Gespräch im Park

Gespräch im Park extra: Das United World College in Deutschland

Stuttgart, 11. Dezember 2013 - In Freiburg entsteht aktuell das erste United World College (UWC) in Deutschland - eine Internatsschule für 200 Oberstufenschüler aus ca. 70 Nationen. Der Aufbau dieser besonderen Schule wird finanziert von der Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit der Robert Bosch GmbH. Das Land Baden Württemberg übernimmt nach der Eröffnung im Spätsommer 2014 die Hälfte der laufenden Kosten. Auch andere Förderer wie die B. Braun Melsungen AG und die Stadt Freiburg haben bereits Stipendien zugesagt. Trotzdem ist das neue UWC auf weitere Unterstützung angewiesen.

Die Robert Bosch Stiftung hatte deshalb eine besondere Veranstaltung im Bosch Haus organisiert: ein Gespräch im Park extra zum Fundraising für die künftige Schule in Freiburg.
In seiner Einleitung erläuterte Dr. Christof Bosch, was das Konzept von UWC von allen anderen Schulen unterscheidet. Durch das Zusammenleben mit Schülern aus anderen Kulturen lernen die 16- bis 18-Jährigen neben dem Stoff für das International Baccalaureate vor allem Offenheit, Toleranz und soziale Verantwortung, die besten Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben in der globalisierten Welt. In Freiburg wird zudem ein besonderer Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Umwelttechnologie liegen. Das Robert Bosch College bietet so nicht nur einmalige Bildungschancen für junge Menschen, die sonst oft keine Möglichkeit haben, ihre Gaben zu entwickeln und einzusetzen. Es ist zugleich eine Chance für das Gastgeberland und die beste Visitenkarte für eine moderne und weltoffene Nation, so Christof Bosch.

Im Anschluss diskutierte die Journalistin Susanne Offenbach mit dem künftigen Rektor der Schule, Laurence Nodder, und dem Unternehmer Prof. Dr. Ludwig Georg Braun, der dem Projekt von Beginn an eng verbunden ist. Nodder, der vor seinem Wechsel nach Freiburg 14 Jahre das UWC in Swasiland geleitet hatte, berichtete eindrucksvoll wie entscheidend die Erfahrungen im UWC während der Jahre zwischen Jugend und Erwachsensein die weitere Entwicklung der Schüler prägt. Braun betonte zudem die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. 200 begabte junge Menschen aus der ganzen Welt, die Deutschland über das UWC kennenlernen, werden entweder zu überzeugenden Botschaftern für unser Land, oder sie bleiben an deutschen Universitäten und Unternehmen. Beides ist von hohem Wert.

Neben dem offiziellen Programm fanden bei diesem Gespräch im Park zahllose Diskussionen an den Tischen statt. Acht aktuelle und ehemalige UWC-Schüler waren da um Antwort zu geben. Wie funktioniert das Zusammenleben auf den Viererzimmern eines UWC im Alltag? Wie läuft das Bewerbungsverfahren? Und: Spielen die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern wirklich keine Rolle? Niemand kann diese Fragen so gut beantworten, wie die Schüler, die es erlebt haben. Und sie waren - wieder einmal - die besten Botschafter für ihre Schulen.

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Fotos: Robert Thiele 
Prof. Dr. Joachim Rogall (re.), Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, im Gespräch mit UWC Stipendiaten.