Pressemeldungen 2012
Pressemitteilung

Herausragende Beiträge mit Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet

  • Preise der Robert Bosch Stiftung gehen an Autoren des Bayerischen Rundfunks Fernsehen, WDR 1live, Süddeutsche Zeitung und "Die Zeit"

Stuttgart, 8. Dezember 2012 - Autoren des Bayerischen Rundfunks Fern­sehen, von WDR 1live, Die Zeit und Süddeutscher Zeitung erhielten am Samstag, den 8. Dezember, den Journalistenpreis Bürgerschaftliches Engagement der Robert Bosch Stiftung. Die ausgezeichneten Beiträge zeigen beispielhaft, wie und warum Menschen freiwillig für sich und andere Verantwortung übernehmen. Die Preise in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen sind mit jeweils 10.000 € dotiert. Der mit 5.000 € verbundene Marion-Dönhoff-Förderpreis wird zudem für Printbeiträge junger Journalisten im Alter von bis zu 30 Jahren vergeben. Insgesamt wurden über 200 Beiträge für den Wettbewerb eingereicht.

Die Preisträger

In der Kategorie Fernsehen gewinnt das Autorenteam Antonia Goldhammer, Wolfgang Kerler und Vanessa Lünenschloß mit der Reportage "Mission Verantwortung - Jugendliche im Zeltlager", die das Bayerische Fernsehen am 5. Juni 2012 ausstrahlte. Ihr Beitrag aus der Reihe "Vor Ort" zeigt, dass ein Pfadfinderlager nicht nur Ferienspaß für Kinder sondern auch eine persönliche Herausforderung für die ehrenamtlichen Leiter und Teilnehmer ist. Überzeugt hat die Jury, "dass es die Autoren durch ihren Blick für kleine Details schaffen, die jungen Protagonisten aus einer sehr nahen, einfühlsamen, authentischen Perspektive zu zeigen", so Jury-Mitglied Hourvash Pourkian, Mitglied des Integrationsbeirats des Hamburger Senats und Vorsitzende des Vereins Kulturbrücke Hamburg e.V.

In der Kategorie Hörfunk zeichnet die Jury Nele Quoos für ihren Beitrag "Flaschenkinder - wenn Eltern trinken" aus. Für ihre am 9. Januar 2012 auf 1LIVE gesendete Radioreportage traf die Reporterin Menschen aus einer Selbsthilfegruppe, deren Eltern alkoholabhängig waren oder sind. Über Alkoholismus in der Familie redet man nicht leicht. Trotzdem ist es Nele Quoos gelungen, Betroffene zu öffnen und ihre Geschichten aufzuzeichnen. Ihr Radiobeitrag kombiniert Originaltöne mit einem Studiogespräch zwischen Moderator und Reporter. "So ist eine dichte und anrührende Reportage entstanden, die Betroffene ermutigt, hilfreiche Informationen liefert und Hörer motiviert, nicht mehr wegzusehen", sagt Jury-Mitglied Mercedes Riederer, Chefredakteurin Hörfunk des Bayerischen Rundfunks in ihrer Laudatio.

Der Hauptpreis in der Sparte Print geht an Charlotte Frank für ihren Artikel "Die andere Seite", erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 8. Oktober 2011. Die Autorin beschreibt darin das Dilemma der Organspende am Beispiel der Eltern von Marie. Das kleine Mädchen wird bei einem Unfall so schwer verletzt, dass Ärzte sie nicht mehr retten können. Die Autorin zeichnet den schmerzhaften Prozess der Eltern nach, die sich entscheiden müssen, ob die Organe ihrer Tochter ein anderes Leben retten. "Ein überzeugenderer Aufruf für bürgerschaftliches Engagement im existenziellen Sinne war in der deutschen Publizistik noch nicht zu hören", sagt Christian Bommarius, Chefkommentator der Redaktionsgemeinschaft DuMont.

Mit dem Marion-Dönhoff-Förderpreis 2012 für Journalisten unter 30 Jahren wird in diesem Jahr Linda Tutmann ausgezeichnet. Sie hat die Jury mit ihrem Beitrag "Der Querulant" überzeugt, erschienen in der Wochenzeitung "Die Zeit" am 2. August 2012. Die Autorin schildert darin, wie sich das Mitglied einer Burschenschaft gegen die Infiltration durch Rechtsextreme wehrt. "Linda Tutmann ist mutig, weil sie mit ihrem Stück den Ummut der rechtsextremistischen Szene auf sich ziehen könnte. Auch dieser Mut verdient Auszeichnung", begründet Jury-Mitglied Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion und Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung die Entscheidung der Jury.

Kontakt

Julia Rommel
Telefon 0711 46084-750