Pressemeldungen 2013
Pressemitteilung

School Turnaround: Konkrete Hilfen für Schulen in schwieriger Lage

Berlin, 12. März 2013 - Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Frau Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, starteten heute das gemeinsame Projekt „School Turnaround – Berliner Schulen starten durch“. An diesem Projekt nehmen zehn Schulen teil, die angesichts der großen Herausforderungen in sozialen Brennpunkten an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit gelangt sind. Ziel ist, für zehn Projektschulen in schwieriger Lage passgenaue Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln. Dadurch sollen die jeweiligen Schulen gezielt diejenigen Bereiche der Schulentwicklung angehen, in denen Verbesserungen erforderlich sind.

School Turnaround steht für eine auf die Einzelschule abgestimmte und professionelle Intervention. Mit Unterstützung der regionalen Schulaufsicht, dem Bezirk und den Projektpartnern sollen die Schulen positive Veränderungen anstoßen, die unter anderem für höhere Anmeldezahlen, weniger Unterrichtsausfälle und bessere Abschlüsse sorgen. Diese Wende soll die Zukunftschancen der Schüler verbessern und die Schule wieder zu einem Ort werden lassen, an dem Schüler und Lehrer gerne lernen und arbeiten.

In das Gemeinschaftsprojekt flossen Erfahrungen aus New York City, England und den Niederlanden ein, wo School Turnaround bereits systematisch und erfolgreich durchgeführt wird. Für das zweieinhalbjährige Projekt stehen insgesamt eine Million Euro zur Verfügung.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: „Wir werden zusammen mit den Schulen Methoden und Perspektiven entwickeln, um die Schulentwicklung nachhaltig positiv zu wenden. Mein Ziel ist es, dass sich die unterstützten Schulen bis 2015 in den relevanten Qualitätsmerkmalen wie Lehr- und Lernprozesse, Schulmanagement, Schulkultur und Schulleistungsergebnisse erkennbar verbessern.“

Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung: „Jeder junge Mensch hat eine faire Chance verdient. Wenn sich aber soziale und ökonomische Probleme an einer Schule ballen, kann diese ihre Schüler nicht optimal fördern. Unter anderem in New York haben wir gesehen, wie man solchen Schulen wirksam helfen kann. Jetzt gilt es diese Erfahrungen auf Berlin zu übertragen.“

An dem Projekt nehmen sieben Integrierte Sekundarschulen und drei Grundschulen teil, die in sozialen Brennpunkten in fünf Berliner Bezirken liegen. Die Schulen wurden in Abstimmung mit der regionalen Schulaufsicht und den Bezirksstadträtinnen und -räten ausgewählt. Zu den Auswahlkriterien gehörten u.a. geringe Anmeldezahlen, geringe Lernbereitschaft und hohe Fehlquoten der Schülerinnen und Schüler, hohe Schulabbruchquote, schwache Leistungsergebnisse und Schulabschlüsse und hoher Unterrichtsausfall. Dabei sind die Ernst-Reuter-Oberschule und Hedwig-Dohm-Oberschule in Mitte, die Sekundarschule Skalitzer Straße, die Sekundarschule Graefestraße und die Hector-Peterson-Schule in Friedrichshain-Kreuzberg, die Gustav-Langenscheidt-Schule in Tempelhof-Schöneberg, die Keppler-Schule und Silberstein-Grundschule in Neukölln und die Peter-Pan-Grundschule und die Bücherwurm-Grundschule am Weiher in Marzahn-Hellersdorf.

Für die Koordination des Projekts wird eine Geschäftsstelle eingerichtet, die für die Leitung und die operative Umsetzung des Projekts verantwortlich ist. Sie steuert die Maßnahmen an den zehn Projektschulen und koordiniert die Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung und der Senatsbildungsverwaltung.

Grundlage für den School Turnaround ist eine weitreichende Bestandsaufnahme der konkreten Situation in den beteiligten Schulen. Durch den Einsatz von professionellen Schulcoaches, die als Spezialisten für Veränderungsprozesse die Schulen kontinuierlich begleiten, durch gezielte Fortbildungen zur Verbesserung der Unterrichtsqualität sowie ein zusätzliches maßnahmengebundenes Budget erhalten die Schulen umfassende Unterstützung.

Die beteiligten Schulen haben bereits an einer Informationsveranstaltung zur Struktur und Ablauf des Projekts teilgenommen. Im März finden die ersten Gespräche mit der Leiterin der Geschäftsstelle statt. In einem Netzwerktreffen der Projektschulen vor den Sommerferien werden die Schulleitungen in die Vorbereitungen zu einem Workshop in den Sommerferien (letzte Ferienwoche) einbezogen.

Das Projekt wird fortlaufend auf seine Wirksamkeit überprüft und in seinen Strukturen und Maßnahmen basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen angepasst und verändert. Eine wissenschaftliche Begleitung wird die Projektteilnehmer mit methodischen Empfehlungen von Beginn an unterstützen. Damit entsteht in Berlin ein Modell für School Turnaround, das Vorbild für andere deutsche Großstädte sein kann.

Weitere Informationen

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-290