Grenzgänger

Matthias Göritz:

Matthias Göritz, 1969 geboren, ist Lyriker, Übersetzer und Romancier und lebt in Frankfurt am Main. Er veröffentlichte u.a. den Roman „Der kurze Traum des Jakob Voss“ (2005), für den er den Mara-Cassens-Preis erhielt, und 2012 den Gedichtband „Tools“, bei C.H.Beck erschien seine Übersetzung (gemeinsam mit Uda Strätling) von Nicholson Bakers Roman „Der Anthologist“ (2010). Zuletzt erhielt er den Robert-Gernhardt-Preis. Bis März 2014 war er Stipendiat der Villa Concordia in Bamberg. 2014 wurde er mit dem von der Washington University in Saint Louis ausgelobten William Gass Award für herausragende internationale Schriftsteller ausgezeichnet.
Träumer und Sünder

Ein junger Journalist erhält die Chance, ein Interview mit einer Schlüsselfigur des deutschen Kinos zu führen, einem alternden, schillernden Produzenten. Der hat, schon von Krankheit gezeichnet, all seine Mittel und Ideen in das Filmprojekt „Gleiwitz“ investiert, in dem es um den arrangierten Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gehen soll. Nicole Kidman soll eine Rolle übernehmen, Ridley Scott Regie führen. Das Projekt stößt an seine Grenzen, die Presse lechzt nach Vorabinformationen, der alte Mann spielt ein Katz- und Maus-Spiel mit dem Interviewer, der wiederum seine eigenen Interessen verfolgt. Doch enthüllt sich nach und nach das Lebensgeheimnis des Produzenten, entwickelt sich eine ganz eigene Nähe zwischen ihm und dem Journalisten, die zu einer überraschenden Wende führt.

In seinem Dialog-Roman erzählt Matthias Göritz eine ungewöhnliche Art von Vater-Sohn-Geschichte und stellt die Frage nach der Kunst im Spannungsfeld von Geschäft, Massenpublikum und Wahrheit.

Roman
238 Seiten
Verlag C.H.Beck 2013 
ISBN: 978-3-406-65282-0

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„Ich habe über mehrere Monate in Warschau, Wrocław, Krakau, Poznań, Bydgoszcz, Lódź, Kattowice und Gliwice recherchiert, viele Gespräche geführt, vor Ort Erkundungen unternommen. Genau angesehen habe ich mir unter anderem Schindlers Fabrik, die Filmsets der Spielberg Produktion in Krakau, den Radiosender und seine Umgebung in Gleiwitz. Besonders wichtig waren aber die Gespräche mit Mitgliedern, Schauspielern und Zeitzeugen des Theaterprojekts Transfer! von Jan Klata, das eine große Kontroverse über die Darstellung von Geschichte in Polen und Deuschland ausgelöst hat, einer Co-Produktion des HAU und des Teatr Wspólczesny in Breslau. Angeregt und befeuert von diesen vielen Gesprächen und Besuchen in Polen ist dann das Buch „Träumer und Sünder“ entstanden, das anders als ich es erst vorhatte, nicht in der Theaterszene, sondern auf der noch größeren Bühne des Films und der Filmproduktion angesiedelt ist“.