Das Lektorenprogramm in Asien

1999 - vitamin de - die Sprachlernzeitschrift erscheint

Die Geschichte des „Journal für junge Deutschlerner – vitamin de“ beginnt in Sibirien, am Sprachlernenzentrum des Goethe-Insituts in Omsk. Dort rief der Germanist Tillmann Heß 1999 die  „Zeitung für alle Freunde der deutschen Sprache“ ins Leben. Die Omsker Lehrerinnen gaben ihr den Namen „vitamin de“. Sie sagten, die deutschsprachige Zeitung sei mit ihren frischen Texten und jungen Themen wie Vitamine für den Deutschunterricht.

Die nächste Etappe begann 2002. Der Berliner Kulturwissenschaftler Robert Teschner erkannte das Potenzial der Zeitschrift. Seine Idee: vitamin de muss für alle interessant sein – sowohl für die jungen Deutschlerner als auch für die Deutschlehrer, und zwar russlandweit. Es gelang ihm, die Robert Bosch Stiftung zu überzeugen, aus der schwarz-weißen „Studentenzeitung“ ein deutschsprachiges Jugendjournal für Russland zu machen. Die Projektlektoren Heß und Teschner gründeten nun offiziell die Zeitschrift „vitamin de – Deutsches Jugendjournal in Russland“. Die Redaktion bezog ein eigenes Büro. Dort entwickelten die Tillmann Heß, Wilhelm Siemers und Robert Teschner eine Publikation mit einem neuen Konzept in Farbe. Die Lektoren der Robert Bosch Stiftung in Russland sorgten dafür, dass vitamin de bei den Studierenden im ganzen Land bekannt wurde. Schnell kamen Belarus, Kasachstan und die Ukraine hinzu. Und schon bald meldeten sich einheimische Deutschlerner und -lehrer, um die Zeitschrift zu bestellen. Die Robert Bosch Stiftung hatte diese Entwicklung maßgeblich unterstützt und legte damit den Grundstein für die Zukunft. Heute ist vitamin de eine Sprachlernzeitschrift für junge Deutschlerner im Ausland. Vor allem durch die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und natürlich mit dem Lektorenprogramm der Robert Bosch Stiftung erscheint vitamin de heute in über 80 Ländern.

Anekdotisch lässt sich erzählen, dass Robert Teschner 2002 bei den Absprachen mit der Druckerei für die erste „Bosch“-Ausgabe vorab mit schlechtem Russisch für Verwirrung gesorgt hat. Er versuchte wohl, etwas über die Bosch Stiftung und Lektorenprogramm zu erzählen sowie auch über Robert Bosch selbst. Weil er selbst auch Robert heißt, er auf ein Dokument "Robert Bosch Stiftung" geschrieben hatte und niemand verstand, wer von beiden wer ist, stand am Ende auf allen Rechnungsdokumenten als verantwortliche Person von vitamin de Robert Bosch. Und nachdem das nicht mehr zu ändern war, man aber auf eine Unterschrift drängte, unterschrieb er kurzerhand im Namen des Stifters. So steht bis heute der Name Robert Bosch im wahrsten Sinne für die Anschubfinanzierung der Zeitschrift.

Robert Teschner war 2002/05 als sogenannter Projektlektor in Omsk, Willi Siemers übernahm seine Funktion für die folgenden zwei Jahre. Tillmann Heß war als Projektlektor für vitamin de ein halbes Jahr aktiv.