Grenzgänger

Peter Wawerzinek:

Peter Wawerzinek versucht seit fünfundzwanzig Jahren eine Existenz als Schreiberling. Auf dem Weg dorthin hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht und einige Preise bekommen. Immer wieder unternimmt der 1954 in Rostock geborene Autor und Fotograf zu jedem neuen Buchprojekt begleitende Recherchenreisen. Sein neustes Werk „Schluckspecht“ (bei Galiani Verlag Berlin erschienen) führt ihn zum einen auf die Spuren des Trinkerpoeten Dylan Thomas (Arbeitstitel: ichdylanich) nach Wales, zum anderen sucht er zum Thema „Whisky oder Wodka“ die Großstädte ehemaliger Länder der sozialistischen Staatengemeinschaft auf.
Schluckspecht

Über die Liebe, die Liebe zum Alkohol. Über den Rausch, die Sucht, den Suff – von einem, der ihn kannte.

Mit dem fröhlichen „Egészségdre Palinka“ von Tante Luci fing es an, mit dem Schnüffeln am Rumtopf ging es weiter. Und dann folgten Eierlikör, fröhliche Trinkrunden mit Freunden, Mutproben, Bier, Wein, ein wildes Leben für die Kunst, Frauen, Feiern, Probleme, Abstürze, Weinbrand, Schnaps. Der Weltschmerz des von den Eltern verstoßenen Helden und der Versuch, ihn zu vergessen, führen in eine unglaubliche Nachtfahrt bis in die Abgründe des Exzesses. Doch wie der Autor Peter Wawerzinek einst selbst, schafft es auch seine Romanfigur, sich auf fast mirakulöse Art und Weise am eigenen Schopf aus dem Sumpf des Alkohols zu ziehen.

Roman
460 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag 
Verlag Galiani Berlin 
ISBN: 978-3-86971-084-6

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„Als Ausgangspunkt jeder Reise ist eine lose oder feste freundschaftliche Beziehung zum Ort und seine Bewohner vonnöten. Es braucht eine Bezugsperson, die am Platz wohnt, sich im Alltag bewegt, gewöhnliche Ecken und subjektiv-geheime Winkel kennt und diese preisgibt. Es braucht das kleinstmögliche Intimverhältnis zu Land und Leuten, will man verstehen, wo man sich aufhält und in welche Richtungen das Denken und Fühlen gehen soll. Meine Recherche begann bei Renata in Prag und führte mich zu Alenka in Ljubljana. Weitere Begegnungen finden in Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien statt. Ich recherchiere am liebsten mit mir befreundeten Personen. Das müssen nicht Künstler oder Spezialisten sein. Der einfache Mensch genügt mir“.

Die Recherche beginnt lange vor der Recherche. Die Recherche beginnt immer bei einem selbst und in den frühen Lebensjahren. Die Recherche nimmt ihren Beginn, wenn von Recherche noch gar nicht die Rede sein kann, man einfach jung ist und unterwegs. Die Erkundungen zu den Orten und in ihnen lebenden Menschen im weiteren Leben, gepaart mit Neugierde und wachsendem Handwerk erst führen zu der gezielten Recherche. Am Ende der Recherchen wartet der Arbeitsplatz, an dem die Sichtung, Auswahl, Verarbeitung und Umsetzung aller Eindrücke geschieht, damit die Recherche sich als solche bewahrheitet.