Pressemeldungen 2014
Pressemitteilung

Dr. Antoine Tambue wird erster ARETE Juniorprofessor in Kapstadt

  • Robert Bosch Stiftung und AIMS - Next Einstein Initiative vergeben neue Juniorprofessur um Forschungslandschaft Afrikas zu stärken
  • ARETE Juniorprofessur unterstützt herausragenden afrikanischen Nachwuchswissenschaftler bei der Rückkehr nach Afrika
  • Forschung des Mathematikers und IT Experten Tambue trägt zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bei

Kapstadt / Stuttgart, 24.07.2014 – Einer der herausragendsten Nachwuchsköpfe Afrikas, der Mathematiker und IT-Experte Dr. Antoine Tambue, kehrt als ARETE Juniorprofessor nach Afrika zurück, um dort Spitzenforschung zu betreiben und einen Beitrag zur Entwicklung Afrikas zu leisten. Die erste AIMS ARETE Juniorprofessur wurde jetzt vom African Institute for Mathematical Sciences - Next Einstein Initiative (AIMS-NEI) und der Robert Bosch Stiftung vergeben, um die Forschungslandschaft des Kontinents zu stärken. Sie ermöglicht es hochqualifizierten afrikanischen Wissenschaftlern aus dem Ausland nach Afrika zurückzukehren. Dort können sich die Wissenschaftler innerhalb von fünf Jahren eine eigenständige Forschungsgruppe aufbauen und auf internationalem Niveau forschen. Die ARETE Juniorprofessoren werden dazu an einem der bestehenden AIMS-Forschungszentren arbeiten. Der Name des Programms ARETE steht für African Research, Education and Teaching Excellence.

"Die ARETE Juniorprofessur zu erhalten, fühlt sich an, als würde einem die Fields-Medaille verliehen", sagt Dr. Tambue. "Mithilfe der Juniorprofessur kann ich eigenständig Spitzenforschung betreiben und die internationale Anerkennung und Wahrnehmung von Forschung aus Afrika stärken. Ich habe nicht nur eine langfristige Stelle an einem AIMS Centre bekommen, sondern arbeite jetzt auch an der Universität Kapstadt in einer renommierten Forschergruppe am Centre for Computational Mechanics - CERECAM."

Thierry Zomahoun, Geschäftsführer des AIMS-NEI Global Secretariat, erklärt: "Die AIMS ARETE Juniorprofessuren sind von großer Bedeutung. Sie eröffnen ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten für die afrikanische Forschungslandschaft, indem sie die wissenschaftliche Arbeit afrikanischer Nachwuchskräfte wie Dr. Tambue unterstützen, deren Forschungsprofil schärfen und ihnen die Rückkehr und Integration ins akademische System Afrikas erleichtern."

Tambue wurde in Kamerun geboren und verfügt über einen profilierten akademischen Hintergrund in Angewandter Mathematik und Informatik. Er studierte am AIMS Center Südafrika, promovierte an der Heriot Watt University (Schottland) in Mathematik und forschte als Post-Doc an der Universität Bergen (Norwegen). Gleichzeitig lehrte er als Gastdozent am AIMS-Ghana und AIMS-Senegal. Nun wird er am AIMS-Südafrika in Muizenberg, Kapstadt, forschen und unterrichten. Dr. Tambue beschäftigt sich mit Partiellen Differentialgleichungen (engl. PDE), die beispielsweise für die akkurate Berechnung der Energieproduktion in Öl-, Gas- und geothermalen Speichern oder die räumliche und zeitliche Vorhersage von Grundwasserverschmutzung relevant sind.

Der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen ist eine globale Herausforderung. Afrikas Reichtum an natürlichen Ressourcen bietet die Chance, zu zeigen, wie diese Vorkommen verantwortungsvoll und zum Wohl der Allgemeinheit genutzt werden können. "Die Wissenschaft kann einen großen Beitrag dazu leisten, die komplexen Prozesse zwischen der Ressourcennutzung und ihren Auswirkungen auf die Umwelt zu verstehen, beispielsweise bei Wasserverknappung, Verlust von Biodiversität oder Bodendegradation", sagt Dr. Ingrid Wünning Tschol, Bereichsdirektorin "Wissenschaft und Gesundheit" der Robert Bosch Stiftung. "Die kommende Generation von Wissenschaftlern wird hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Afrika braucht ’home-grown solutions‘, also eigene, wissenschaftsbasierte Lösungen, um solchen Herausforderungen begegnen zu können. Viele junge afrikanische Forscher haben ein enormes Potential, diese zu finden. Deshalb stärkt die Robert Bosch Stiftung (mit Ihrer Förderung) akademische Kompetenzen und Strukturen in Afrika und unterstützt internationale Forschungskooperationen."

Über AIMS und NEXT Einstein Initiative

Das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) ist ein afrikaweites Netzwerk von Exzellenzzentren für postgraduale Ausbildung, Forschung und Kommunikation in mathematischen Disziplinen.

Sein Auftrag ist es, die intelligentesten Studierenden Afrikas zu unabhängigen Denkern, Problemlösern und Erfindern auszubilden, die befähigt sind, Afrikas künftige wissenschaftliche, pädagogische und ökonomische Autarkie voranzutreiben. Es wurde im Jahr 2003 gegründet und hat bislang über 730 Absolventen - etwa ein Drittel davon sind weiblich - hervorgebracht. Ziel der Next Einstein Initiative ist es bis zum Jahr 2023, 15 Exzellenzzentren in ganz Afrika zu errichten.

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