Pressemeldungen 2014
Pressemitteilung

UWC Robert Bosch College - Zuschuss für Sanierung der Kartaus

  • Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer übergibt der Robert Bosch Stiftung Zuschussbescheid für Sanierung der Kartaus

Freiburg, 8. Januar 2014 - Einen Förderbescheid in Höhe von 538.450 Euro übergab Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer heute vor der Kartaus der Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Dr. Ingrid Hamm. Der Zuschuss deckt die Hälfte der förderfähigen Mehrausgaben, die bei der laufenden aufwändigen Sanierung der Kartaus für die denkmalpflegerischen Mehraufwendungen für besondere Restaurierungsarbeiten anfallen.

Die Geschäftsführerin Dr. Ingrid Hamm, die aus Stuttgart angereist war, nahm den Förderbescheid erfreut entgegen: "Mit der Kartaus haben wir einen wunderbaren Ort für das UWC Robert Bosch College gefunden, der die Lernatmosphäre an der internationalen Schule prägen wird. Wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn junge Menschen aus der ganzen Welt die denkmalgeschützte und vorbildlich sanierte Anlage mit neuem Leben füllen werden."

Bärbel Schäfer hob die gute Zusammenarbeit von Stiftung, Stadt Freiburg und Denkmalpflege hervor: "Die Projektvorbereitung war geprägt von einer engen und guten Abstimmung aller Beteiligten. Das von Ihnen beauftragte Architekturbüro war ein hervorragendes Verbindungsglied, was auch unsere Denkmalpflegespezialisten bestätigen. Dass Sie es verstehen, Neues zu schaffen und das städtebauliche Kunststück vollbringen, es in eine spannende Beziehung zum Alten zu setzen, hat Freiburg überzeugt."

Außerdem sei es gelungen, im engen Miteinander nicht nur den Anforderungen der Denkmalpflege zu entsprechen; das Gesamtprojekt habe eine zügige Änderung des Flächennutzungsplanes benötigt, die das Regierungspräsidium dank des guten Zusammenwirkens mit den Trägern öffentlicher Belange habe genehmigen können.

Die Regierungspräsidentin erinnerte daran, dass vor genau einem Jahr hinter der Kartaus die Befunde der archäologischen Grabung Gegenstand eines Pressetermins gewesen seien. Schon damals habe sich die Stiftung außerordentlich engagiert und selbst Geld in die Hand genommen, um den Bestand zu erschließen und zu dokumentieren. Die staatliche Denkmalpflege könne daher insgesamt sehr froh sein, mit einem solch kooperativen Partner zusammen zu arbeiten.

Dr. Dagmar Zimdars, im Regierungspräsidium Freiburg Leiterin des Bereiches "Bau- und Kunstdenkmalpflege", begründete die relativ hohe Zuschusssumme. Man habe seitens der Denkmalbehörden Wert gelegt auf die Dokumentation, den Erhalt, die Reparatur sowie die schonende Fortschreibung des historischen Bestandes gefordert. Die gelte insbesondere in Blick auf die Erhaltung der Grundrisse und des konstruktiven Gefüges, für die Putz- und Farbfassungen innen und außen sowie für die Erhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten z. B. von Gesimsen, Sockeln, Treppen etc. "Der Zuschuss ist zwar relativ hoch, deckt den denkmalpflegerischen Mehraufwand aber lediglich zur Hälfte", so Dr. Dagmar Zimdars.

Zur Kartaus
Das Mitte des 14. Jahrhunderts gestiftete Kartäuserkloster war in der Hand der Heiliggeiststiftung Freiburg. Der Kernbauten der Kartaus lagen seit 2009 im Dornröschenschlaf. Die Robert Bosch Stiftung erwarb das Anwesen mit dem Ziel, das UWC Robert Bosch College aufzubauen, 2011 erfolgte der symbolische Spatenstich. Hierzu ist der Umbau der Kartause mit den Pförtnerhäuschen, der Neubau eines Auditoriums und der Mensa sowie von Neubauten für Schüler- und Lehrerwohnungen nötig. Die Kartaus und ihre Nachfolgebauten sind als Sachgesamtheit ein Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes. Seit 1984 ist die Anlage im Denkmalbuch eingetragen und genießt daher besonderen Schutz

Zur Förderung
Die Fördersumme entspricht 50 % der förderfähigen Gesamtausgaben von rund 1.077.090 Euro für die Sanierungsarbeiten. Der Förderbetrag ist außergewöhnlich hoch und für Freiburg nur vergleichbar mit Zuschüssen für das Münster von rund 800.000 Euro bzw. die Luckner-Schule von rund 240.000 Euro für das Programmjahr 2013. Dem Regierungsbezirk Freiburg standen für das vergangene Jahr insgesamt rund 4,35 Mio. Euro für 92 Projekte zur Verfügung, d. h. rund 12 % des Gesamtbudgets gehen in die Kartause.

Zum UWC Robert Bosch College
Das UWC Robert Bosch College in Freiburg ist das 13. UWC weltweit und das erste seiner Art in Deutschland. Ab dem kommenden Schuljahr werden an dem Oberstufeninternat Schüler aus über siebzig Nationen gemeinsam leben und lernen. Jeder vierte Schüler wird aus Deutschland kommen. Den United World Colleges liegt ein weltweit einzigartiges Schulkonzept zugrunde: Junge Menschen aus aller Welt und allen sozialen Schichten leben und lernen gemeinsam zwei Jahre lang an dieser Schule. Sie werden unabhängig vom Einkommen der Eltern aufgrund ihrer Begabung, Persönlichkeit und Motivation ausgewählt und erhalten bei Bedarf Stipendien.

Wie an den bereits bestehenden zwölf UWCs in Europa, Asien, Afrika und Amerika werden sich die Schüler am UWC Robert Bosch College mit zentralen Themen der Menschheit auseinandersetzen: mit Völkerverständigung, Frieden und nachhaltiger Entwicklung. Das UWC Robert Bosch College setzt einen besonderen Schwerpunkt auf Umweltthemen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Technik zu nachhaltiger ökologischer Entwicklung und Frieden beitragen kann.

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Kontakt

Julia Rommel
Telefon 0711 46084-750