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grow.green.india

Begegnungs- und Austauschprojekt für deutsche und indische Journalisten

Deutschland und Indien verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft basierend auf diplomatischer, wirtschaftlicher, entwicklungspolitischer und kultureller Zusammenarbeit. Dennoch ist bislang kein Korrespondent eines indischen Mediums in Deutschland vertreten. Gemeinsam mit der DW Akademie, dem Trainingsinstitut der Deutschen Welle, hat die Robert Bosch Stiftung diese Thematik aufgegriffen und unterstützt indische Journalisten durch Training, Hospitation in Multimedia-Redaktionen der Deutschen Welle und selbständige Ausführung eines Recherche- und Multimediaprojektes in Deutschland. Themenschwerpunkt war der Umgang mit Nachhaltigkeit: "grow.green.india"

In einem offenen Bewerbungsverfahren wurden sechs Stipendien für berufserfahrene Journalisten im Alter zwischen 25 und 35 vergeben. Die Teilnehmer starteten im September in Bonn mit fünfzehn Trainingstagen. Zu den Workshops gehörten ein mehrtägiges interkulturelles Training und verschiedene Aspekte des Multimedia-Journalismus. Im Anschluss hatten die indischen Journalisten vier Wochen Zeit, um in Zusammenarbeit mit Redaktionen der Deutschen Welle eigenständig Projekte zu realisieren. Zum Programm dieser letzten Phase der Fellowships gehörte auch eine einwöchige Exkursion in die Bundeshauptstadt Berlin.

Unser Partner
Die Deutsche Welle (DW) Akademie fördert Medienentwicklung und Meinungsvielfalt weltweit. Sie ist das internationale Zentrum der Deutschen Welle für Medienberatung, Organisationsentwicklung und fachspezifisches Training von Journalisten, Technikern und Medienmanagern.
Multimedia Training mit Claus Hesseling (3.v.r.)
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Sarah Abraham (26) schreibt für das Lifestyle-Magazin „You & I“ in Hyderabad. Neben ihrer wöchentlichen Fußball-Kolumne berichtet sie für das Magazin über soziale Themen. Sie denkt, dass Deutschland den meisten Indern vollkommen unbekannt ist. Während ihrer Zeit in Deutschland traf sie auf die Trendsetter einer Mode, die ebenso chic wie fair und ökologisch ist. In einer Hintergrund-Reportage verglich sie außerdem die Möglichkeiten in Deutschland und Indien, Gebäude nach energiesparenden Konzepten zu errichten.
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Ruchika Chitravanshi (28) arbeitet als Wirtschaftjournalistin für den „Business Standard“ in Neu Delhi. Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit viel mit den Auswirkungen des starken wirtschaftlichen Wachstums in Indien auf die Umwelt und die Menschen. Während ihres Aufenthaltes in Deutschland steuerte sie neben einer faktenreichen Reportage zu den Perspektiven für "grünen" Tourismus in Indien die Fotos zu einem Stadtporträt der krisengeschüttelten Solarmetropole Bitterfeld-Wolfen bei. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Idrees Lone diskutierte sie schließlich Erfolge und Perspektiven nachhaltiger Landwirtschaft in Deutschland.
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Anjilee Istwal (33) ist Korrespondentin und Moderatorin beim Nachrichten-Kanal New Delhi Televison (NDTV). In Deutschland besuchte sie das Kölner "Repair Café - Dingfabrik", das Menschen durch clevere Selbsthilfe dabei unterstützt, defekte Geräte instand zu setzen, anstatt sie wegzuwerfen. Sie traf außerdem Bonner Grundschüler, die sich im Klassenzimmer zu Klimabotschaftern fortbilden.
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Ashish K Mishra (28) ist Wirtschaftsjournalist beim indischen Ableger des US-Magazins Forbes und auf Automobile und alternative Energien spezialisiert. Passend zu seinen Neigungen stellte er in einem Selbstversuch das Elektro-Carsharing-Projekt "Muliticity" in Berlin auf die Probe und analysierte die Situation der kriselnden deutschen und internationalen Solarindustrie. Eindrücke vom Niedergang der Branche hielt er in Bitterfeld-Wolfen im so genannten "Solar Valley" fest.
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Charu Kartikeya (27) ist Moderator und politischer Journalist beim indischen Parlamentskanal "Lok Sabha Television" in Neu Delhi. Seine Recherchen drehten sich um die Geschichte der deutschen Anti-Atom-Bewegung und die Rolle der grünen Partei im Zusammenhang mit der so genannten "Energiewende". In Berlin führte er ein ausführliches Interview mit der atompolitischen Sprecherin der Grünen, der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl.
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Idrees Lone (31) arbeitet als freier Print- und TV-Journalist in Srinagar in der indischen Krisenregion Kashmir - zugleich eine der naturreichsten und grünsten Gebiete des Subkontinents. Er ging - gemeinsam mit Ruchika Chitravanshi - der Frage nach, ob Biolandwirtschaft nach deutschem Konzept beim indischen Verbraucher eine Chance hätte und untersuchte die Möglichkeiten des indischen Tourismussektors, seine Entwicklung nachhaltig zu gestalten.