Pressemeldungen 2013
Pressemitteilung

Spurensuche - Stipendien zur Aufarbeitung des totalitären Erbes in Serbien

Das Spurensuche-Stipendium unterstützt Publizisten und Wissenschaftler aus Ländern Südosteuropas bei der Aufarbeitung und Darstellung früherer Diktaturen ihrer Heimatländer. Es wird vergeben von der Robert Bosch Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Berlin und Herta Müller. Die entstehenden Buchprojekte, Dokumentarfilme oder Rundfunkbeiträge sollen ermöglichen, andere als die jeweiligen nationalen Geschichtsdarstellungen dieser Zeiten zu schaffen.

Mit Arbeitsstipendien in Höhe von 6.000 EUR bzw. 12.000 EUR werden im kommenden Jahr Projekte zur Aufarbeitung des totalitären Erbes in Serbien gefördert. Bewerbungsfrist ist der 30. November 2013. In den Vorjahren wurden Spurensuche-Stipendien in Rumänien (2012) und Bulgarien (2013) vergeben, 2015 folgt eine Projektförderung in Kroatien.

Eine Jury unter dem Vorsitz von Herta Müller entscheidet über die Vergabe der Stipendien. Neben der Literatur-Nobelpreisträgerin gehören dem Gremium deutsche Experten sowie Persönlichkeiten des betreffenden Landes an.

Herta Müller selbst stammt aus Rumänien. 1987 floh sie vor dem Ceaușescu-Regime nach Deutschland. "Privat Feigheit bis zur Selbstzerstörung, staatlich Kontrolle bis zur Zerrüttung des Individuums. Es ist vielleicht die kürzeste Form, die Tage in der Diktatur zu beschreiben", sagte sie in ihrer Tischrede zum Nobelpreisbankett über ihr Leben in der Diktatur.

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Julia Rommel
Telefon 0711 46084-750