Die Robert Bosch Stiftung

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Foto: Michael Fuchs 
Der 28. Jahrgang des Stipendienprogramms für amerikanischen Führungsnachwuchs besucht die Robert Bosch Stiftung im September 2011. Bisher haben 500 Bosch-Fellows teilgenommen und neun Monate in Wirtschaft, Politik, Medien und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen mitgearbeitet.

Die Bosch-Fellows

Seit dreißig Jahren holt die Robert Bosch Stiftung die Bosch-Fellows nach Deutschland: amerikanische Nachwuchsführungskräfte, die auf Einladung der Stiftung für neun Monate in Wirtschaft, Politik, Medien und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen mitarbeiten. Anders als bei einem Austauschprogramm, konzentriert sich alles auf die Zeit, in der die hochqualifizierten Amerikaner Deutschland und Europa intensiv kennenlernen. Durch diese Erfahrung werden sie zu Botschaftern Deutschlands. Fünfhundert Stipendiaten haben bis heute an dem Programm teilgenommen. Viele von ihnen haben inzwischen in ihrer Heimat Karriere gemacht und besetzen einflussreiche Positionen. Sie bilden so ein Netzwerk von Deutschlandkennern und -freunden, dessen Wert für die deutsch-amerikanischen Beziehungen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Das "Stipendienprogramm für amerikanischen Führungsnachwuchs" wurde 1984 ins Leben gerufen. Angesichts einer zunehmend anti-amerikanischen Stimmung in Deutschland – ausgelöst durch den NATO-Doppelbeschluss - entschied sich die Stiftung, den Austausch mit Amerikanern zu fördern und dazu beizutragen, die transatlantischen Beziehungen wieder zu verbessern und zu stärken. Dabei hat sich das Bosch-Fellowship Programm als ein Königsweg herausgestellt.
 

Langzeiteffekte im Beruf wie im Privaten

Das Stipendienprogramm ist in seinem Umfang und seiner inhaltlichen Breite in den USA und in Deutschland bis heute einzigartig. Die Stipendiaten eines Jahrgangs tauchen komplett in die deutsche Arbeits- und Lebenswelt ein: Sie lernen Deutschland und Europa über die Arbeitsstationen in ihren jeweiligen Berufsfeldern kennen und nehmen an mehrwöchigen Intensivseminaren teil. Sie knüpfen in ihrem Fachgebiet berufliche Netzwerke und nehmen diese Kontakte mit zurück in die USA. Dadurch hat das Programm eine starke Bindungswirkung entfaltet. Den Aufenthalt in Deutschland bezeichnen viele Ehemalige nicht nur als persönlich prägend bzw. "life-changing", der Langzeiteffekt zeigt sich vor allem darin, dass sie später überwiegend in Positionen tätig sind, in denen sie regelmäßig mit Deutschland zusammenarbeiten.
 

Einflussreiche Positionen im transatlantischen Verhältnis

Inzwischen haben dreißig Jahrgänge von Bosch-Fellows einen solchen Arbeits- und Weiterbildungsaufenthalt in Deutschland verbracht. Viele von ihnen besetzen heute einflussreiche Positionen in der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft und bilden ein wachsendes Netzwerk der transatlantischen Beziehungen. Damit hat die Robert Bosch Stiftung eine international bekannte Marke geschaffen. Persönlichkeiten wie Denis McDonough, Stabschef im Weißen Haus, oder Claudia Abendroth, Direktorin für Strategie und Planung im US State Department, sowie hochrangige Manager, Professoren, Juristen und Medienvertreter sorgen dafür, dass die transatlantischen Beziehungen von Menschen geprägt werden, die Deutschland aus eigener Erfahrung kennen.
 

Impulse aus einem starken Alumni-Netzwerk

Die "Robert Bosch Foundation Alumni Association" trägt einen großen Teil dazu bei, dass das Netzwerk aus Deutschlandkennern auch nach der Rückkehr in die USA lebendig bleibt. Gegründet vom ersten Jahrgang der Bosch-Fellows gehören dem Alumniverein RBFAA inzwischen fünfhundert Multiplika-toren der transatlantischen Freundschaft an. Die Mitglieder organisieren Regionalveranstaltungen und Jahrestreffen und veranstalten Panels zu transatlantischen Themen. Und sie erarbeiten Vorschläge, wie das Stipendienprogramm stetig verbessert werden kann.
 
Ergänzend zum Stipendienprogramm hat die Stiftung weitere deutsch-amerikanische Initiativen entwickelt. Dazu zählt beispielsweise das gemeinsam von German Marshall Fund of the United States und Robert Bosch Stiftung durchgeführte Projekt "Congress-Bundestag Forum", auf dem deutsche und amerikanische Parlamentarier über aktuelle Themen diskutieren und so den transatlantischen Dialog weiter ausbauen. Der "Runde Tisch USA", ein Verbund deutscher Stiftungen und Mittlerorganisationen, zur Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen, bringt auf Studienreisen und Tagungen zu gesellschaftspolitischen Themen ehemalige Stipendiaten oder Preisträger aus Deutschland und den USA zusammen, darunter auch Bosch-Fellows, und stärkt so die Langzeitwirkung deutsch-amerikanischer Austauschprogramme.

 

 


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Die Projekte zum Thema "Völkerverständigung"

Das Stipendienprogramm für amerikanischen Führungsnachwuchs ist ein Beispiel dafür, wie die Robert Bosch Stiftung Völkerverständigung fördert.