Grenzgänger

Gregor Eppinger:

Gregor Eppinger, geboren in Frankfurt am Main, studierte in Berlin Literaturwissenschaft und war zuerst als Drehbuchlektor tätig. Seit 2008 arbeitet er als freier Autor für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Film „Die Koffer des Herrn Spalek“ von 2012 war sein erster Kinodokumentarfilm, der auf verschiedenen internationalen Filmfestivals zu sehen war. Er lebt und arbeitet in Berlin. „Zugperlen“ wurde im November 2013 mit dem 20. CineRail Grand Prix, dem Publikumspreis auf dem Szczecin European Film Festival 2014 und dem Preis für den besten Dokumentarfilm auf dem Diessener Kurzfilmfestival ausgezeichnet. Außerdem ist der Film für den Award Europe: Unlimited 2014 in Berlin nominiert.
Zugperlen

Freitagabend, Bahnhof Berlin. In den Zug nach Polen drängen Putzfrauen und Haushalthilfen, auf dem Weg nach Hause. Es ist eine Reise zwischen zwei Welten. Von anonymen Putzkräften werden sie plötzlich zu selbstbewussten Frauen, Hauptverdienerinnen der Familie. Sie sind nicht zuhause, nicht bei der Arbeit, sondern unter sich. Nirgends wird offener und intimer gesprochen, als mit einem Glas Sekt auf einer langen Fahrt durch Vorpommern.

Regie: Gregor Eppinger
Kamera: Christiane Schmidt, Smina Bluth
Produktion: Elisabeth und Gregor Eppinger
Produktionsassistenz: Alicja Pahl
Co-Produktion: Eva Simon, Alicja Pahl
Ton: Johannes Peters
Tonmischung: Sven Jensen Brakelmann
Schnitt: Marius Wawer, Eva Simon
Musik: Sascha Schmitt, Jana Nitsch
Farbkorrektur: Marius Wawer
Übersetzung: Agata Tuzimek
Untertitel: Elisabeth Eppinger, Marius Wawer, Claire Whitner

Bildergalerie

„Der Film wirft für mich einen Blick ins Treppenhaus der globalisierten Welt. Die Zugfahrt funktioniert sowohl als dramaturgischer Rahmen als auch als Metapher für ein Leben zwischen zwei Welten. Wir wollten Migration als Prozess zeigen, der sich wöchentlich wiederholt, und keinen Zielpunkt erreicht. Unser Ziel war es, aus den Gesprächen und Interaktionen im Zug eine Essenz zu destillieren, was Migration bedeuten kann: Entwurzelung, Erosion althergebrachter Zusammenhänge, familiäre Tragödien. Aber eben auch: Die Chance zu einer neuen Identität, Aufbruch, persönliche Entwicklung. Der Zug ist ein Ort des Dazwischen: Man ist nicht bei der Arbeit, man ist nicht bei der Familie. Die Frauen treffen sich nur im Zug, sonst nirgends“.