Denkwerk

Lebe wohl Heimat, Amerika ruft. Auswanderung aus Thüringen im 19. und 20. Jahrhundert

Koordinator: Prof. Dr. Jörg Nagler, Historisches Institut, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Auswanderung. Ein Wort und eine Thematik, welche sowohl historisch, als auch gegenwärtig faszinierend ist und kaum an Bedeutung verloren hat. Mangelnde Perspektiven in Deutschland, Arbeitslosigkeit oder auch nur der Traum vom großen Glück in der Ferne, sind nicht nur die heutigen Beweggründe von Auswanderern, sondern waren es auch schon für die Menschen früherer Generationen.

Mit dem Forschungsprojekt "Lebe wohl Heimat, Amerika ruft. Auswanderung aus Thüringen im 19. und 20. Jahrhundert", sollen diese und weitere Gründe und Überlegungen der Auswanderer während dieses Zeitraumes, im Fachbereich der Nordamerikanischen Geschichte, untersucht werden. Finanziert wird dieses Projekt von der Robert Bosch Stiftung für insgesamt drei Jahre. In dessen „Denkwerk-Programm“ sollen Schüler und Lehrer früh aktiv an aktuelle geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungen und Methoden herangeführt werden.

Initiiert wurde dieses Projekt, welches unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Nagler steht, von dem Gymnasiallehrer Michael Neumann. Unter der Mitwirkung diverser thüringischer Archive und renommierter Experten der Migrationsforschung sollen dabei pro Schuljahr ca. 100 Schüler aus Thüringen an die Geschichtswissenschaft herangeführt werden. Das Projekt beschäftigt sich mit einer Thematik, die bis heute nahezu unerforscht ist und kann aufgrund dessen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, ein bisher wenig erforschtes Kapitel der Thüringischen Geschichte aufzuarbeiten.

Insbesondere, weil hier die verschiedensten Bereiche der geisteswissenschaftlichen Forschungsarbeit, wie das Erfassen und Auswerten von Quellenbeständen sowie die wissenschaftliche Präsentation von Ergebnissen, erforderlich sind, bietet sich eine einmalige Gelegenheit die Geschichtswissenschaft in all ihren Facetten Schülern nahezubringen und die Bedeutung dieses geisteswissenschaftlichen Fachgebietes schon jungen Menschen zu verdeutlichen.