Denkwerk

Sticker und Stigmata. Aufkleber als Alltagspropaganda in Geschichte und Gegenwart

Koordinatorin: Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

Ansprechpartnerin: Dr. Isabel Enzenbach, Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

Das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin besitzt einen Bestand von mehreren Hundert Stickern, also Klebezetteln, Briefverschlussmarken, Reklame- und Sammelmarken mit antisemitischen Botschaften. Die ältesten Marken stammen von 1880, die jüngsten aus der Gegenwart. Dieses Material spiegelt die Bilder, Argumentationsweisen und die soziale Praxis des Antisemitismus auf engem Raum wider und ermöglicht eine lebensnahe Auseinandersetzung mit der Feindbildkonstruktion.

Im Projekt "Sticker und Stigmata" erforschen Wissenschaftler und Schüler des Robert Blum Gymnasiums und der Schiller-Oberschule gemeinsam die Geschichte und Gegenwart dieser subkulturellen Aufkleber, ihre Verwendung im öffentlichen Raum, in der privaten Kommunikation und im Wirtschaftsleben. Darüber hinaus werden die juristischen und publizistischen Schritte untersucht, die Juden und Nicht-Juden unternahmen, um dieser Alltagspropaganda entgegenzuwirken. Die Rechercheergebnisse der Schüler zum historischen Bestand und zu aktuellen Aufklebern aus den Bereichen Rechtsextremismus, Rassismus sowie von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen fließen in die universitäre Forschung ein. Die Ergebnisse des Projektes werden in einer gemeinsam erarbeiteten Ausstellung für Schulen präsentiert, die der Aufklärung über menschenfeindliche Ideologien dienen soll.