Die Robert Bosch Stiftung

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Foto: Max Lautenschläger 
Die Anne-Frank-Realschule aus München bekommt den Deutschen Schulpreis 2014 von Außenminister Frank-Walter Steinmeier überreicht.

Zukunft Schule

In den letzten 30 Jahren hat sich die Robert Bosch Stiftung durch ihr Engagement im Bereich Schule als Bildungsstiftung in Deutschland etabliert. Mit dem Deutschen Schulpreis vergibt sie heute den bekanntesten und anspruchsvollsten Preis für Schulen - ein Erfolg, der nicht nur in Fachkreisen höchste Anerkennung erfährt.
 

Alle Kinder mitnehmen

Das Hauptanliegen der Stiftung sind faire Startbedingungen und individuelle Förderung für junge Menschen, unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Dazu nimmt sie den ganzen Bildungsweg in den Blick, von der frühkindlichen Bildung über Schule, Ausbildung bis hin zur Hochschule.

Einen ersten wichtigen Impuls in der Bildungsarbeit setzte die Stiftung bereits Anfang der 1980er Jahre. Schulprojekte wie die Computer AG oder die Geschichtswerkstatt waren damals kaum zu finden. Mit dem Programm "Praktisches Lernen" förderte sie deshalb rund 400 Projekte, bei denen Kindern das Lernen abseits der abstrakten Stoffvermittlung ermöglicht wurde. Ein weiteres Anliegen der Stiftung in den 90er Jahren war die "gesunde Schule". Durch gemeinsames Frühstücken oder sportliche Angebote in der Pause wurden Kinder bereits in der Schule an einen gesunden Lebensstil herangeführt. Das Besondere an diesem Projekt war, dass die geförderten Schulen ihre Erfahrungen erstmals an Partnerschulen weitergaben und gemeinsam einen Schulverbund bildeten. Dieser Ansatz hat sich bewährt und steht bis heute Pate für zahlreiche Bildungsprojekte der Stiftung.
 

Schulen Orientierung bieten

Als der PISA-Schock die gesellschaftliche Diskussion über die deutsche Bildungslandschaft befeuerte, beschloss die Robert Bosch Stiftung hervorragende Schulen in Deutschland sichtbar zu machen. Die besten von ihnen zeichnet sie seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung mit dem Deutschen Schulpreis aus. Dazu berief die Stiftung 2005 eine Expertenrunde aus Wissenschaftlern und Schulpraktikern, die auf Grundlage eines umfassenden Bildungsverständnisses sechs Qualitätsbereiche für gute Schule erarbeitete: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Diese Kriterien wurden die Bewertungsbasis des Deutschen Schulpreises und haben sich in den letzten Jahren als Merkmale guter Schule etabliert. Seit dem Start des Deutschen Schulpreises haben sich über 1.000 Schulen am Wettbewerb beteiligt. Medienpartner sind der stern und die ARD. Bereits die erste Preisverleihung führte zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit, als ausgerechnet eine Grundschule im sozialen Brennpunkt als beste Schule Deutschlands geehrt wurde. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler überreichte der Kleinen Kielstraße den Hauptpreis und war von deren Arbeit so begeistert, dass er sie gleich selbst besuchte. Bis heute pilgern Bildungswissenschaftler, Schulpraktiker und Politiker zu den Schulpreis-Schulen, um sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen.

 

  

Voneinander lernen

Die Preisträger der vergangenen acht Jahre beweisen, dass Bildungsinnovationen in Deutschland aus der Praxis kommen, und zwar direkt aus den Schulen. Deshalb bringt die Robert Bosch Stiftung die Preisträger in der Akademie des Deutschen Schulpreises zusammen und vernetzt sie mit anderen Schulen, die weiter an sich arbeiten wollen. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 1.200 Vertreter von Schulen an den Veranstaltungen der Akademie und der vier Regionalteams des Deutschen Schulpreises teilgenommen. Für sie hat die Akademie weitere Unterstützungsangebote entwickelt. Und der Erfolg spricht für sich: Formate wie das Hospitationsprogramm, die pädagogische Werkstatt und das Schullabor haben bei vielen Schulen Schulentwicklungsprozesse angestoßen und gelten als beispielhaft für einen gelingenden Transfer guter Schulpraxis.
 

Ein Leuchtturm mit Strahlkraft

Der Deutsche Schulpreis und seine Qualitätskriterien dienen inzwischen in vielerlei Hinsicht als Vorbild. Gemeinsam mit dem stern wurde ein Elternratgeber veröffentlicht, weitere Schulpreise werden nach dem Vorbild des Deutschen Schulpreises im Saarland, in Holland und in der Schweiz vergeben. Den Erfahrungsschatz aus der Zusammenarbeit mit den Preisträgerschulen bringt die Stiftung auch in viele andere Projekte ein. So fördert sie mit dem Studienkolleg den schulischen Führungsnachwuchs und machte im Pilotprojekt "Schulmanagement in Bildungsregionen" von 2011 bis 2013 Schulleitungsteams fit für Führungs- und Schulentwicklungsaufgaben. Mit dem Projekt "School Turnaround - Berliner Schulen starten durch" unterstützt sie in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsbildungsverwaltung derzeit zehn Schulen in sozialen Brennpunkten. 2014 hat sie zusammen mit der Deutschen Stiftung UWC das UWC Robert Bosch College in Freiburg eröffnet, wo 200 begabte Jugendliche aus der ganzen Welt gemeinsam leben und lernen.

 

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Die Projekte zum Thema "Bildung"

"Zukunft Schule" ist ein Schwerpunkt der Robert Bosch Stiftung im Themengebiet Bildung.