Grenzgänger Europa und seine Nachbarn

Jörg Gläscher:

  • 1966 geboren in Osnabrück / Niedersachsen
  • 1996 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Fachklasse Prof. Timm Rautert
  • 2000 Mitglied der Fotoagentur LAIF, lebt und arbeitet in Leipzig

Ausstellungen und Auszeichnungen

  • 2013 Stipendium der Robert Bosch Stiftung
  • 2013 Stipendium der Kulturstiftung Sachsen
  • 2012 Buchveröffentlichung „Maxikraft“, Kehrer Verlag Heidelberg
  • 2012 Deutscher Fotobuchpreis in Silber „der Tod kommt später, vielleicht“
  • 2011 Ausstellung „der Tod kommt später, vielleicht“, Fotodoks München
  • 2011 Buchveröffentlichung „der Tod kommt später, vielleicht“, Kehrer Verlag Heidelberg
  • 2011 VG Bild Kunst Stipendium „deutsche Diplomaten“
  • 2007 1. Preis „Bilder der Forschung“, Wanderausstellung Katalog
    1. Preis „Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie“, Ausstellung in Bremen
    2. Preis „Aplanat Kunstpreis“, Ausstellung in Hamburg 2006, 2. Preis „Bilder der Forschung“, Ausstellung, Katalog
    2. Preis „Deutscher Preis Für Wissenschaftsfotografie“ Ausstellung in Bremen
    LAIF Agentur Fotoprojekt, „Auf dem Weg zum Kirchentag 2006“, Katalog 2004 VG Bild Kunst Stipendium „ECHOLAND“ Portraits in Bosnia
  • 2003 Auszeichnung „Hansel Mieth Preis“ für „Helenes Abschied“ mit
    Angela Wittmann
  • 2002 Auszeichnung, „Peter Keetmann Preis“, VW Artfoundation
  • 2002 „Berater“ Ausstellung, Foto Fabrik Hamburg (Kat)
  • 2002 „DSCN 1284“ Ausstellungsbeteiligung, Leipziger Jahresausstellung (Kat)
  • 2001 „no subject was specified“ Ausstellungsbeteiligung, Kampnagel Fabrik Hamburg
  • 2001 Auszeichnung, „Faszination Technik“ VDI, Katalog
  • 2000 2. Preis Kunstpreis Fotografie der Stadt Bad Herrenalb
  • 1999 1. Preis „Wissenschaft visuell“ Leica / Bild der Wissenschaft
ECHOLAND – Über das Ringen um Europa

„Mit seiner neuen Fotoarbeit „ECHOLAND“ blickt der Fotograf Jörg Gläscher in Brüssel, Frankfurt und Straßburg hinter die Kulissen einer der größten politischen Institutionen der Welt. Er zeigt das Ringen um Europa in den Hallen des EU-Parlaments, in den Büros der EU-Kommission oder in der Lobby des EU-Rates, wo Entscheidungen für Millionen getroffen werden: das Diskutieren und Debattieren, das strategische Planen und Abwägen, das Warten auf die nächste Runde. Gläscher beleuchtet die festen Regeln und Abläufe im Ring der politischen Macht, die von Besprechungen hinter verschlossenen Türen über Abstimmungen im Plenarsaal bis hin zu Presseterminen reichen.

Erweitert wird dieser Blick auf den bürokratischen Apparat Europa durch immer wiederkehrende Aufnahmen von denjenigen Orten, an denen Europa tatsächlich stattfindet bzw. seine Spuren hinterlassen hat. Es sind Landschaften, die mit Bunkeranlagen und Panzersperren von historischen Kämpfen erzählen – oder, wie die Flüchtlingslager in Calais, auf ganz aktuelle Konflikte verweisen. Es sind verstörende Orte wie das Konzentrationslager in Lublin oder solche, die an positive Entwicklungen wie die Demokratiebewegung Polens erinnern. In ihrer beständigen Wiederholung hallen sie wie ein Echo durch die geschäftigen Büroräume und erinnern an die Konstanten der europäischen Geschichte.

Mit dieser innovativen und kritischen Auseinandersetzung mit der Europäischen Union und seiner Zukunft trifft Jörg Gläscher den Nerv der Zeit. Hundert Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges, einem Krieg, der die internationale Gemeinschaft vor grundlegende strukturelle Fragen stellte und zum Ausgangspunkt maßgeblicher globaler Veränderungen wurde, lädt 'ECHOLAND' zu einem frischen Blick auf ein gewachsenes Gefüge ein. Wo steht Europa heute und wie wird es verhandelt? Auf welchem Fundament wurde die Europäischen Union gebaut und wie stabil ist ihre Basis? Welche Zukunft hat dieser Verbund und welche Lehren liegen in den Spuren seiner Geschichte? 'ECHOLAND' verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Innen und Außen, das Verhandeln von Diplomatie und die lebendige Existenz des europäischen Gedächtnisses. In einem Jahr der Rückschau, in dem auch die Ideale und Herausforderungen der europäischen Idee auf den Prüfstand gestellt werden, vereint diese Arbeit die verschiedenen Schauplätze, an denen das Ringen um Europa sichtbar wird.“

Sophia Greiff

Bildergalerie

Rechercheländer: Polen, Litauen, Estland, Lettland, Serbien, Bosnien, Griechenland

„Für die Entstehung der Bildserien war es wichtig, verschiedene Quellen zu benutzen. Bei meiner Suche nach Orten in Mittel- und Osteuropa, die durch das Ringen um Europa gezeichnet wurden, suchte ich im Internet, in historischen Archiven und sprach mit verschiedenen Ansprechpartnern vor Ort.

Gerade die Suche vor Ort war zeitintensiv, aber unglaublich ergiebig. Vor allem Orte, die nicht von großen historisch bedeutenden Schlachten gekennzeichnet waren, sondern vielmehr auf den dritten Blick das Ringen der Staaten und Menschen zeigen, waren das Ziel meiner Reise.

So konnten neue Orte des Geschehens entdeckt und fotografiert werden. Dieses ging nur mit Vor-Ort Recherche, ausreichend Zeit und einem ausreichenden Recherche-Budget.“