Die Robert Bosch Stiftung

Forschung auf Spitzenniveau
Foto: Björn Hänssler 
Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) gilt als größte wissenschaftliche Forschungseinheit der klinischen Pharmakologie in Deutschland.

Forschung auf Spitzenniveau

Zwei renommierte wissenschaftliche Institute mit Sitz in Stuttgart gehören zur Robert Bosch Stiftung: das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie und das Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung. Beide arbeiten international an der Spitze ihrer jeweiligen Fachgebiete. Und beide haben ihre Wurzeln in Stifterinitiativen der Familie Bosch.
 

Forschende Köpfe mit internationalem Renomee

Das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) gilt als größte wissenschaftliche Forschungseinheit der klinischen Pharmakologie in Deutschland. Es ist eines der führenden Forschungsinstitute für Pharmakogenomik und personalisierte Medizin. Die IKP-Gründung geht auf eine Spende der ältesten Tochter von Robert Bosch zurück, die damit die Idee ihres Vaters aufgriff, am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) ein Forschungsinstitut einzurichten.

Ende 1973 startete das IKP mit vier Angestellten. Heute arbeiten am Institut  rund 65 wissenschaftliche Mitarbeiter, über 30 Doktoranden und Masterstudenten in unterschiedlichen Forschergruppen um die Arzneimitteltherapie für die Patienten grundlegend zu verbessern. Auch Ärzte und Wissenschaftler des Robert-Bosch-Krankenhauses bearbeiten Forschungsthemen am IKP. Institutsleiter Professor Matthias Schwab gehört europaweit zu den renomiertesten Vertretern seiner Disziplin. Wie das europäische Fachmagazin "Lab Times" herausfand, gilt er mit über viertausend Zitaten in den Jahren 2005 bis 2011 als meistzitierter deutscher Forscher im Bereich Pharmakologie und Pharmazie. Dass solch eine herausragende Platzierung von einem außeruniversitären Institut erreicht wurde, spricht für die hohe Reputation, die das IKP im internationalen Wettbewerb genießt. Ihr Know-how geben die Wissenschaftler an den Nachwuchs weiter. Der Leiter des Instituts ist gleichzeitg Lehrstuhlinhaber für Klinische Pharmakologie an der Universität Tübingen und damit für die Ausbildung der Medizinstudenten im Fach Arzneimitteltherapie verantwortlich. Die Mitarbeiter des IKP betreuen zudem viele ausländische Stipendiaten, Gastwissenschaftler und Doktoranden, die am IKP arbeiten. Diese internationale Zusammenarbeit bildet das wesentliche Fundament des Instituts.

 

  

Das große Forschungsthema am IKP ist die "Personalisierte Medizin". Bis zum Jahr 2020, so schätzen die Experten, könnte sie Realität sein. Ärzte würden dann das geeignete Medikament passend zu den individuellen Voraussetzungen eines Patienten verabreichen und somit Nebenwirkungen auschließen. Für einzelne Erkrankungen wie zum Beispiel Brustkrebs konnten die Wissenschaftler bereits nachweisen, warum ein bestimmtes Medikament aufgrund des Stoffwechsels bei Patienten unterschiedlich wirkt. Aktuell befassen sie sich mit der Brustkrebstherapie bei besonders agressiven Formen dieser Tumorerkrankung sowie dem Nierenkrebs und möglichen neuen Therapieoptionen.
 

Gedächtnis der Medizin

Das 1980 gegründete Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM) ist das einzige außeruniversitäre medizinhistorische Forschungsinstitut in Deutschland. Sein Ursprung ist eine medizinhistorische Forschungsstelle am RBK, die aufgrund des Interesses von Robert Bosch an der Geschichte des Gesundheitswesens und der Homöopathie eingerichtet worden war. Heute schätzen Ärzteorganisationen, Museen und Forschungseinrichtungen in aller Welt den hohen wissenschaftlichen Standard des IGM. So ist der Institutsleiter Prof. Dr. Robert Jütte u. a. Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer und Sprecher des Dialogforums Pluralismus in der Medizin.

Das IGM ist außerdem eine Art institutionelles Gedächtnis der Homöopathie. In seinen Archiven lagern Schriften und Bilder, Dokumente und Akten, darunter zahlreiche Patientenbriefe und Krankenjournale. Hier wird  der wertvolle Nachlass von Samuel Hahnemann sowie wichtiger Schüler und Nachfolger aufbewahrt. Auch das Archiv der Internationalen Liga homöopathischer Ärzte (LMHI) und des European Committee for Homeopathy (ECH) wurde dem IGM anvertraut. Die international bedeutsame Forschungsbibliothek umfasst mehr als 50.000 Bände. Das IGM ist zudem durch Wanderausstellungen weltweit präsent.

Im Forschungsgebiet "Sozialgeschichte der Medizin" liegt der Fokus auf der Patientenperspektive. Fragen des modernen Gesundheitswesens, lassen sich oft besser beantworten, wenn man die Sichtweise der Patienten miteinbezieht. So untersuchen die Historiker um Professor Robert Jütte beispielsweise die Gesundheitsprobleme von Migranten oder das Verhältnis von Männern zur eigenen Gesundheit. Dass diese Themen gesellschaftlich relevant sind, beweist das große Medienecho, dass die Publikationen des IGM regelmäßig auch außerhalb der Fachwelt hervorrufen.

 

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Die Projekte zum Thema "Wissenschaft"

Die Förderung von Forschung ist ein Beispiel dafür, wie die Robert Bosch Stiftung die Wissenschaft unterstützt.