Diese zehn Faktoren machen Lernort Stadion zum Erfolg

 
1. Der politischen Bildung im Stadion liegt ein weit gefasster Politikbegriff zugrunde. Er meint nicht nur die Auseinandersetzung mit Systemen, Akteuren und Entscheidungsprozessen, sondern nimmt die Beteiligungsmöglichkeiten jedes Einzelnen in seinem Umfeld, zum Beispiel in Schule, Familie oder Freizeit, in den Blick. Dadurch lernen Jugendliche, dass auch in ihrem Alltag eine politische Dimension steckt.
 
2. Gezielte und aufeinander abgestimmte Lernmodule stärken die individuellen und gruppenbezogenen Kommunikations- und Handlungsfähigkeiten als demokratische Basiskompetenzen. Im Mittelpunkt stehen kritisches Denken, eigenverantwortliches Handeln, Solidarität, Toleranzfähigkeit, Respekt, Empathie, das Aushalten von Widersprüchen und das gewaltfreie Lösen von Konflikten. Hierzu ist ein ganzheitlicher Lernansatz notwendig.
 
3. Der politische Bildungsansatz im Lernort Stadion konzentriert sich auf den Kernbereich "Demokratie Lernen". Die Teilnehmer beschäftigen sich mit den Werten und Ambivalenzen im Fußball und entwickeln darüber ein demokratisches Bewusstsein. Ziel ist die Erkenntnis, dass Demokratie Lernen der Persönlichkeitsentwicklung dient und die eigene Rolle in der Gesellschaft stärkt.
 
4. Das Stadion dient als Anschauungsort für die gesellschaftspolitische Dimension der bearbeiteten Themen. So erkennen die Jugendlichen, dass sie sich mit ihrem Umfeld aus unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen können.
 
5. Das Konzept der politischen Bildung im Lernort Stadion schließt den Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe ein. Es ist darauf ausgerichtet, Jugendliche zur Partizipation – zum aktiven Mitgestalten des eigenen Umfelds – aufzufordern und zu befähigen.
 
6. Die aktive Teilnahme an den Lernangeboten im Stadion ist für die Jugendlichen grundsätzlich an Freiwilligkeit gebunden. Die Angebote zielen auf eine lebendige Diskussion, die zu reflektiertem Nachdenken ermutigt und Meinungsvielfalt fördert. Eine Schlüsselrolle spielen die Authentizität und Qualifikation der Referenten in den Lernzentren.
 
7. Die Faszination der Jugendlichen für Stadion und Fußballumfeld trifft auf einen pädagogisch vorstrukturierten Lernort und projektorientierte Angebote, die forschendes und selbstgesteuertes Lernen ermöglichen. Methoden des nicht formalen Lernens bestärken die Jugendlichen darin, eine eigene Haltung zu entwickeln und sich für eigene Ideen einzusetzen.
 
8. Lernprozess und Lernangebote sind an den wertschätzenden Grundprinzipien der Anschauungs- und Erlebnispädagogik ausgerichtet. Der Lernansatz im Lernort Stadion ist ressourcen- und subjektorientiert, um die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen zu stärken.
 
9. Komplexe gesellschaftspolitische Zusammenhänge werden nicht ausgeblendet, sondern durch niederschwellige, zunächst elementarisierte Zugänge über Fußball und Sport begreifbar gemacht. Praktische, bewegungsreiche und interaktive Module werden als "Türöffner" den inhaltlichen Diskussions- und Reflexionsphasen vorangestellt. Sie ermöglichen neue Erfahrungen und schaffen die nötige Offenheit und Motivation für das Demokratie Lernen.
 
10. Lernort Stadion schließt als einladender Lernort mit einer positiven und wertschätzenden Pädagogik an den Inklusionsgedanken an und kann gerade auch benachteiligte Jugendliche motivieren und stärken. Damit wirkt der Ansatz Ausgrenzungserfahrungen der Jugendlichen entgegen und baut Barrieren zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft ab.