Denkwerk

Denkwerk-Symposium 2013 in Berlin

100 Denkwerker aus ganz Deutschland, die sich kennenlernen, austauschen und gemeinsam Visionen für die Zukunft entwickeln – das war die Idee des 7. Denkwerk-Symposiums, das am 25. und 26. Januar 2013 in der neuen Repräsentanz der Stiftung in Berlin stattfand. Das Ergebnis: begeisterte Schüler, Lehrer und Wissenschaftler, die nach zwei ereignisreichen Tagen mit vielen Anregungen und guten Ideen nach Hause fuhren.
Polnische Displaced Persons, Migranten in Nürnberg und Sprachgewohnheiten Berliner Schüler
Nachdem bei einem kurzweiligen Kennenlernbingo wichtige Fragen wie „Wer kann jonglieren?“, „Wer ist Autor von wissenschaftlichen Publikationen?“ oder „Wer hat im Januar Geburtstag?“ geklärt werden konnten, stand das erste Highlight des Symposiums auf dem Programm: Schüler aus insgesamt sechs Denkwerk-Projekten berichteten von ihren Erfahrungen und Eindrücken aus der Projektarbeit. Das Publikum war beeindruckt von den beachtlichen wissenschaftlichen Leistungen und kreativen Herangehensweisen, die die Schüler an den Tag legten. Unerforschtes Archivmaterial, aufregende Forschungsreisen nach Afrika, aufwendige Filmprojekte, die Bedeutung persönlicher Sprachgewohnheiten oder die eigene Familiengeschichte – in den Präsentationen wurde deutlich, dass die Neugier der Denkwerker keine Grenzen kennt und sie vor schwierigen wissenschaftlichen Fragestellung nicht halt macht.

Bei einem Empfang im Anschluss standen die Poster der anwesenden Projekte im Mittelpunkt des Interesses. In der Ausstellung konnten die Teilnehmer die Vielfältigkeit des Förderprogramms mit Blick auf die Themen, Herangehensweisen und Darstellungsformen erkunden.

Zeitreise durch Berlin
Für das Abendprogramm war ein besonderer Programmpunkt vorgesehen: in einer Bustour durch Berlin wurden Schauplätze der deutschen Geschichte in Videoeinspielern rekonstruiert, historische Filmausschnitte gezeigt und dabei der stetige Wandel der Stadt anschaulich präsentiert. Angekommen beim Brandenburger Tor durften die Denkwerker dann selbst tätig werden. Trotz Dunkelheit und Kälte machten sich Kleingruppen auf den Weg, um knifflige Aufgaben zu lösen und Punktesieger der Kurzrallye zu werden. Beim Abendessen im Restaurant Nolle wurden die kreativsten Lösungsvorschläge vorgetragen und die Gruppe mit dem meisten richtigen Antworten ausgezeichnet. Erschöpft vom Programm des ersten Tages genossen alle Teilnehmer das große Berliner Buffet und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Turbo-Worldcafé und TV-Show der Zukunft
Über die Erfolgsfaktoren für Denkwerk-Projekte zu diskutieren, Ideen für die Verstetigung der Projekte zu entwickeln und Zukunftspläne für Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen zu schmieden – das war das Programm für den Workshop „ZukunftsDENKWERKstatt“ am zweiten Symposiumstag. Hierbei war nun die Expertise jedes einzelnen Denkwerkers gefragt! Nach einer unterhaltsamen Einstiegsrunde, in der sich die bunt zusammengewürfelten Teilnehmer an jedem Tisch auf einen prominenten Wunsch-Berater für ihr Denkwerk-Projekt einigen mussten, leitete die Moderatorin Natasha Walker zu drei intensiven Turbo-Worldcafé-Runden über. Was lief besonders gut? Wo gab es Probleme? Und wie könnte man die Projektarbeit verbessern? In angeregten Diskussionen brachten Schüler, Lehrer und Wissenschaftler ihre persönlichen Erfahrungen zu diesen Fragen ein und stellten dabei schnell fest: andere Denkwerker stehen vor ähnlichen Herausforderungen, um erfolgreiche, nachhaltige Projektarbeit zu leisten.

Im zweiten Teil ging es dann um kreative Ideen für die Zukunft. Mit Klebestift, buntem Papier und Stiften bewaffnet, erstellten alle Denkwerker gemeinsam eine große Landkarte, in der zentrale Akteure, potentielle Kooperationen und visionäre Maßnahmen plastisch dargestellt wurden. Einige der genannten Ideen: die Schaffung einer „Schülerforschungsstelle“ zur Lokalgeschichte durch einen Verbund von Schulen, Hochschulen und lokalen Institutionen, die Verknüpfung der Lehreraus- und fortbildung mit Schülerprojekten wie Denkwerk oder eine frühere und bessere Orientierungshilfe für Schüler bei der Studienwahl.

Wie jeder einzelne diese Zukunftsszenarien erleben könnte, war Gegenstand der abschließenden unterhaltsamen TV-Show aus dem Jahr 2023. Teilnehmer aus dem Publikum diskutierten dabei auf der Bühne, wie sich fiktive Zukunftsvisionen nach Denkwerk auf sie ausgewirkt haben. Das Ergebnis des Workshopvormittags: viele neue Anregungen und zahlreiche neu geknüpfte Kontakte für alle Beteiligten!
Freitag, 25. Januar 2013

12.30 Uhr Anmeldung, Anbringen der Poster, Mittagsimbiss

13.30 Uhr Begrüßung durch Atje Drexler, stv. Bereichsleiterin des Programmbereichs „Gesundheit und Wissenschaft“ der Robert Bosch Stiftung

13.35 Uhr „Kennenlernphase“ der Teilnehmer

14.00 Uhr Schülervorträge Teil I

1. Polnische Displaced Persons in Lübeck. Schüler erforschen transnationale Regionalgeschichte
Koordination: Dr. Christian Pletzing, Academia Baltica
Vortragende: Kristin Werner

2. Wo ist Afrika? Postkoloniale Literaturwissenschaft und interkulturelle Begegnungen
Koordination: Françoise Joly, Universität Stuttgart
Vortragende: Beate Böckh, Konstantin Veit, Isabel Vöhringer

3. Nürnberger Migrationsgeschichte - Sammeln, sortieren und zeigen
Koordination: Dr. Gesa Büchert, Universität Erlangen-Nürnberg
Vortragende: Jasmin Sußner, Anna-Marlene Schmidt, Sophie Wittmann, Karin-Jessica Kohari, Antonio Commendador Perez, Sebastian Fischer

15.20 Uhr Kaffeepause mit Besichtigung der Posterausstellung

15.35 Uhr Schülervorträge Teil II

4. Zeitreisen – Alltag und Erfahrung in historischen Egodokumenten
Koordination: Marlise Kasper, Projektleiterin Denkwerk-Projekt
Vortragende: Lena Koneberg, Judith Heitzmann, Thorben Böhle, Alexander Mädler

5. Leben in Trümmern – Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg am Niederrhein
Koordination: Simone Frank, Universität Duisburg-Essen
Vortragende: Carmen Ziemek, Christin Ziemek, Juliane Johanna Neumann, Carolin Bier

6. Lassma Sprache erforschen. Kiez goes Uni
Koordination: Prof. Dr. Heike Wiese, Prof. Dr. Christoph Schroeder, Universität Potsdam
Vortragende: Dalia Hibish, Sharon Wendzich

16.50 Uhr Empfang und Besichtigung der Posterausstellung

17.30 Uhr Zeitreise durch Berlin

20.00 Uhr Abendessen im Restaurant Nolle

Samstag, 26. Januar 2013

08.45 Uhr Registrierung und Begrüßungskaffee

09.10 Uhr Begrüßung

09.15 Uhr ZukunftsDENKWERKstatt Teil I, Moderierter Workshop

10.40 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr ZukunftsDENKWERKstatt Teil II

12.50 Uhr Mittagsimbiss

Kontakt

Niels Barth
Telefon 0711 46084-30