Grenzgänger

Tinatin Gurchiani:

Tinatin Gurchiani, geboren in Tiflis, Georgien, studierte Malerei, Tanz und Psychologie an der Staatlichen Iwane-Dschawachischwili-Universität Tiflis, an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie an der Karl-Franzens-Universität in Graz. 2010 schloss sie ihr Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg mit Auszeichnung ab.

Filme und Auszeichnungen
  • 2013 Regiepreis für den Film „The Machine Which Makes Everything Disappear” beim Filmfest für Produktionen Sundance-Festival in Park City (Utah)
  • 2012 „The Machine Which Makes Everything Disappear"
    (Dokumentarfilm, 97 Min., Deutschland/Georgien, Regiedebüt)
  • 2011 „Sxvagan-Fort“
    (Fiktion, 65 Min., Diplom, HFF Konrad Wolf/georgischer Film, Deutschland/Georgien)
    Der Film wurde von der Deutschen Filmakademie für FIRST STEPS Awards 2011 nominiert.
  • 2007 Zeit der Seelen
    (Dokumentarfilm, 37 Min., HFF-Volker Koepp, Deutschland)
  • 2006 Frauenbilder
    (Dokumentarfilm, 15 Min., HFF, Arte, ZDF, Soray Universität Deutschland-Iran)
    DAAD-Preis 2007 für künstlerisches und gesellschaftliches Engagement in Film,
    Preisträger Go-East-Festival 2007 für Kategorie “Frauenbilder”,
    offizieller Programmteilnehmer des DOK Leipzig
  • 2005 Killer
    (Fiktion, 35 Min., HFF Konrad Wolf, Deutschland)
  • 2004 Augenblick
    (Kurzfilm, 15 Min., HFF Konrad Wolf, Deutschland)
  • 2003 Sonntag in Berlin
    (Dokumentarfilm, 30 Min., HFF Konrad Wolf, Deutschland)
The Machine Which Makes Everything Disappear

Georgien im Jahr 2011: Die Regisseurin Tinatin Gurchiani lädt junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren zu einem Film-Casting ein und beginnt, mit ihnen über den geplanten Film zu sprechen. Die Suche bringt sie und ihr Team an die unterschiedlichsten Orte, Dörfer und Städte. Zahlreiche Interessenten melden sich. Manche wollen beim Film eine Rolle spielen, andere wollen ihre Geschichten erzählen oder sammeln ihre Kräfte, um ihre guten Vorsätze durchzusetzen. Dieser Film erzählt, wie schön das Leben sein kann und wie schwierig, wenn man davon träumt, ein Held zu werden.

Die Protagonisten dieses Films träumen alle von diesem Heldentum, ganz egal, ob sie von der Wirklichkeit davonrennen oder ihr ins Gesicht blicken. Sie sind alt und sehr jung, stehen gerade mal am Anfang ihrer Leben. Doch sie sind vereint in der Poesie des Suchens.

Deutschland/Georgien 2012
Format: HDCam, Digi Beta Pal, DCP
Dauer: 58 / 97 Min.
Regie: Tinatin Gurchiani
Musik: Mahan Mobashery, Marian Mentrup
Produktion: Alethea, TTFilm
Sprache: Georgisch
Untertitel: Englisch

Nationale Premiere: DOK Leipzig 2012
Internationale Premiere: IDFA 2012
US-Premiere: Sundance 2013, World Cinema Competition

Bildergalerie

Die sechswöchige Recherche fand in Georgien im Herbst 2011 statt. Am Anfang reiste die Autorin mit der georgischen Fotografin Natela Grigalaschwili auf der Suche nach den geeigneten Orten für den Film durch Georgien. Um unabhängig von den georgischen TV- und Radiosendern passende Personen für den Film zu finden, klebten Tinatin und Natela die Anzeigen überall selbst auf: „Wir wollten somit junge Leute zum Casting einladen, die uns von ihrem Alltag oder ihrer Persönlichkeit besondere Geschichten erzählen können, deshalb brauchten wir erstmal viele Menschen für die endgültige Auswahl“.

Im zweiten Abschnitt der Recherche kam das Kamerateam aus Deutschland – Kameramann Andreas Bergmann und Tonmann Michael Krajczok. Die Reise durch Georgien ging weiter. Ab diesem Moment wurde hauptsächlich mit professionellen Equipment gedreht, in Zusammenarbeit mit dem Georgian National Film Center und Goethe Institut.

„Es war eine sehr spannende Reise, wir sind durch verschiedene Regionen Georgiens gereist: durch Berge, Wüsten, Städte und Dörfer. Wir haben einen VW-Bus gemietet. Der Fahrer hat uns in vieler Hinsicht unterstützt: er hat auf unsere Technik aufgepasst, unser Essen organisiert, Menschen und Tiere eingeladen oder verscheucht, die uns im Wege standen usw. Wir waren bereit, unter schwierigsten Bedingungen zu arbeiten – teilweise ohne Strom, ohne Leitungswasser, in Frost und Schnee und mit ziemlich wenig Essen“, erzählt die Autorin selbst. Die Kulturmanagerin von der Robert Bosch Stiftung, die in dieser Zeit in Georgien war, hat uns sehr unterstützt. „Zusammen haben wir einen sehr rührenden Film über die junge Generation in Georgien (und nicht nur) gemacht, der die Zuschauer überall bewegt“.