Grenzgänger

Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski:

Elwira Niewiera geb.1976 in Polen. Studierte zunächst Schauspiel und zog 2002 nach Berlin, wo sie erst einmal als Regieassistentin und Rechercheurin bei verschiedenen Dokumentarfilmproduktionen arbeitete. Seit ihrem Filmdebüt „Bulgarien Stories“ in 2007 arbeitet sie freiberuflich als Filmemacherin. Sie ist auch die Vorsitzende der deutsch-polnischen Kulturstiftung Nowa Ameryka, die zahlreiche Filmworkshops und Kulturprojekte erfolgreich produziert. Mit ihren bisherigen Projekten setzt sie sich vielschichtig mit den gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen in Osteuropa auseinander.

Piotr Rosolowski, geboren 1977 in Olsztyn/Allenstein, Polen, studierte Kamera an der Filmhochschule in Katowice und an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Lebt seit 2008 in Berlin, wo er als selbständiger Kameramann und Autor arbeitet. Seine Filme liefen auf zahlreichen Festivals und gewannen viele Preise, zwei von ihnen – "Mauerhase" und "Auf der Strecke" wurden für den Oscar nominiert.

Preise

Preis der Interreligiösen Jury - VISIONS DU REEL International Film Festival Nyon, Schweiz
Grand Prix 2014 – Internationaler Wettbewerb, Krakow Filmfestival, Polen
Grand Prix 2014 – Polnischer Wettbewerb, 54. Krakow Filmfestival, Polen
Beste Kamera – 54. Krakow Filmfestival, Polen
Silver Apricot – 11th International Film Festival, GOLDEN APRICOT Yerevan
Grand Prix 2014 – Internationaler Wettbewerb, XIII Dokufest Prizren, Kosovo
Main Award 2014 – Internationaler Wettbewerb, Budapest International Documentary Festival
Domino Effekt

Auf den Ruinen eines Staates, den es nie wirklich gegeben hat, beginnen Natascha und Rafael ihr gemeinsames Leben. Er ist Sportminister der nicht anerkannten Republik Abchasien, sie eine russische Opernsängerin.

Für Rafael verließ Natascha ihren Mann und ihre Tochter und gab ihre Karriere in Russland auf. Voller Hoffnung und Enthusiasmus kam sie nach Abchasien. Aber was für beide ein neuer Anfang werden sollte, gestaltet sich zunehmend als ein Weg ins Ungewisse. Als die Sowjetunion zusammenbrach und die Welt das Ende des Kommunismus feierte, entstanden fernab von den alten Zentren neue Konflikte, die bis heute nicht gelöst sind.

So auch in Abchasien, einer kleinen Kaukasusrepublik am Schwarzen Meer, die sich infolge eines blutigen Bürgerkrieges von Georgien lossagte und deren Bürger bis heute in Erstarrung und politischer Isolation leben. 

"Domino Effekt" porträtiert das ungewöhnliche Paar an der Schwelle zu einem Neuanfang. Sie müssen sich entscheiden: Ein Leben für die Vergangenheit, oder eine gemeinsame Zukunft. Natascha und Rafael geben nicht auf, denn sie haben viel zu verlieren – ihren Traum.

Buch & Regie: Elwira Niewiera und Piotr Rosolowski
Kamera: Piotr Rosolowski
Schnitt: Karoline Schulz und Andrzej Dąbrowski
Ton: Marcin Lenarczyk, Tomasz Wieczorek
Musik: Maciej Cieślak
Sprachen: Russisch/Abchasisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Polnisch
Dauer: 76 Min.

Eine Produktion von Zero One Film und Otter Films in Koproduktion mit RBB/ARTE.

Weitere Informationen

Bildergalerie

"Seit langem faszinierte uns die komplizierte politische Situation im Kaukasus. Im Sommer 2012 konnten wir zu einer dreiwöchigen Recherchereise nach Abchasien aufbrechen. Vor Ort lernten wir unsere späteren Filmprotagonisten kennen: Rafael Ampar, den Sportminister der Republik und seine neue Ehefrau, die russische Opernsängerin Natascha, die seit einem Jahr mit Rafael in Abchasien lebte.

Einerseits spürten wir ihre große Liebe zueinander, andererseits war jeder für sich in seiner eigenen Welt und Vergangenheit gefangen. Wir begaben uns auf die Reise ins Innere ihrer unvollständigen Welt.

Natascha war innerlich zerrissen, hat viel aufgegeben und dadurch viel zu verlieren. Rafael trägt die Schrecken des Krieges noch immer mit sich herum, er fühlt sich schuldig und ist desillusioniert über die gescheiterten Hoffnungen seines Landes. Im Hintergrund der sehr persönlichen Geschichte steht das Land Abchasien. Ein wunderschönes, doch zerstörtes Land, in dem die Spuren des Krieges noch immer sichtbar sind. Während unserer Recherchereise besuchten wir auch viele Orte im ganzen Land und suchten nach starken Bildern, die das Land porträtieren könnten. Die einzigartige melancholische Szenerie bildet im Film eine interessante visuelle Ebene, in der die Menschen ebenso wie die zerstörten Gebäude vom Trauma der Gewalt und des Hasses gekennzeichnet sind."