Das Lektorenprogramm in Asien

2002 - Geburtsstunde der Kulturmanagerprogramme

Beim Einführungsseminar zu Stipendienbeginn sind die ersten sechs zukünftigen „Robert Bosch Kulturmanager“, noch als Lektoren für Kultur- und Bildungsmanagement, eine kleine Minderheit unter den rund 60 Bosch-Lektoren. Sie werden nicht an Universitäten sondern an Kultureinrichtungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa entsandt, mit dem Auftrag, Kontakte zu Künstlern und Kulturinstitutionen in Deutschland herzustellen. Im Sinne der Völkerverständigung und Netzwerkbildung im Kulturbereich in Europa – manchmal verbunden mit dem Auftrag, neue Strukturen mit aufzubauen.

Die Zusammenarbeit zwischen Kulturmanagern und Lektoren bleibt dabei oft eng. Zum Beispiel in Temeswar, in Rumänien: Senta Höfer und Johannes Lutz lernen sich 2002 beim Einführungsseminar kennen. Er geht als Lektor nach Constanţa an die Universität, sie als Kulturmanagerin nach Temeswar, wo sie das Deutsche Kulturzentrum aufbaut. Bevor er 2004 als DAAD-Lektor auch nach Temeswar kommt, haben sie bereits gemeinsam Autoren aus Deutschland auf Lesereisen durchs ganze Land geschickt. Für das Kulturzentrum wird der Lektor der entscheidende Draht zur Universität und die Studierenden wiederum schätzen die Filmabende und Lesungen im Kulturzentrum. Acht Jahre nach Senta Höfers Start stellt Silke Krummel als letzte Robert Bosch Kulturmanagerin in Temeswar erfolgreich die Weichen für die Übergabe der Leitung des Zentrums in lokale Hände: 2010 übergibt sie die Verantwortung an Alina Baciu, Senta Höfers erste Trainee. 2012 feiert das Kulturzentrum sein zehnjähriges Bestehen. Das Programm „Robert Bosch Kulturmanager in Mittel- und Osteuropa“ hat in dieser Zeit knapp 60 Alumni hervorgebracht. Mittlerweile werden Kulturmanager auch in andere Weltregionen entsandt. Und aus ehemaligen Lektoren und Kulturmanagern sind an mancher Organisation in Deutschland enge Kollegen geworden.