Fast Track

Portraits der Stipendiatinnen

Lebenswissenschaften, Jahrgang 2011 - 2013
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Priv.-Doz. Dr. Ulrike I. Attenberger
Ulrike Attenberger ist Oberärztin und Leiterin des Geschäftsfeldes für Präventive Diagnostik. Sie erforscht derzeit v.a., inwieweit die Magnetresonanztomographie (MRT) eine Charakterisierung von Tumorgewebe sowie eine Quantifizierung des Ansprechens eines Tumors auf eine spezifische Therapie (Response) erlaubt. Mit ihrer Forschung möchte sie zu einer optimierten Anwendung immer ausgereifterer Tumortherapien über eine dezidierte und frühzeitige Erfassung des Therapieansprechens mittels der MRT beitragen. Darüberhinaus beschäftigt sie sich mit der weiteren Optimierung kontrastverstärkter MRT-Untersuchungen. Gerade für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist die Reduktion der Kontrastmitteldosis ohne Verlust in der Bildqualität zur Minimierung des Risikos einer systemischen Reaktion bedeutsam.
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Dr. Nadine Becker
Nadine Becker arbeitet als Wissenschaftlerin bei Nanion Technologies GmbH an der Automatisierung elektrophysiologischer Messverfahren. Die Ableitung elektrischer Signale von Zellen ermöglicht es, physiologische Vorgänge und die Wirkung von Medikamenten in Echtzeit zu beobachten und bis ins molekulare Detail zu untersuchen. Da diese Messungen an einzelnen Zellen aus Zellkulturen möglich sind, können Wirkung und Toxizität neuer Substanzen frühzeitig geprüft werden, so dass Tierversuche reduziert und klinische Tests sicherer werden. Elektrophysiologische Messungen sind meist zeitaufwändig und schwierig durchzuführen. Durch die Automatisierung möchte Nadine Becker die Durchführung erheblich vereinfachen und die gleichzeitige Messung vieler Zellen unter konstanten Bedingungen ermöglichen.
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Dr. Annalen Bleckmann
Annalen Bleckmann arbeitet als Wissenschaftlerin und Ärztin in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der Universitätsmedizin Göttingen. Schwerpunkt ihrer Forschung ist die Untersuchung von Brustkrebs und seinen Metastasierungswegen, denn vor allem Patientinnen mit Fernmetastasen zeichnen sich durch eine sehr schlechte Prognose aus. Von besonderem Interesse sind hierbei die Genexpressions- und Signalwegsprofile der Tumore. Dabei steht der so genannte „WNT-Signalweg“ im Vordergrund. Mit ihrer systembiologisch orientierten Forschung möchte Annalen Bleckmann dazu beitragen, die Rolle dieses Signalwegs in Brustkrebs und seinen Metastasen genauer zu ergründen, um ein tieferes Verständnis für das Mammakarzinom zu entwickeln und dieses zukünftig gezielter therapieren zu können.
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Dr. Dorothee Dormann
Dorothee Dormann ist Biochemikerin und erforscht die molekularen Mechanismen der Frontotemporalen Demenz (FTD). Diese neurodegenerative Erkrankung zeichnet sich durch eine fortschreitende Veränderung der Persönlichkeit, der Sprache und der sozialen Verhaltensweisen aus und führt nach einigen Jahren unweigerlich zum Tode. Auf molekularer Ebene werden bei FTD-Patienten in den betroffenen Gehirnarealen charakteristische Ablagerungen bestimmter Proteine beobachtet. Dorothee Dormann untersucht die Mechanismen, die zur Bildung dieser Proteinablagerungen und zum Absterben der Nervenzellen führen, um neue Ansatzpunkte zur Behandlung dieser tödlichen Krankheit zu finden.
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Dr. Christine Falter
Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die durch Einschränkungen in den Bereichender Kommunikation und des sozialen Kontakts mit anderen Menschen charakterisiert ist sowie durch stereotype Verhaltensweisen. Christine Falter ist Neurowissenschaftlerin und Entwicklungspsychologin und erforscht die autistische Aufmerksamkeit und Wahrnehmung. Ziel ihrer Forschung ist es zu verstehen warum Menschen mit Autismus die Welt anders wahrnehmen als andere Menschen und wie die Besonderheiten der visuellen und auditorischen Wahrnehmung mit autistischen Verhaltenssymptomen in Zusammenhang stehen.
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Dr. Stefanie Höhl
Stefanie Höhl forscht und lehrt als Akademische Rätin am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg am Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie und Biologische Psychologie. Sie befasst sich mit der sozialen und kognitiven Entwicklung in den ersten Lebensjahren des Menschen, in denen wichtige Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt werden. Für das frühkindliche Lernen spielen dabei soziale Interaktionen eine besondere Rolle. Deren Einfluss auf die Informationsverarbeitung bei Kleinkindern und Säuglingen erforscht Frau Höhl mittels verhaltensbasierter und neurowissenschaftlicher Methoden.
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Dr. Kristina Jonas
Jede Zelle, egal ob menschliche Körperzelle oder einfaches Bakterium, muss Signale aus der Umwelt wahrnehmen, diese Informationen verarbeiten und darauf reagieren. Kristina Jonas erforscht die molekularbiologischen Grundlagen, die für diese Form der Informationsübertragung verantwortlich sind. Ziel dieser Forschung ist es, die Funktionsweise biologischer Zellen so gut zu verstehen, dass der Bau synthetischer Zellen mit maßgeschneiderten Eigenschaften möglich wird. Diese könnten zum Beispiel der Herstellung von Medikamenten oder Biotreibstoffen dienen. Nach ihrem Studium der Biologie an der Universität Tübingen hat Kristina Jonas am Karolinska Institut in Stockholm promoviert. Gegenwärtig forscht sie am Massachusetts Institute of Technology in den USA.
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Priv.-Doz. Dr. Inga Katharina Koerte
Schädigt Fußballspielen das Gehirn? Inga Katharina Koerte ist Ärztin in der Radiologie der Universität München und arbeitet als Wissenschaftlerin an der Harvard Medical School. Leichte Gehirnerschütterungen können neben unmittelbar einsetzenden Symptomen wie Schwindel und Übelkeit auch zu langfristiger Beeinträchtigung führen. Betroffene leiden an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu dementiellen Erkrankungen. Verantwortlich sind vor allem Schädigungen der weißen Substanz des Gehirns durch Scherverletzungen, die während eines Traumas entstehen. Inga Katharina Koerte erforscht mit ihrer Arbeitsgruppe die Veränderungen der weißen Substanz des Gehirns von Profisportlern, die sich wiederholten leichten Gehirnerschütterungen aussetzen, mithilfe neuer bildgebender Methoden wie der Diffusionstensor-Magnetresonanztomographie.
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Priv.-Doz. Dr. Sarah König
Sarah König forscht auf dem Gebiet der Leberregeneration und wie diese durch Behandlung beeinflusst werden kann. Bei der Transplantation von Leberzellen muss die Empfängerleber speziell zur Regeneration vorbereitet werden, damit Spenderzellen gute Bedingungen zum Anwachsen vorfinden. Einen ganz anderen Stellenwert hat die Leberregeneration, wenn eine Darmkrebsmetastase durch eine Operation aus der Leber entfernt wird. In diesem Fall führen die Regenerationsprozesse zum Ausgleich der verlorenen Lebermasse, fördern aber zugleich auch das Wachstum von schlummernden Tumorzellen. Um diesem Effekt in Zukunft entgegenwirken zu können, untersucht Sarah König die beteiligten Faktoren und Signalwege, die zum Erwecken der Tumorzellen bzw. zum beschleunigten Tumorwachstum in der Leber führen.
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Dr. Stjepana Kovac
Epilepsien stellen eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen dar mit erheblicher Beeinträchtigung der Patienten im täglichen Leben. Darüber hinaus sind Epilepsien lebensbedrohlich, da ein Teil der Patienten trotz medikamentöser Therapie wiederholt epileptische Anfälle hat. Besonders lange epileptische Anfälle („status epilepticus”) können lebensbedrohlich sein und zu einer erheblichen Schädigung von Hirnzellen führen, die sich in Gedächtnisstörungen wiederspiegelt. Unkontrollierte Anfälle stellen einen wichtigen Risikofaktor fuer den plötzlichen Tod bei Patienten mit Epilepsie dar („SUDEP - sudden unexplained death in epilepsy”). Frau Kovac untersucht die Mechanismen, die zur Schädigung von Nervenzellen und zum Nervenzelluntergang führen. Im Mittelpunkt dieser Untersuchungen stehen die Mitochondrien und Mechanismen der freien Radikalbildung während epileptischer Anfälle. In Epilepsie-Tiermodellen konnten wir zeigen, dass eine Hemmung der freien Radikalbildung und eine Verbesserung der Energiereserve in der Nervenzelle neuroprotektiv wirkt. Langfristiges Ziel ist es, diese Erkenntnisse in die klinische Praxis und in klinische Studien umzusetzen, um neurologische/ neuropsychiatrische Folgeschäden, und die Lebensbedrohung durch wiederholte und besonders lange epileptische Anfälle, abzuwenden.
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Priv.-Doz. Dr. med. Claudia Lengerke
Durch Einführung einzelner embryonaler Faktoren ist es Forschern gelungen, tiefgreifende Veränderungen im Zellschicksal hervorzurufen, und beispielsweise reife Hautzellen in pluripotente Stammzellen zu verwandeln. Claudia Lengerke erforscht, welche Rolle embryonale Faktoren in Tumorerkrankungen übernehmen und inwieweit ähnliche Reprogrammierungsvorgänge zur Entstehung von Krebsstammzellen beitragen. Dadurch soll zur Entwicklung neuartiger Anti-Tumor-Therapien beigetragen werden. Die wissenschaftliche Arbeit in der experimentellen Stammzell- und Tumorforschung verbindet Claudia Lengerke mit ihrer Tätigkeit als klinische Oberärztin im Fachbereich Hämatologie und Onkologie.
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Dr. Yiwen Li Hegner
Im Alltag treffen wir dauernd Entscheidungen. Obwohl wir über die Hintergründe einer Entscheidung nachdenken können, ist es nach wie vor ein Rätsel, wie das Gehirn eine Entscheidung trifft. Da bei komplexen Entscheidungen (z. B. welches Auto kaufe ich) viele Prozesse parallel ablaufen, untersucht Yiwen Li Hegner an der Universität Tübingen die neuronalen Grundlagen von Entscheidungen an einfachen Beispielen. Welche Gehirnareale zu welchem Zeitpunkt an einer Entscheidung beteiligt sind, untersucht sie mit bildgebenden Verfahren (fMRT und MEG). Neben der Frage, ob es ein auf Entscheidungen spezialisiertes Hirnareal gibt, interessiert sie die Beeinflussbarkeit von Entscheidungsprozessen.
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Prof. Dr. Olivia Merkel
Olivia Merkel studierte Pharmazie in Marburg und promovierte im Bereich Pharmazeutische Technologie. Seit 2011 ist sie Assistant Professor für Pharmazeutische Wissenschaften an der Wayne State University und hat seit 2012 eine weitere Funktion im Fachbereich Onkologie inne. Gemeinsam mit ihrem Team untersucht sie den zielgerichteten Transfer von Nukleinsäuren (siRNA) mit Hilfe von Nanopartikeln zur Therapie krankhaft überexprimierter Gene. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich hauptsächlich mit entzündlichen Erkrankungen der Lunge und Krebsleiden. Neben der Herstellung und Gefriertrocknung von Nanopartikeln zur Inhalation ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt die Molekulare Bildgebung der Bioverteilung von Nanopartikeln im Körper nach einer Inhalation bzw. Injektion.
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Dr. Nicole Reisch
Nicole Reisch erforscht mit ihrer Arbeitsgruppe am Klinikum der Universität München Stoffwechseldefekte der Nebennieren und Gonaden. Dabei interessiert sie sich vor allem für Aspekte der gestörten Geschlechtsentwicklung und Fertilität. Im besonderen beschäftigt sie sich wissenschaftlich mit dem Krankheitsbild des Adrenogenitalen Syndroms, einer unbehandelt tödlich verlaufenden angeborenen Stoffwechselerkrankung, die seit 2005 deutschlandweit im Neugeborenenscreening erfasst wird. In München hat sie eine der europaweit größten Spezialambulanzen für betroffene erwachsene Patienten aufgebaut. Ziel ihrer Forschung ist es, die Therapie dieser Patienten zu optimieren, Komorbiditäten zu vermeiden und dadurch die Lebensqualität zu verbessern.
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Priv.-Doz. Dr. med. Susanne Schneider
Dr. med. Susanne A. Schneider, Ph.D, Privatdozentin und Fachärztin für Neurologie, hat in den letzten Jahren insbesondere auf dem Gebiet der Bewegungsstörungen, zumal Parkinson und Dystonien, gearbeitet und in großem Umfang weltweit veröffentlicht. Sie untersucht derzeit die genetischen Ursachen sowie die Zusammenhänge von Eisen und neurodegenerativen Vorgängen. Sie konzentriert sich hierbei auf die Modelerkrankungen der Syndrome mit Neurodegeneration mit cerebraler Eisenablagerung (engl. Syndromes of Neurodegeneration with Brain Iron Accumulation). Künftige Forschungsgebiete sind unter anderem präsymptomatische Ausprägungen des Morbus Parkinson.
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Dr. Melanie Stefan
Melanie Stefan arbeitet am California Institute of Technology und untersucht dort die molekulare Grundlage von Lernen und Gedächtnis. Beim Lernen werden synaptische Verbindungen verstärkt, und dieser Vorgang wird von einem fein abgestimmten Netzwerk von Proteinen durchgeführt. Melanie Stefan führt biochemische Experimente durch und entwickelt Computermodelle, um das Zusammenwirken dieser Proteine zu untersuchen. Solche Modelle können nicht nur dabei helfen, normale Lernvorgänge besser zu verstehen, sie können auch dazu verwendet werden, die Auswirkungen von Mutationen, Krankheiten, Medikamenten oder Drogen zu simulieren.
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Dr. Sandra Steiger
Sandra Steiger ist eine Evolutionsbiologin und Verhaltensökologin, die die Ursachen und Mechanismen von Verhaltensweisen im Tierreich untersucht. Sie beschäftigt sich dabei schwerpunktmäßig mit chemischer Kommunikation, sexueller Selektion und der Evolution von Brutpflege. Ihre Modellorganismen sind Insekten, insbesondere der Totengräber, der für seine ausgeprägte Form biparentaler Brutpflege (beide Elternteile pflegen) bekannt ist. Ziel ihrer Forschung ist es unter anderem zu verstehen, wie sich Organismen über chemische Signale erkennen, kommunizieren und ihren Paarungspartner auswählen und wie es dazu kommt, dass Paare miteinander kooperieren, welche gemeinsamen Interessen sie vertreten oder welche Konflikte aufkommen.
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Dr. Henriette Uhlenhaut
In jeder Sekunde werden in den Zellen unseres Körpers tausendfach verschiedenste Gene an- und ausgeschaltet, um die unterschiedlichen lebenswichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten. Dr. Nina Henriette Uhlenhaut erforscht als Molekulargenetikerin mit modernsten „genomischen“ Methoden insbesondere die Mechanismen, die dazu dienen, Gene gezielt abzuschalten. So werden z.B. als Antwort auf die Ausschüttung von Steroidhormonen sowie auf Medikamente wie Cortison Entzündungsgene aus- und Stoffwechselgene eingeschaltet. Die Wirkung der Hormone wird hierbei durch sogenannte Transkriptionsfaktoren hervorgerufen. Das Aufdecken der Mechanismen, wie diese Faktoren unsere Gene regulieren, wird für die Entwicklung neuer Therapien für Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Bluthochdruck hilfreich sein.
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Dr. Sarah Weigelt
Wie sehen Kinder unsere Welt? Diese Frage stellt sich die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Dr. Sarah Weigelt und untersucht die Entwicklung des menschlichen Sehsystems. Neben Wahrnehmungsexperimenten führt sie vor allem auch Studien mittels funktioneller Magnetresonanztomographie durch. Sie untersucht bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besonders solche Gehirnregionen, die sich auf die Verarbeitung sozialer Reize, z.B. von Gesichtern, spezialisiert haben. Die visuelle Wahrnehmung untersucht Sarah Weigelt auch in ihrem zweiten Forschungsfokus: der Entwicklungsstörung Autismus. Ziel ihrer Forschung im neuen Forschungsbereich „Developmental Cognitive Neuroscience“ ist es, ein umfassendes Verständnis für die Entwicklung der menschlichen Wahrnehmung zu gewinnen – in Geist und Gehirn. Nach ihrer Promotion am Max-Planck-Institut für Hirnforschung und einem Postdoc-Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT), forscht Sarah Weigelt zur Zeit an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.