Die Robert Bosch Stiftung

Frauen in der Wissenschaft 1
Foto: Bernd Roselieb 
Hochschulen und Forschungseinrichtungen wünschen sich seit Jahren mehr Frauen in Führungspositionen. Daher engagiert sich die Robert Bosch Stiftung seit 2005 für die Förderung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb.

Frauen in der Wissenschaft

Frauen fehlen nicht nur in den Führungsetagen großer Unternehmen. Auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen beklagen seit Jahren zu wenige Frauen an ihren Spitzen. Daher engagiert sich die Robert Bosch Stiftung seit dem Jahr 2005 für die Förderung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb. Sie unterstützt hochqualifizierte Forscherinnen auf ihrem Weg in Führungspositionen, und sie hat eine einmalige Datenbasis aufgebaut, die es ermöglicht, Top-Wissenschaftlerinnen für die Besetzung von Leitungsfunktionen und wichtigen Gremien zu identifizieren. Mit dieser Arbeit leistet die Robert Bosch Stiftung einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Frauen in der Wissenschaft. In Wissenschaftskreisen wird diese Arbeit der Stiftung hoch geschätzt – nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa.

Hintergrund für die Förderung sind konkrete Empfehlungen der Expertenkommission "Familie und demographischer Wandel", die die Robert Bosch Stiftung 2004 unter Vorsitz von Professor Kurt Biedenkopf einberief. Angesichts einer schrumpfenden Gesellschaft sprach sich die Kommission für eine aktive Familienförderung aus, die auch Zielgruppen wie hochqualifizierte Frauen für den Arbeitsmarkt erschließen sollte. Hinzu kommt das übergeordnete Ziel der Stiftung, den Forschungsstandort Deutschland und Europa zu stärken. Dazu gilt es generell, die besten Köpfe für die Wissenschaft zu gewinnen. Gerade bei Frauen gelingt dies jedoch bisher nicht ausreichend. Beim Wettlauf um Professorenposten bleiben Frauen oft auf der Strecke. In den Spitzenpositionen von Universitäten und Forschungseinrichtungen sind Frauen bis heute unterrepräsentiert, 2012 lag ihr Anteil bei gerade 15%. Und auch in einflussreichen Gremien in der Wissenschaft sind Frauen häufig nicht ausreichend vertreten. Dabei mangelt es nicht an hochqualifizierten Frauen. Das belegt die steigende Zahl der sehr guten Uni-Absolventinnen und Post-Doktorandinnen. Frauen haben jedoch oft nicht die Netzwerke und die notwendige Unterstützung, um sich im Wettbewerb um Führungspositionen durchzusetzen.
 

Mit "Fast Track" auf Erfolgskurs

Das Programm Fast Track bietet jedes Jahr 20 ausgewählten jungen Wissenschaftlerinnen Fortbildungen, die sie auf künftige Führungsaufgaben vorbereiten. In mehrtägigen Seminaren üben sie Selbstpräsentation, Mitarbeiterführung, Verhandeln und Durchsetzen sowie den professionellen Umgang mit Medien. Hinzu kommen persönliche Coachings und Treffen mit renommierten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. So entsteht über das Programm ein Netzwerk von Kontakten, die für die weitere Karriere von großem Wert sein können. Bis heute haben 140 Wissenschaftlerinnen an Fast Track teilgenommen. Der Erfolg des Programms spricht sich herum. Die Zahl der Bewerberinnen steigt von Jahr zu Jahr.

 

  

Online-Portal macht hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen sichtbar

Seit 2010 wird Fast Track durch das Recherche-Portal AcademiaNet ergänzt. Damit hilft die Stiftung hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen sichtbar zu machen, vor allem im Hinblick auf die Besetzung von Führungspositionen und einflussreichen Gremien in der Wissenschaft. Die Datenbank bietet einen kostenlosen Zugang zu den Profilen von aktuell mehr als 1.500 herausragenden Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen aus Deutschland und Europa. Der Service erleichtert es Entscheidungsträgern, bei der Besetzung von Stellen oder Gremien gute, passend qualifizierte Frauen zu finden. Die Ausrede "Wir hätten ja gerne eine Frau genommen, aber wir konnten keine qualifizierte Kandidatin finden" gilt damit in den meisten Fällen nicht mehr. Im November 2010 startete Bundeskanzlerin Angela Merkel das AcademiaNet- Portal indem sie selbst den Startknopf drückte.

Die hohe Qualifikation der Wissenschaftlerinnen, deren Profile bei Academia-Net eingestellt sind, ist durch das besondere Aufnahmeverfahren gesichert. Kandidatinnen können ihr Profil nicht selbst hochladen, sondern sie müssen von einer der Top-Wissenschaftsorganisationen Europas benannt werden. 37 namhafte Partnerorganisationen haben sich bis heute dem Projekt angeschlossen. Sie benennen anhand strenger, gemeinsam definierter Auswahlkriterien geeignete Wissenschaftlerinnen für AcademiaNet. Zu den Partnerorganisationen des Projekts gehören unter anderen die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Max Planck Gesellschaft, der European Research Council (ERC) und die Royal Society of Edinburgh.

Auch in den Medien ist AcademiaNet ein großer Erfolg. Der renommierte Spektrum Verlag ist als Partner für die Betreuung der Webseite und die redaktionelle Pflege des Portals dabei. Hinzu kommt eine Kooperation mit Nature für die englischsprachige Ausgabe der Webseite.

Was als Online-Portal startete, findet inzwischen immer häufiger offline eine Fortsetzung. Die AcademiaNet Veranstaltungen ermöglichen persönlichen Austausch, erhöhen die Bekanntheit und schaffen Anerkennung.

 

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Die Projekte zum Thema "Wissenschaft"

"Frauen in der Wissenschaft" ist ein Schwerpunkt der Robert Bosch Stiftung im Fördergebiet Wissenschaft.