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Der schiefe Turm von Pisa

Bietet unser Schulsystem genug Raum für die künstlerisch-kreative Förderung von Kindern?

Stuttgart, 9. April 2013 - Welche Bedeutung haben musische Fächer für die intellektuelle Entwicklung von Kindern? Geht ein "Mehr" an Kreativitätsförderung nur zu Lasten der harten Unterrichtsfächer? Das waren zentrale Fragen, mit denen sich Künstler, Pädagogen, sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik beim Symposium "Der schiefe Turm von Pisa" am 8. April 2013 in Stuttgart beschäftigten.

Kulturelle und musisch-ästhetische Praxis ist ein wichtiger Bestandteil von Bildung und dient der Persönlichkeitsentwicklung. Doch in den Lehrplänen vieler Schulen dominieren die "harten" Fächer mit klar messbaren Lernerfolgen. "Weiche", musische Fächer wurden durch Reformen in Folge der Pisa-Studie noch mehr zu Nebenfächern - und damit zu Randerscheinungen im Schulalltag.

Kinder sollten weinen, wenn Ferien sind

Professor Dr. Gerald Hüther, einer der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands, ging in seiner Keynote der Frage nach, was Menschen brauchen, um ihre Potenziale zu entfalten. Seiner Überzeugung nach schlummert in jedem Kind eine Hochbegabung, die erkannt und geweckt werden sollte. "Kinder dürfen nicht unter Zwang lernen. Wir müssen ihnen in der Schule Rahmenbedingungen schaffen, dass sie weinen, wenn die Ferien vor der Tür stehen", so Hüther.

Weniger in Strukturen und mehr vom Bildungserfolg her denken


Wie diese Rahmenbedingungen aussehen könnten, darüber diskutierten auf dem Podium Andreas Stoch, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, Professor Klaus Zehelein, Präsident der Bayerischen Theaterakademie, der Unternehmer Professor Dr. Ludwig Georg Braun und Markus Stenz, Generalmusikdirektor der Stadt Köln. Kultusminister Stoch betonte abschließend, dass im Interesse des Landes und der Kinder die reine Verzweckung zurückgefahren werden müsse: "Wir sollten weniger in Strukturen und mehr vom Bildungserfolg her denken."

Das Symposium fand statt anlässlich des 70. Geburtstags des Kuratoriumsvorsitzenden der Robert Bosch Stiftung, Dr. Kurt W. Liedtke.

Bildergalerie

Fotos: Robert Thiele
Professor Dr. Gerald Hüther aus Göttingen sprach die Keynote "Jedes Kind ist hochbegabt - Neuobiologische Rückenstärkung für Potenzialentfalter"
Auf dem Podium diskutierten unter anderen Professor Dr. Gerald Hüther, Markus Stenz, Tina Mendelsohn moderierte
Das Symposium "Der schiefe Turm von Pisa" fand im Vortragssaal der Staatsgalerie Stuttgart statt
Professor Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Kuratoriumsmitglied der Robert Bosch Stiftung
v.l.: Christine Stoch, Kultusminister Andreas Stoch, Dr. Ingrid Hamm, Professor Dr. Gerald Hüther, Gerlinde Liedtke, Dr. Kurt W. Liedtke, Jutta Bosch, Dr. Christof Bosch
Professor Klaus Zehelein
Andreas Stoch, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, und Professor Klaus Zehelein
v.l.: S.E. Botschafter Maurice Jacques Jean-Marie Gourdault-Montagne, Professor Dr.-Ing. Hermann Scholl, Professor Dr. Joachim Rogall, Franz Fehrenbach, Gaby Fehrenbach und Ilona Braun
Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung
Das festliche Abendessen zum 70. Geburtstag des Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Kurt W. Liedtke fand in der Säulenhalle der Alten Staatsgalerie Stuttgart statt
Die Tänzerin Sara Angius bereicherte den Abend mit dem Stück "Star-Watchers"
Das Artis Gitarrenduo: Julia Hechler und Christian Zielinski
Jutta Bosch, Dr. Kurt W. Liedtke, Gerlinde Liedtke