Die Robert Bosch Stiftung

Literaturförderung 1
Foto: Jan Zappner 
Für die Robert Bosch Stiftung ist die Literaturförderung ein Instrument zur Völkerverständigung. Fast 2.000 Autoren und Übersetzer hat sie bislang gefördert und bei der Verbreitung ihrer Werke unterstützt. 

Literaturförderung

Seit den 1980er Jahren ist Kultur für die Robert Bosch Stiftung ein zentrales Instrument zur Völkerverständigung. Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis hat die Stiftung einen der anerkanntesten Literaturpreise in Deutschland geschaffen, der wesentlich dazu beigetragen hat, deutsche Autoren, deren Werk von Migrationserfahrung geprägt ist, zu würdigen und ihren besonderen Beitrag zur deutschen Gegenwartsliteratur sichtbar zu machen. Außerdem ermöglicht die Stiftung Autoren Recherchereisen in Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Nordafrikas. Über die entstandenen Werke hat sich ein breites Publikum mit der Kultur und den Entwicklungen in diesen Ländern auseinandergesetzt.

Fast zweitausend Autoren und Übersetzer hat die Robert Bosch Stiftung bislang gefördert, ihre Werke ermöglicht und deren Verbreitung unterstützt. Viele Autoren haben nach der Förderung durch die Stiftung wichtige Preise und Auszeichnungen gewonnen. Herausragendes Beispiel ist der Literaturnobelpreis für Herta Müller, deren preisgekröntes Buch "Atemschaukel" mit Hilfe eines Grenzgängerstipendiums entstanden ist.
 

Die großen Bibliotheken

Anfang der 1980er Jahre ermöglichte die Robert Bosch Stiftung die sogenannte Polnische Bibliothek. Auf Initiative des Übersetzers Karl Dedecius wurden 50 Bände der polnischen Nationalliteratur ins Deutsche übersetzt und so der literarische Reichtum des Nachbarlandes für ein großes Publikum zugänglich gemacht. Die Bibliothek ist eine außergewöhnliche Wertschätzung der kulturellen Leistung und Geschichte des Nachbarlandes, die in der damaligen Zeit und Wahrnehmung völlig untergegangen war.

Es folgten die Tschechische Bibliothek mit 33 Bänden, die deutschen Lesern ermöglichte, die tschechische Literatur jenseits von Kafka und Kundera zu entdecken. Die Präsidenten der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland übernahmen die Schirmherrschaft für das ehrgeizige Projekt. Und schließlich die Türkische Bibliothek, die mit ihren zwanzig Bänden die Meilensteine der türkischen Literatur von 1900 bis in die Gegenwart präsentiert und in viele deutsche Schulen Eingang fand.
 

Sprachgrenzen überschreiten: Übersetzer sind das Öl im Getriebe der Weltliteratur

Übersetzer gelten als die grauen Mäuse des Literaturbetriebs. Dabei betreiben viele ihre Kunst auf hohem Niveau und sind unersetzliche Mittler zwischen zwei Kulturen. Die Stiftung unterstützt die Kunst des Übersetzens sowie Austausch und Vernetzung der Übersetzer untereinander. Jedes Jahr führt die Stiftung rund hundert Übersetzer mit aktuellen deutschen Autoren zusammen, um neue Übersetzungsprojekte anzustoßen. Mit dem Programm "Literarische Brückenbauer" richtet sich die Stiftung an professionelle Literaturübersetzer aus dem Deutschen und ins Deutsche. Mit Werkstätten und Arbeitsstipendien fördert die Stiftung diese Übersetzer.

 

  

Viele Kulturen – eine Sprache: der Adelbert-von-Chamisso-Preis

Seit 1985 vergibt die Robert Bosch Stiftung einen Literaturpreis an deutsch schreibende Autoren nicht deutscher Muttersprache: den Adelbert-von-Chamisso-Preis. Er ist im deutschsprachigen Raum einzigartig und geht auf eine Idee des Romanisten und Linguisten Harald Weinrich zurück. Der besondere Charakter der "Chamisso-Literatur" liegt im Kultur- und Sprachwechsel der Autoren. Teilweise bieten sie tiefe Einblicke in die Kultur ihrer Herkunftsländer, teilweise aber auch überraschende Einblicke in die gesellschaftliche Realität in Deutschland. In jedem Fall bemerkenswert ist ihr sensibler Umgang mit der deutschen Sprache.

Die jährliche Verleihung des Adelbert-von-Chamisso-Preises, die 2014 zum dreißigsten Mal stattfindet, verschafft diesen herausragenden Beiträgen zur deutschen Literatur die verdiente Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Zusätzlich geben die Preisträger auf Veranstaltungen und Lesungen auch an Schulen Einblicke in ihre Arbeit und ihre Lebensgeschichte. Insgesamt 68 Schriftsteller aus über zwanzig Herkunftsländern haben den Adelbert-von-Chamisso-Preis bislang erhalten, darunter bekannte Autoren wie Feridun Zaimoglu, György Dalos, Yoko Tawada, Terézia Mora, Ilija Trojanow und José F. A. Oliver.
 

Grenzgänger: Autoren recherchieren vor Ort

Mit Stipendien ermöglicht die Robert Bosch Stiftung bekannten Autoren und Debütanten Recherchereisen in Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Nordafrikas. So fördert die Stiftung die literarische Auseinandersetzung mit Ländern, die eher selten Gegenstand künstlerischer Werke sind.
Die "Grenzgänger" waren bereits in 37 Ländern unterwegs. Entstanden sind mehr als 110 Veröffentlichungen, für die die "Grenzgänger" zahlreiche Preise erhalten haben. Dazu gehören der Deutsche Buchpreis 2013 für Terézia Mora, der Schweizer Buchpreis 2010 für Melinda Nadj Abonji und der Nobelpreis für Literatur 2009 für Herta Müller.

 

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Die Projekte zum Thema "Kultur"

Die Förderung von Literatur ist ein Beispiel dafür, wie die Robert Bosch Stiftung Kultur unterstützt.