Grenzgänger Europa und seine Nachbarn

Stanisław Mucha:

  • 03.05.1970 Geburt in Nowy Targ / Polen
  • 1989-1992 Schauspielstudium an der Staatlichen Theaterhochschule „Ludwik Solski“ Krakau
  • 1993-1994 Festes Engagement als Schauspieler und Regieassistent am Staatlichen Stary Teatr „Helena Modrzejewska“ Krakau
  • 1995-2000 Studium der Film- und Fernsehregie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg (Diplom mit Auszeichnung)

Filme
  • 1996/1997 POLNISCHE PASSION, Dokumentarfilm
  • 2000 MIT „BUBI“ HEIM INS REICH
  • 2001/2002 ABSOLUT WARHOLA, Kino-Dokumentarfilm
  • 2003/2004 DIE MITTE, Kino-Dokumentarfilm
  • 2004 REALITY SHOCK, Dokumentarfilm
  • 2006 BUSINESSMAN, TV-Dokumentarfilm für die Reihe „Fremde Kinder“
  • 2007 ZIGEUNER, TV-Dokumentarfilm
  • 2008 HOPE (HOFFNUNG), Spielfilm (Kino und TV)
  • 2010 DIE WAHRHEIT ÜBER DRACULA, Dokumentarfilm
  • 2011 DIE PFANDLEIHER, TV-Dokumentarfilm
  • 2012 HAPPY END, TV-Dokumentarfilm für die Reihe „Fremde Kinder“.
  • 2013/2014 TRISTIA – EINE SCHWARZMEER-ODYSSEE, Kino-Dokumentarfilm
TRISTIA – eine Schwarzmeer Odyssee

Einmal um das Schwarze Meer: Stanisław Muchas Odyssee führt durch faszinierende Küstengebiete von sieben Ländern – dort, wo die Grenze zwischen Asien und Europa verläuft und Zivilisation und Barbarei ihren Ursprung haben. Romantische Steilklippen und malerische Hafenstädte prallen auf kunterbunte Multikultur, postkommunistische Gespenster, megalomanen Post-Olympia-Wahn und aktuelle Kriegsschauplätze.

„Tristia“ sammelt skurrile Begegnungen rund um das unbekannteste und sagenumwobenste Meer Europas. Das Schwarze Meer, einst von Poeten als das „Glückschenkende Meer“ bezeichnet, in der Bibel als „Blutmeer“ tituliert, fristete zuletzt ein Dasein im toten Winkel der Weltpolitik. Nach einem fünfzigjährigen Dornröschenschlaf schrillt nun der Wecker des ungezügelten Kapitalismus: hart umkämpft, voller Verlangen nach Wohlstand und Freiheit versucht man sich zu definieren. Vieles wird bei diesem Aufbruch zerstört – was den Film neben fröhlicher Unterhaltung zu einem unwiederbringlichen Zeitdokument macht.

Mit seinem humorvoll-spitzbübischen Blick macht sich Stanisław Mucha auf, um eine Region Europas zu entdecken, die uns bisher verborgen blieb. Seine Spürnase für skurrile Momente und Menschen lässt einen unterhaltsamen und visuell reichen Dokumentarfilm entstehen.

Kino-Dokumentarfilm, HD, Farbe
Dauer: 98 Min.
Produktion: TAG/TRAUM Filmproduktion Köln, zusammen mit ARTE und HR
Gefördert durch: Film- und Medienstiftung NRW, Hessische Filmförderung, BKM (Filmförderung des Bundes) und DFFF (Deutsche Filmförderfonds)
Unterstützung der Recherchen: Grenzgänger-Stipendium
Drehbuchförderung: FFA Berlin
Kino- und DVD-Verleih: MFA+ Filmdistribution
Buch / Regie: Stanisław Mucha
Kamera: Andrzej Król
Ton: Ursula Kösterke, Felix Andrissens
Schnitt: Hanka Knipper
Musik: Elke Hosenfeld, Moritz Denis, Tim Stanzel
Mischung: Christian Riegel, Matthias Behrens
TV-Redaktion HR / ARTE: Dr. Lili Kobbe
Herstellungsleitung: Cornelia Kellers
Producer: Kerstin Krieg
Produzent: Gerd Haag
Gedreht in: Ukraine, Russland, Abchasien, Georgien, Türkei, Bulgarien, Rumänien

Bildergalerie

„Das Schwarze Meer ist neben dem Toten Meer ein Archetyp meiner Kindheit. Meine Großmutter, von der Abstammung her halb eine Schwarzmeer-Kosakin, halb eine Krim-Tatarin, schwor auf die heilenden Kräfte des Schwarzmeer-Klimas. Sie bestellte nicht nur regelmäßig den Schlamm von dort, sondern unternahm auch ein paar Reisen in das 'schwarzmeer‘sche Schlamm-Imperium', wie sie es nannte.

Ich kann mich genau an die Dosen und an den Geruch des Schlamms erinnern. Das Zeug war schwarz wie eine Ölpest und roch nach dem Rost eines Schiffs, gemischt mit süßer Mäusepisse.

Vielleicht ist eben dieser in mir gespeicherte Geruch mein eigentlicher Antrieb für diesen 'Tristia'-Reisefilm?

Jeder Mensch hat zwei Heimaten: eine mit Kultur, Natur, Sprache, Landschaft, Licht, Geruch, Nationalität und einem Reisepass. Und die andere, die Geistige, muss man selbst finden, notfalls sogar erfinden.

Unsere 'Tristia' wurde als eine Art Dekonstruktion der physischen Heimat gedacht, um in die andere Heimat zu gelangen. Sie ist für uns ein Ornament des Sehens und Nachdenkens. So hoffen wir, für Sie auch“.