Grenzgänger

Peter Dammann:

Peter Dammann (1950-2015) wurde durch sozial engagierte Reportagen bekannt, die er häufig in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und Institutionen realisierte. Im Anschluss an seine Reportagen zur Situation der Straßen- und Bahnhofskinder und zur Stadt des atomaren Ruhms in Bulgarien entstanden Dokumentationen zum Leben in rumänischen, russischen und schweizerischen Psychiatrien.

Von 2004 bis 2008 dokumentierte Peter Dammann den Aufbau eines palästinensischen Jugendorchesters, ein Projekt Daniel Barenboims, in der West Bank. Von 2008 bis 2010 fotografierte er El Sistema, die Jugendorchesterbewegung in Venezuela. Von 2010 bis 2013 begleitete er die Ausbildung hochbegabter Kinder in einer Musikschule in Tbilisi (Georgien).

Schon lange vor dem Erfolg von Wladimir und Vitali Klitschko war Peter Dammann fasziniert vom Boxen als fotografisches Thema. Die jungen Boxer in der Ukraine begleitete er seit 1999 über fast 15 Jahre.

Peter Dammann hat viele Bücher publiziert, seine Fotos wurden national und international ausgestellt und ausgezeichnet, u.a. mit dem World Press Photo Award und dem Lead Award.
Klitschkos Roots – Junge Boxer in der Ukraine

Die Klitschkos wären ohne ihre Wurzeln in der Ukraine keine guten Boxer geworden. Die jungen Boxer in der Ukraine sind das, was im Fußball die Straßenfußballer sind. Sie trainieren mit rostigen Gewichten, die Boxringe sind oft verrottet, neue Boxhandschuhe sind ein finanzielles Problem, statt Boxerstiefeln tragen sie oft billige Turnschuhe und das Trikot wird von der Mutter zuhause genäht. Aber die Jungen sind ehrgeizig und trainieren drei Stunden am Tag, sechs Tage in der Woche. Die Jungen sind hungrig, sie wollen die Chance nutzen, sich aus der Armut heraus zu boxen. Die Jungen mit dem sehnsuchtsvollen Blick, sie träumen von olympischen Medaillen - und einem besseren Leben. „Das Leben, das gleicht dem Boxen in vielen beunruhigenden Beziehungen“, schrieb Joyce Carol Oats.

Bildergalerie

Ukraine 1990 bis 2014 oder 2015