr. Peter Wittig das Engagement von Stiftung und Alumni für die transatlantischen Beziehungen. Anschließend wurde Sandra Peterson, Group Worldwide Chairwoman von Johnson & Johnson und Teilnehmerin des ersten Jahrgangs des Robert Bosch Foundation Fellowship Programs, für ihr besonderes Engagement mit der Auszeichnung "Alumna of the Year Award 2014" ausgezeichnet. In ihrer Rede hob Frau Peterson die Bedeutung des Fellowship Programs für ihre Karriere hervor: "The time there and the time I spent in Germany after the fellowship cata-pulted me into the world of transatlantic policy, and I will forever be grateful for the opportunity to learn so much about Germany, to meet so many interesting people and expand my networks and make the transition to public service. Whenever I look back at my career and think about milestones or turning points, I always come back to this year(s). […] In fact, when young people now come through my office to ask for career advice and how they might enter the field of national security and foreign policy, I think I sometimes surprise them with my recommendation to apply for the Bosch Fellowship."

Ebenfalls überreicht wurde die Auszeichnung an die Preisträgerin des letzten Jahres, Julianne Smith, ehemalige stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin von Vizepräsident Joe Biden und Teilnehmerin 1996/1997. Auch Julie Smith würdigte den großen Einfluss, den das Programm auf Ihre berufliche Karriere und persönliche Entwicklung genommen hat.

Aktuelle Herausforderungen der transatlantischen Beziehungen

Nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft der transatlantischen Beziehungen stand im Vordergrund des Samstagvormittags. In Arbeitsgruppen und einer anschließenden Plenardiskussion, moderiert von der Produzentin der bekannten Fernsehsendungen "ABC News" und "Good Morning America", Mary Pflum-Peterson (Teilnehmerin 1998/1999), diskutierten die Alumni die aktuellen Herausforderungen der transatlantischen Beziehungen und mögliche Lösungsansätze. Auch wenn die Teilnehmer den aktuellen Stand des transatlantischen Verhältnises von "krisenhaft" bis "weiterhin sehr eng" unterschiedlich bewerteten, in einem waren sich alle einig: Vor dem Hintergrund globaler Machtverschiebungen kommt einer engen transatlantischen Partnerschaft auch künftig besondere Bedeutung zu. Im Zusammenhang mit der NSA-Überwachung verloren gegangenes Vertrauen muss daher auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen wieder aufgebaut werden. Ein wichtiges Mittel dafür sind Initiativen, welche zu einem besseren Verständnis des jeweils anderen Landes, aktueller Themen und - gemeinsamer wie abweichender - Wertvorstellungen beitragen.

Das Robert Bosch Foundation Fellowship Program bringt seit dem Jahr 1984 jährlich bis zu zwanzig amerikanische Nachwuchsführungskräfte für bis zu ein Jahr nach Deutschland. Die Stipendiaten verschiedener Fach- und Berufsrichtungen lernen Deutschland und Europa kennen, indem sie in ihren jeweiligen Berufsfeldern arbeiten und an mehrwöchigen Seminaren zu Themen der deutschen und europäischen Politik sowie Gesellschaft teilnehmen. Nachdem die Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum des Programms in Deutschland bereits im Januar 2014 mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Liberty versus Security? The Future of Common Values in Transatlantic Relations" eröffnet wurden, stand nun ein ganzes Wochenende in Washington D.C. im Zeichen des Programms.

Bildergalerie

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Weitere Informationen

Publikation

Reportage "Auf dem richtigen Weg" über Bosch-Fellow Wendy Tao.
Robert Bosch Stiftung (Hg.)  Neues aus der Robert Bosch Stiftung im Bosch Zünder 2/2014  Lesen und empfehlen