Pressemeldungen 2014
Pressemitteilung

Konferenz: Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure

Stuttgart, 26. Mai 2014 - Deutschlandweit werden Frauen und Männer aus muslimischen Gemeinden gezielt gefördert, um ihre Rolle als Ansprechpartner in der Bürgergesellschaft zu stärken. Eine Konferenz am 26. Mai bringt sie nun in der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts zusammen, wo Perspektiven für die zukünftige Arbeit entwickelt werden: Auf Einladung des Goethe-Instituts und der Robert Bosch Stiftung sprechen unter anderen die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, sowie Vertreterinnen und Vertreter des Zentralrats der Muslime in Deutschland, von Landesministerien und Arbeitsbehörden über die Fortbildungs- und Vernetzungsinitiative "Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure".

Wo finden Muslime in Deutschland Hilfe bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger oder der Gründung eines Kulturvereins? Ehrenamtlich engagierte Männer und Frauen aus muslimischen Gemeinden sind oft die ersten Ansprechpartner bei alltäglichen Fragen wie diesen. Die Initiative "Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure" des Goethe-Instituts und der Robert Bosch Stiftung stärkt ihre Kompetenzen und vernetzt sie besser mit kommunalen Einrichtungen. Knapp 100 Teilnehmer aus über 40 Gemeinden sind seit Projektbeginn im Jahr 2012 in Essen, Ingolstadt, Hamburg, Hamm und Mannheim aktiv. Bei der Konferenz in München stellen sie ihre Projekte vor. In Workshops arbeiten sie an gemeinsamen Themen.

Die Teilnehmenden der Initiative "Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure" treffen sich regelmäßig zu Seminaren und Workshops, in denen sie gemeinsam Projektinhalte festlegen, Veranstaltungskonzepte erarbeiten und sich, unterstützt durch Experten, mit Themen auseinandersetzen, die in der Gemeindearbeit von Bedeutung sind. Der kommunale Bezug der Initiative wird unter anderem durch die Einbeziehung verschiedener Projektpartner vor Ort sichergestellt. Der partizipative Ansatz und eine flexible Gestaltung der Initiative haben zur Folge, dass die Fortbildungen dem tatsächlichen Bedarf der Teilnehmenden vor Ort angepasst sind. Sie selbst setzen die Themen, in denen sie sich weiterqualifizieren möchten. Dabei sind über die Projektlaufzeit immer wieder Änderungen und Anpassungen möglich.

Ehrenamtliche und Fachleute an einen Tisch bringen

Die Konferenz eröffnen die Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Ingrid Hamm, und der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, und dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek.

Nach der Präsentation ihrer Arbeit haben die ehrenamtlich arbeitenden Muslime die Möglichkeit, sich in Workshops zu Themen wie Netzwerkarbeit, Interreligiöser Dialog und Antragsstellung miteinander und mit Experten auszutauschen. Eine Podiumsdiskussion bringt Vertreter der Landesintegrationsarbeit aus Hamburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen mit Staatsministerin Aydan Özoğuz zusammen. Den Einführungsvortrag hält Mathias Rohe, Islamwissenschaftler, Jurist und Teilnehmer der ersten Phase der Deutschen Islam Konferenz.

In der pluralen Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen

"Eine der wichtigsten Voraussetzungen für das konstruktive Miteinander in einer modernen und pluralen Gesellschaft wie der unseren ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen", sagt Roland Meinert, Leiter der Goethe-Institute in Deutschland. "Die Initiative 'Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure' hat sich als gute Plattform dafür erwiesen. Entscheidend für den bisherigen Erfolg war sicher auch der umfassende Ansatz, der diese Arbeit trägt. Besonders zu erwähnen ist das umfangreiche Sprachkursangebot, das den Teilnehmenden offen steht und die inhaltliche Arbeit begleitet. Das Goethe-Institut kann mit maßgeschneiderten Angeboten hierbei aus seiner über 60-jährigen Erfahrung schöpfen", so Meinert weiter.

Für das Sprachkursangebot steht ein Kontingent von 25.000 Unterrichtseinheiten zur Verfügung, die als Stipendien an die Projektteilnehmer vergeben werden.

"Engagierte Muslime sind für unsere Städte unglaublich wichtig", unterstreicht Olaf Hahn, Bereichsdirektor bei der Robert Bosch Stiftung. "Von vielen unbemerkt, leisten sie in ihren Gemeinden großartige Arbeit. Damit sie diese Vermittlerrolle in unserer Gesellschaft noch besser ausfüllen können, stärken wir mit unserem Projekt das Netzwerk zwischen muslimischen Gemeinden und anderen kommunalen Akteuren."

Hintergründe

"Muslimische Gemeinden als kommunale Akteure" ist nicht die erste derartige Initiative. Das Pilotprojekt "Imame für Integration" hat von 2009 bis 2012 bundesweit 100 Imame in neun Kursen an Standorten in ganz Deutschland sprachlich und landeskundlich fortgebildet. Es wurde gemeinsam vom Goethe-Institut, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Türkisch-Islamischen Union (DITIB) entwickelt.

Das Goethe-Institut und die Robert Bosch Stiftung arbeiten bereits seit vielen Jahren in zahlreichen Projekten im In- und Ausland erfolgreich zusammen.
Beispielsweise leisten die "Robert Bosch Kulturmanager" einen wichtigen Beitrag der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Ländern in Mittel- und Osteuropa sowie der arabischen Welt. Enge Kooperationen bestehen aber auch bei Schüleraustausch-Projekten oder Übersetzerpreisen. Auch zum Themenfeld "Islam in Deutschland" haben Goethe-Institut und Robert Bosch Stiftung bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet. Unter anderem haben sie von 2009 bis 2011 gemeinsam Sprachkurse für Imame in Baden-Württemberg durchgeführt.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290