Rückgrat – Gegen Rechtsextremismus
Jugend und Demokratie

Rückgrat – Gegen Rechtsextremismus

Abwertungen einzelner gesellschaftlicher Gruppen, z. B. durch Rassismus, Homophobie, Islamfeindlichkeit oder Antisemitismus, sind bis in die Mitte der Gesellschaft verbreitet. Wissenschaftler sprechen von „gruppenbezogener Menschlichkeit“ (GMF) oder auch „pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen“ (PAKOs). Bei Jugendlichen zeigen sich neue, jugendspezifische Facetten der Ablehnung von als schwach geltenden Randgruppen. An die Stelle von eindeutig als rechtsextrem beschreibbaren und abgrenzbaren Jugendszenen treten verstärkt verschieden zusammengesetzte Jugendcliquen mit unterschiedlich abwertenden Einstellungen.

Viele Praktiker in der Jugendarbeit stehen dieser Heterogenität und den Haltungen „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ hilflos gegenüber. Mit dem Projekt „Rückgrat“ wurden sie für ihre tägliche Arbeit gestärkt und fortgebildet.

Das Projekt wurde von der Hochschule Esslingen in Zusammenarbeit mit sechs Trägern der aufsuchenden und mobilen Jugendarbeit, sowie der Jugendbildungsarbeit in einer Wissenschafts-Praxis-Kooperation durchgeführt und von der Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

In den mehr als 25 beteiligten Praxiseinrichtungen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen und Sachsen haben Mitarbeitende in der ersten Phase des Projektes zusammen mit den Wissenschaftlern der HS Esslingen aus empirischen Befunden und praktischen Erfahrungen heraus Konzepte und Angebote für den Umgang mit rechtsextremen Tendenzen und Ablehnungshaltungen konzipiert. In einer zweiten und dritten Phase wurden diese modellhaft erprobt, weiterentwickelt und verschriftlicht. Aus den Befunden wurde eine Handreichung und eine Checkliste (siehe Spalte rechts) erarbeitet, die Fachkräften der Jugendarbeit Hilfestellung bei der Entwicklung von Angeboten gegen Rechtsextremismus und pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen bieten.

Kontakt

Hochschule Esslingen
Prof. Dr. Kurt Möller
Telefon 0711 397-4588
Ansprechpartner in der Robert Bosch Stiftung
Sebastian Jacob
Telefon 0711 46084-821
Stephanie Gläser
Telefon 0711 46084-973