Robert Bosch Kulturmanager in der arabischen Welt

Südliches Oberägypten

Das südliche Oberägypten ist seit 2005 Bestandteil des Robert Bosch Kulturmanagerprogramms.

Oberägypten ist die Bezeichnung für den Teil Ägyptens, der sich beiderseits des Nils vom heutigen Assuan bis südlich von Kairo erstreckt. Durch seine Lage ist Oberägypten nach Osten und Westen durch gebirgige Wüstenstriche isoliert, diese Isolation findet sich heute nicht allein geographisch, vielmehr erstreckt sie sich auf weite Teile des insbesondere auch kulturellen Lebens. Noch heute finden sich eine Reihe monumentaler Zeugnisse vergangener Epochen in diesem Gebiet.

Es wird die Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Partnern gesucht; dies können Kulturpaläste und Universitäten ebenso wie freie Künstlergruppen und verschiedene nichtstaatliche Akteure sein. Priorität hierbei haben Kulturaustausch und Dialog ebenso wie die Vernetzung von im Nachlauf der ägyptischen Revolution entstandenen Künstlerkollektiven. Begleitet wird die Arbeit von durchweg anzutreffender Begeisterung für deutsche Kultur.
Yasmin Ouberri, geboren 1987 in Würselen, studierte Arabisch-Islamische Kultur, Germanistik und Islamwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie der Freien Universität Berlin.

Wertvolle Erfahrungen in der Projektarbeit konnte sie nach ihrem Studium durch ihre Tätigkeit in einem Projekt des Auswärtigen Amtes im Rahmen der Transformationspartnerschaften mit verschiedenen Akteuren aus der MENA-Region  sammeln und ihre Projektmanagementkompetenzen ausbauen. Durch ihre entwicklungspolitische Bildungsarbeit hat sie vor allem in Ägypten ein heterogenes Netzwerk aus jungen, interdisziplinär arbeitenden Changemakern aus den Bereichen Social Entrepreneurship, Kunst, Design, Social Media, Campaigning und IT aufbauen können, das sie nun für ihre Arbeit in Sohag, Luxor und Aswan nutzen möchte. 

Ihre Kenntnisse über die gesellschaftlichen, kulturellen und sozio-ökonomischen Besonderheiten im arabischsprachigen Raum vertiefte Yasmin durch Aufenthalte in Ägypten und Marokko und brachte sie zuletzt bei der Realisierung des deutschen Gastlandauftrittes beim Janadriayh Kulturfestival in Saudi Arabien ein.

Yasmin Ouberri ist als Kulturmanagerin für das südliche Oberägypten zuständig.

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Kunst im Unterricht in Sohag

Der Künstler Ahmed Mohamed Kamel, Teilnehmer am AArtist-in-Residence Programm in Deutschland, brachte kreative Prozesse im Deutschunterricht nach Sohag. Er konzipierte eine Workshop-Reihe für Lehrer und Schüler der beiden PASCH-Schulen, die vom 20.-27. Mai 2017 stattfand. Die Themenfelder umfassten eine Einführung in die Rezeption von Kunst als kulturellem Wert, die Arbeit verschiedener deutscher und internationaler Künstler sowie Aspekte der Fotografie. Der theoretische Input wurde anhand verschiedener kleiner Praxiseinheiten zu den Themen Bildkomposition, Licht und Schatten in der Fotografie und der Möglichkeit der eigenen künstlerischen Entfaltung ergänzt. Ein rundum gelungener Workshop zum Thema Kunst, der die kreative Ader der Teilnehmenden beflügelte.

Copyright Foto: Yasmin Ouberri
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Eco-Art in Luxor

Mini-Leinwände aus Altpapier und Pappe, Farben aus natürlichen Pigmenten, Masken aus Luftballons und alten Zeitungen: im Rahmen des Projekts Eco-Art, das vom 07.-23. März 2017 auf Luxors Westbank stattfand, wurden in zwei Dörfern Kunstworkshops mit ausschließlich selbst-recycelten Materialien durchgeführt. Fünf ägyptische Künstler, ein Kunstsymposium, das sich mit Gerhard Richter beschäftigte, zwei Wandgemälde, verschiedene Workshops zum Thema Recycling und Kunst sowie ein neu gepflanzter Baum pro Ort – insgesamt 17 Tage voller interaktiver Kunstaktionen, die umweltbewusstes Denken und kreative künstlerische Entfaltung förderten.

Copyright Foto: Yasmin Ouberri
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Am Faden entlang in Luxor

Im Rahmen des „7. Hakawy International Arts Festival for Children“ hatte die deutsche Theatergruppe des Helios-Theaters Hamm die Möglichkeit ihr Stück „Am Faden entlang“ an verschiedenen Orten in Ägypten, unter anderem auch in Luxor, aufzuführen. Das Stück dreht sich rund um das Thema Wolle. Insgesamt 150 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren nahmen am 16. März 2017 in der Jugendstadt El-Tud, süd-östlich von Luxor gelegen, an den zwei Vorstellungen der Gruppe teil. Sie wurden auf eine interaktive Reise mit klackernden Stricknadeln, instrumentaler Musik und aus Schurwolle zum Leben erweckten Tieren genommen.

Copyright Foto: Art from people to people
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Art in the street 2

Kunst von Menschen für Menschen: Das Motto der Partnerorganisation Art from people Contemporary Art space in Luxor war bezeichnend für die zweite Auflage des Projektes „Art in the street“ vom 14.-24. Januar 2017, diesmal mit dem Schwerpunkt auf dem deutsch-schweizerischen Künstler Paul Klee. In diesem Jahr kamen in Luxor fünf Künstler aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um sich in den ersten drei Projekttagen zunächst über die Arbeit Paul Klees auszutauschen, eigene Schlüsse zu ziehen, und schließlich in interpretativ-künstlerischen Werken zu verwirklichen, wie sie die Arbeit Paul Klees verstehen. Durch ihre neu gewonnenen künstlerischen Ideen verwandelten sie im Anschluss die Straßen der Dörfer El-Kom, El-Tod, Naqada und El-Kobahy in einen öffentlichen Kunstraum mit Wandgemälden und Kunstworkshops für Kinder, in welchen sie prägnante Landschaftsszenerien, Architekturelemente und die Bewohner des jeweiligen Ortes integrierten.

Copyright Foto: Muhammad Mahmoud
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German Cinema Club in Luxor

Von September bis Dezember 2016 wurden im Rahmen des „German Cinema Club – Watch and Talk“ 19 Filme unterschiedlicher Genres von Klassikern bis hin zu Experimentalfilmen gezeigt. Die Partnerorganisation Digital Bridges Organisation wird fortan den Filmclub eigenständig und in regelmäßigen Abständen fortführen, um Deutschland-Interessierten in Luxor die Möglichkeit zu geben, mehr über die Geschichte, Gesellschaft und Kultur Deutschlands erfahren zu können.
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Süße deutsch-ägyptische Freundschaft

Im Rahmen der Deutschlandtage in Oberägypten wurde das Projekt „Süße deutsch-ägyptische Freundschaft“ am 19. und 20. November 2016 realisiert. Die Besucher der Deutschlandtage konnten an unseren Ständen in Luxor und Qena unterschiedliche traditionelle Köstlichkeiten aus Deutschland und Ägypten kosten und dabei zusehen, wie Waffeln nach traditionellem deutschen Rezept und Krapfen nach ägyptischer Art gefertigt werden sowie bei den beiden Konditorinnen Informationen zur Zubereitung einholen. Ein interkultureller Austausch der anderen Art!
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Nubian Culture Camp

Am 11. und 12. November 2016 fand auf Assuans Westbank das erste Projekt rund um das Thema „Das kulturelle Erbe Nubiens“ statt. In Kooperation mit den Partnerorganisationen Bashkatib Kairo, Ain Aswani, NubaTube und Border Center for Support and Consulting wurde 60 Kindern und Jugendlichen ein interaktives zweitägiges Programm angeboten. Drei Workshops vermittelten Wissen über die nubische Sprache, Kultur und Handwerk. Ein weiterer Workshop drehte sich um das Thema „Blogging“ als Storytelling-Element. Das Projekt zielte darauf ab, das Wissen über Nubien zu vertiefen und erweitern, um Vorurteile abzubauen, Diversität zu leben und Brücken zu bauen.

Copyright Foto: Yasmin Ouberri
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Naturgeflüster mit Grimms Märchen

Insgesamt 34 Kinder und Jugendliche nahmen vom 13.-15. Oktober 2016 an einem Märchenworkshop auf Luxors Westbank teil. Drei Tage lang gab es ein interaktives Programm rund um die Märchen der Gebrüder Grimm: es wurden arabische Übersetzungen verschiedener Märchen gelesen, die anschließend von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam interpretiert  und als Theater nachgespielt oder künstlerisch kreativ nachgemalt wurden.

Das Projekt wurde von einem Kamerateam begleitet. Der Film wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihren Familienangehörigen und anderen Kulturinteressierten im Rahmen eines Folgeevents gezeigt.

Copyright Foto: Yasmin Ouberri
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Goethe Filmwoche in Sohag

In diesem Jahr fand die Goethe Filmwoche 2016 bereits zum zweiten Mal in ausgewählten Orten der Kulturmanagerinnen außerhalb Kairos statt. In der Region „Südliches Oberägypten“ fiel die Wahl auf die Stadt Sohag, etwa 500 km südlich der Hauptstadt. Am 27. und 28. Juli 2016 wurden an der Universität Sohag neben einer ägyptischen Komödie, drei deutsche Filme verschiedener Genres gezeigt. Die Filme „Bornholmer Straße“, „Dry Hot Summers“, „Ein Geschenk der Götter“ sowie „Im Labyrinth des Schweigens“ stießen auf großes Interesse beim anwesenden Publikum. An beiden Tagen haben etwa  130 Personen die Vorführungen besucht.

Copyright Foto: Goethe-Institut Kairo