Die Robert Bosch Stiftung

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Foto: Björn Hänssler 
Mit Hilfe der Robert Bosch Stiftung hat die Pflege einen intensiven Prozess der Professionalisierung durchlaufen, von dem viele Pflegebedürftige, aber auch die Beschäftigten in diesem Berufsfeld bis heute profitieren.

Pflege

Die Robert Bosch Stiftung beschäftigt sich seit 35 Jahren mit der Kranken- und Altenpflege. Mit Hilfe der Stiftung hat die Pflege einen intensiven Prozess der Professionalisierung durchlaufen, von dem viele Pflegebedürftige, aber auch die Beschäftigten in diesem Berufsfeld bis heute profitieren. Darüber hinaus ist es gelungen, die Pflege, die lange Zeit nur als Anhängsel der Medizin betrachtet wurde, als eigenständige Disziplin in Deutschland zu etablieren. Das zeigen am eindrucksvollsten die zahlreichen Studiengänge an Universitäten und Hochschulen, die auch dank der Initiative der Stiftung entstanden sind. Außerdem engagiert sich die Robert Bosch Stiftung für die Hospiz- und Palliativversorgung und griff schon früh das Thema Demenz auf. Diese wachsenden gesellschaftlichen Aufgaben trug die Stiftung erfolgreich in die Gesundheits- und Seniorenpolitik.

Die ersten Pflegeprojekte wurden im Jahr 1978 entschieden. Kurz darauf richtete die Stiftung den Schwerpunkt "Pflege" ein, der in der Folgezeit stetig erweitert wurde. Allein für Vorhaben zur Qualifizierung der Pflege wurden bis heute rund 14 Millionen Euro bewilligt.

In den 1980er und 90er Jahren förderte die Stiftung mehr als 350 Praxisprojekte, die den Alltag unzähliger Menschen nachhaltig beeinflussten. Die häusliche und ambulante Pflege wurden zeitgemäß angepasst und maßgeblich vorangebracht. Pflegekräfte und Einrichtungen gingen innovative Wege bei der Versorgung von Kindern, Behinderten, Obdachlosen, Migranten und anderen Zielgruppen mit besonderen Bedürfnissen. Neue Pflegemethoden wie die Kinästhetik, aber auch Maßnahmen zur Qualitätsmessung kamen erstmals zum Einsatz.
 

Pflege braucht Eliten – Der Weg zur Hochschulausbildung

Die Denkschrift "Pflege braucht Eliten" zur Hochschulausbildung von Lehr- und Leitungskräften 1992 beschleunigte über alle Erwartungen hinaus den flächendeckenden Aufbau akademischer Strukturen in Deutschland. Die Verfasser forderten innerhalb von fünf Jahren mindestens einen Pflegestudiengang pro Bundesland. 1995 waren es in ganz Deutschland bereits 30, im Jahr 2000 54. Die Stiftung richtete ein Stipendienprogramm ein, um Pflegekräfte aus der Praxis für die neuen akademischen Tätigkeiten zu qualifizieren. Hospitations-, Graduierten- und Postgraduiertenprogramme sorgten für wissenschaftlichen Nachwuchs und Expertise. Mit diesen Maßnahmen hat die Stiftung entscheidend dazu beigetragen, dass die Pflege ihren Platz im Kreis der wissenschaftlichen Disziplinen gefunden hat. Weitere Programme sorgten für einen intensiven Austausch zwischen Theorie und Praxis sowie die Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Alltag der Pflegeeinrichtungen.

 

  

Reform der Pflegeausbildung

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Reform und Weiterentwicklung der Pflegeausbildung. Förderpreise und -wettbewerbe sowie internationale Partnerschaften für Pflegeschulen gaben hierfür wesentliche Impulse. Die Denkschrift "Pflege neu denken – Zukunft der Pflegeausbildung" aus dem Jahr 2000 entfaltete nachhaltige Wirkung auf die Gestaltung der entsprechenden Rahmenbedingungen. Sie führte zur Novellierung des Krankenpflege- und des Altenpflegegesetzes. Zusätzlich gab sie Anregung für viele Modellprojekte in der beruflichen Ausbildung.
 

Neue Aufgaben, neue Partner, neue Berufe

2004 startete die Stiftung die Initiative "Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz". In sieben Werkstätten arbeiteten Fachleute an unterschiedlichen Aspekten der Krankheit. Die als Buchreihe veröffentlichten Ergebnisse und die rund 140 Projekte zum Thema Demenz - einschließlich des Programms "Menschen mit Demenz in der Kommune"- halfen, die Situation der Betroffenen deutlich zu verbessern. Ein wesentlicher Ansatz war dabei die Vernetzung der professionellen Pflegeeinrichtungen mit zivilgesellschaftlichen Initiativen vor Ort. Ebenfalls ab 2004 befasste sich die Stiftung mit der Palliativversorgung und ihrer Verbreitung in der stationären und ambulanten Altenpflege. Das wichtigste Instrument ist dabei die Weiterbildung der Fachkräfte. Rund 3000 Pflegerinnen und Pfleger lernten bisher auf der Grundlage eines eigens entwickelten Curriculums "Palliative Praxis".

2013 schrieb die Stiftung ein neues Förderprogramm zum interprofessionellen Lernen der Gesundheitsberufe aus und veröffentlichte die Denkschrift "Gesundheitsberufe neu denken, Gesundheitsberufe neu regeln". In dem Appell an die Politik geht es vor allem um eine bessere interdisziplinäre Kooperation der Professionen und die Ausrichtung am regionalen Bedarf. Damit thematisierte die Stiftung als erste, dass medizinische und pflegerische Aspekte in der Berufsausbildung in Zukunft besser verzahnt sein müssen.

 

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Die Projekte zum Thema "Gesundheit"

"Pflege" ist ein Schwerpunkt der Robert Bosch Stiftung im Themengebiet Gesundheit.