Grenzgänger

René Harder:

1971 in Konstanz am Bodensee geboren und aufgewachsen. Studien in Regie, Schauspiel und angewandten Theaterwissenschaften. Seit 1999 freischaffend an Theatern in Hamburg, Görlitz, Leipzig, Konstanz und Bonn, sowie für Film und Fernsehen (ZDF/NRD/arte) als Regisseur, Autor und Schauspieler. Lebt in Hamburg und ist Vater von 4 Kindern. Seit 2008 Professor für Schauspiel und Leiter des Fachgebiets Schauspiel an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn. Harder realisierte diverse Kurzfilme (Regie und Drehbuch). 2006 Kino-Dokumentarfilm „Herr Pilipenko und sein U-Boot“, in Ko-Regie zusammen mit Jan Hinrik Drevs. „Herr Pilipenko und sein U-Boot“ wurde in Yamagata (Japan) mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und in Cleveland (USA) als „Best Documentary“. 2007-2012 Recherche und Dreharbeiten zum Film „Die Hüter der Tundra“, der schließlich 2013 auf dem Filmfestival von Locarno aufgeführt wurde.
Die Hüter der Tundra

Nördlich des Polarkreises liegt das letzte Dorf samischer Rentierzüchter in Russland. Jedes Jahr versammeln sie sich hier zum „Fest der Hirten“ und zu spektakulären Rentierschlitten-Rennen. Doch ihre Weidegründe in der Tundra sind von der Exploration internationaler Rohstoffkonzerne bedroht. Das Dorf soll geräumt werden. Sascha, die 30-jährige Abgeordnete des neugegründeten Parlaments der Samen, will ihr Dorf retten.

Dauer: 85 Min.
Buch & Regie: René Harder
Kamera: Dan Jåma, René Harder
Ton: Rune Hansen, Gus Al Sabri, Nathan Berry, Igor Tjoschylew
Musik: Martin Tingvall, Michael Klaukien, Andreas Lonardoni
Schnitt: Anika Simon
Produktion: Lichtblick Film in Koproduktion mit Relation04 Media
Originalsprachen: Russisch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Erstaufführung: 11.08.2013, Semaine de la critique Festival del film Locarno
Kinostart Deutschland: 22.01.2015

Bildergalerie

„Es war nicht nur von der Reise her schwer, Zugang zu meinen Filmhelden zu finden. Die Abgeschiedenheit war leichter zu überwinden – im Sommer mit dem Hubschrauber, im Winter in bis zu 24 Stunden dauernden Schneemobilfahrten – als die kulturellen Missverständnisse. Obwohl persönlich sehr schöne Kontakte bestanden, fragte ich über Jahre vergeblich an, mit einer Brigade der Hirten durch die Tundra ziehen und filmen zu dürfen. Natürlich spielte da die Angst, als arm und rückständig zu erscheinen, eine große Rolle. Viel entscheidender war aber etwas, das ich lange nicht verstehen konnte. In Zeiten, da in Casting-Shows jedweder Art schier alles getan wird, um sich ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen, kam es mir nicht in den Sinn, dass das für jemand auch die größtmögliche Strafe sein kann: Herausgehoben zu werden. Erst, als ich diese Angst begriff, konnten die Dreharbeiten beginnen“.