Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie
Gesundes Alter

Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie

Hohes Alter wird im öffentlichen Diskurs häufig mit gesundheitlichen Einschränkungen, kognitiven Defiziten und Einsamkeit gleichgesetzt, obwohl bislang – weder national noch international – nur wenige empirische Untersuchungen über die tatsächliche Lebenssituation und den Gesundheitsstatus sehr alter Menschen zur Verfügung stehen. Diese negativen, von Stereotypen dominierten Altersbilder führen zu einer Fehleinschätzung der Bedarfe dieser Altersgruppe – z.B. im Hinblick auf Wohnformen und Unterstützung bei der Lebensführung.

Zentrales Ziel der von der Robert Bosch Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung zu gleichen Teilen geförderten "Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie" ist die Untersuchung der Herausforderungen, aber auch der Stärken und Potentiale, die ein Leben mit 100 Jahren kennzeichnen. Die vorliegende empirische Studie gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand und die Lebensqualität von Hundertjährigen in Deutschland. Daten zu den psychologischen Stärken und den Lebensstrategien dieser Personengruppe, ihrer Beziehung zu den (sie pflegenden) Angehörigen sowie zu ihrer tatsächlichen Einbindung in die sozialräumliche Umwelt werden vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Studie sind die Fragen nach den sozialpsychologischen Faktoren und Stärken, die den Hundertjährigen bei ihrer Alltagsbewältigung helfen. Die Hundertjährigen erzählen über ihre Alltags- und Freizeitaktivitäten, ihre Sicht auf die Zukunft sowie über ihren Umgang mit Tod und Sterben.

Mit der Veröffentlichung der Studienergebnisse wollen wir dazu beitragen, dass sich das gesellschaftlich vorherrschende Bild vom hohen Alter stärker als bisher an der empirischen Realität orientiert. Wir wünschen uns, dass die Studienergebnisse zu einer Diskussion über notwendige zukunftsorientierte Entscheidungen für hochaltrige Menschen führen und ihre Bedarfe adäquate Berücksichtigung finden.

Nach den Studien "Altersbilder von Journalisten", "Demographieorientierte Personalpolitik in der öffentlichen Verwaltung" und "Altersbilder in anderen Kulturen" erscheint die "Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie" als vierte Schrift in unserer Reihe "Alter und Demographie".

Aus der Studie "Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie“ - Leben mit 100 Jahren: Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen (S. 63-S. 65)
Daniela S. Jopp, Christoph Rott, Kathrin Boerner, Katrin Boch & Andreas Kruse (Hg.)  Zweite Heidelberger Hundertjährigen-Studie  Lesen und empfehlen

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Brigitte Stähle
Telefon  0711 46084-530