Bisherige Förderaktivitäten
Leben mit Krankheit

Bisherige Förderaktivitäten im Schwerpunkt "Leben mit Krankheit"

Bisherige Förderaktivitäten bezogen sich beispielsweise auf folgende Themen:
Chronisch kranke Kinder in der Schule
Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Schulalter leben mit einer chronischen Krankheit. Dank guter medizinischer Versorgung können die meisten von ihnen sich wie gesunde Gleichaltrige entwickeln. Doch müssen sie ihre Krankheit und therapeutische Maßnahmen, die manchmal sehr aufwändig sind, dauerhaft in ihren Alltag integrieren. In der Schule sind sie auf die Informiertheit und Sensibilität ihrer Lehrer angewiesen. Lehrerinnen und Lehrer müssen die besonderen Entwicklungsaufgaben und Belastungen, die Kindern und Jugendlichen mit einer chronischen Krankheit gegeben sind, wahrnehmen und im schulischen Alltag berücksichtigen können.

Dazu will das von der Robert Bosch Stiftung geförderte "Netzwerk Schule und Krankheit" beitragen. Dieses war zunächst auf Berlin-Brandenburg konzentriert, expandiert aber aktuell in weitere Bundesländer. Seine Aktivitäten erstrecken sich auf die Bereiche
  • Information und Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer,
  • regionale Beratungsstellen zu akuten Schulproblemen einzelner chronisch kranker Kinder und Jugendlicher sowie
  • Schulpolitik und Schulverwaltung: Das Netzwerk informiert bundesweit politisch Verantwortliche sowie Schulverwalter über gute Praxis einzelner Bundesländer zum schulischen Nachteilsausgleich bei chronischer Krankheit und wirbt dafür, dass diese Praxis in allen Bundesländern übernommen wird.
Transition - Übergang aus der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin
Für chronisch kranke Jugendliche ist der Übergang von der pädiatrischen in die erwachsenenmedizinische Betreuung eine besonders kritische Phase. Bisher verlieren rund 30 Prozent der Betroffenen den Kontakt zur notwendigen ärztlichen Versorgung und nehmen ihn erst wieder auf, wenn - möglicherweise vermeidbare - Komplikationen aufgetreten sind. Von 2008 bis 2012 förderte die Robert Bosch Stiftung darum an den DRK Kliniken Berlin-Westend die Entwicklung des "Berliner Transitionsprogramms" zur strukturierten Begleitung dieser Transitionsphase. Seit 2012 unterstützen wir mit zusätzlichen Fördermitteln den Transfer auf weitere Regionen und Indikationen.

Je nach Krankheitsbild geraten Jugendliche, wenn sie wegen der Altersgrenze aus der Pädiatrie entlassen werden, auch in regelrechte Versorgungslücken, wenn es kein flächendeckendes Netz von spezialisierten Kliniken und Praxen gibt und Hausärzte für die Versorgung nicht ausreichend qualifiziert sind. Mit dem Projekt "Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern" am Universitätsklinikum Münster unterstützte die Stiftung die Einführung einer anerkannten Zusatzqualifikation "Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern" (EMAH) für Kardiologen, Kinderkardiologen und Herzchirurgen mit dem Ziel, mittelfristig ein Expertennetz aufzubauen.
Palliative Versorgung von Kindern und Jugendlichen
Die Begleitung von schwer kranken und sterbenden Kinder und deren Familien ist eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft. Bundesweit entstanden in den letzten 20 Jahren ambulante und stationäre Einrichtungen, die den betroffenen Familien professionelle und fürsorgliche Betreuung anbieten. Die Robert Bosch Stiftung förderte Projekte zur Kinderhospizarbeit in Stuttgart und im Allgäu, das Modell "Bunter Kreis" zur sozialmedizinischen Nachsorge sowie verschiedene Projekte zur Pädiatrischen Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln.
Zu diesen Themen werden keine Vorhaben mehr in die Förderung aufgenommen.