Pressemeldungen 2014
Pressemitteilung

Literatur als Schlüssel zu anderen Kulturen - Die Robert Bosch Stiftung auf der Leipziger Buchmesse

  • Fokus auf politischen Ereignissen in der Ukraine im Programmschwerpunkt "tranzyt - Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus"
  • Lesung von Katja Petrowskaja, Grenzgänger-Stipendiatin der Stiftung, aus ihrem Roman "Vielleicht Esther"

Leipzig, 12. März 2014 - Die Robert Bosch Stiftung präsentiert ab morgen wieder zahlreiche Veranstaltungen auf der Leipziger Buchmesse. Zum dritten und letzten Mal gestaltet sie gemeinsam mit der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und anderen Partnern den Programmschwerpunkt "tranzyt - Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus" auf der Leipziger Buchmesse. Durch die politischen Ereignisse in der Ukraine hat tranzyt in diesem Jahr zusätzlich an Brisanz gewonnen. Darüber hinaus lesen zahlreiche Autoren aus ihren Werken, u.a. die diesjährige Adelbert-von-Chamisso-Preisträgerin Ann Cotten ("Der schaudernde Fächer") und Katja Petrowskaja, deren Roman "Vielleicht Esther" in diesem Jahr für den Leipziger Buchpreis nominiert ist. Die Autorin recherchierte für ihre Familiengeschichte mit dem Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung in Polen und der Ukraine.

Ziel des Programms "tranzyt - Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus" ist es, die Aufmerksamkeit insbesondere für die Literaturen in der Ukraine und Belarus zu schärfen und jenseits der politischen Schlagzeilen den Zugang zu den vielschichtigen und widersprüchlichen Wirklichkeiten in diesen Ländern zu öffnen. In den Veranstaltungen diskutieren diesmal ukrainische, deutsche und belarussische Autoren u.a. über die Bedeutung von Protestbewegungen oder den Aufschwung der Rechten in der Ukraine. Dabei geht es immer auch darum, einander besser kennen und verstehen zu lernen. Genau dazu will das Projekt "tranzyt" auch im dritten Jahr beitragen: die Berührungsängste und Wissensdefizite gegenüber unseren östlichen Nachbarn abzubauen.

Ihre Recherchen, unterstützt durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, führten die Autorin Katja Petrowskaja zwischen 2010 und 2012 u.a. nach Kiew und Warschau, außerdem nach Moskau, Wien und Washington. "Zufall und unerwartete Entdeckungen haben aber eine immer größere Rolle bei der Recherche gespielt, und dadurch wurden nicht nur die Reise-Routen, sondern auch die Herangehensweise überdacht", sagt sie.

Die Robert Bosch Stiftung fördert Literatur als ein Mittel der Völkerverständigung. Seit 1985 werden mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis herausragende Autoren geehrt, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Dieser besonderen Autorengruppe hat der Preis in den vergangenen drei Jahrzehnten zu mehr Sichtbarkeit verholfen und damit in den Anfangsjahren einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, Autoren mit Migrationsgeschichte aus der Nische der "Gastarbeiterliteratur" herauszuführen. Heute ehrt der Preis Autoren mit direkter oder indirekter Migrationserfahrung. In ihren Werken bereichern sie die deutsche Sprache mit neuen Bildern und Themen und prägen so die Gegenwartsliteratur entscheidend mit. Außerdem fördert die Stiftung mit ihrem Grenzgängerstipendium Recherchereisen von Autoren in Länder Mittel- Ost- und Südosteuropa.

Kontakt

Julia Rommel
Telefon 0711 46084-750