Blickwechsel International. Junge Forscher gestalten neues Alter

Bisher geförderte Projekte

Bildergalerie: Blickwechsel-Akademietage 2012

Fotos: Tobias Bohm
Die Robert Bosch Stiftung unterstützte in einer ersten Förderphase in 2012 und 2013 bereits 17 Blickwechsel-Forschungsvorhaben. Masterstudenten, Doktoranden, Postdocs und Professoren in den ersten Berufsjahren nahmen das dritte und vierte Lebensalter in den Blick und bearbeiteten Ideen, wie sowohl das öffentliche als auch das häusliche Lebensumfeld ein langes selbständiges Leben ermöglichen können. Im Rahmen von zwei Akademietagen und einer Studienreise nach Irland erhielten die Stipendiaten neue Impulse und Denkanstöße für ihre eigenen Forschungsvorhaben.

Die Projekte 2012/2013
  

Dr. Agnieszka Burzynska

Train for younger brain: Förderung der Selbständigkeit im Alltagsleben älterer Menschen durch sport-, tanz- und schauspielinduzierte hirnstrukturelle und hirnfunktionelle Plastizität

Der Erhalt "jugendähnlicher" Hirnstrukturen ist die beste Möglichkeit, um auch im Alter geistig fit zu bleiben und sich Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Orientierung, Planung oder Kreativität zu bewahren. Doch die Forschung hat bisher kaum Antworten auf die Frage, wie wir unser Gehirn "jung" und "in Form" halten können. Hier setzt Agnieszka Burzynska an und erforscht, wie durch Fitnesstraining, Tanz oder Theaterspielen altersbedingte Veränderungen des Gehirns aufgeschoben, verlangsamt oder sogar rückgängig gemacht werden können. Ihre Forschung liefert wichtige Erkenntnisse dazu, wie altersbedingten Krankheiten vorgebeugt werden kann, wie mit Training Alltagsfähigkeiten etwa für das Autofahren erhalten werden können oder wie Bereiche des öffentlichen Lebens angepasst werden sollten, um den Bedürfnissen Älterer gerecht zu werden und zu einem aktiven Lebensstil anzuregen.

Martina Miche und Valerie Elsässer

Altern ist, was ich draus mache. Beispielhafte Implementierungsstrategien der Forschung zum subjektiven Alternserleben im Kontext von Verrentung und Pflegebedürftigkeit

Die beiden Forscherinnen untersuchen, wie Menschen ihr Älterwerden in zwei zentralen Lebensphasen erleben: dem Ende der Erwerbstätigkeit (stellvertretend für das aktive dritte Lebensalter) und dem Übergang in die Pflegebedürftigkeit (stellvertretend für das verletzliche vierte Lebensalter). Im Zentrum steht die Frage, welche Sichtweisen des eigenen Älterwerdens in kritischen Lebensphasen einen förderlichen Einfluss auf die psychische Stabilität haben. Es sollen praxisbezogene Ideen für die Berufszweige Personalmanagement und Pflege entwickelt werden, um ein differenziertes, ressourcenorientiertes Verständnis von Alter(n) zu fördern. Anhand der Projektergebnisse werden auch Veränderungsvorschläge für die Ausbildungscurricula entwickelt.

Julia Rahe

Neurovitalis Plus: Kognitive Trainingseffekte eines neuropsychologischen Programms in Kombination mit physischem Training

Selbständigkeit im Alter ist auch von geistiger Leistungsfähigkeit abhängig. Doch das gesunde Altern wird in der Regel von Minderungen der kognitiven Funktionen begleitet und dieser Abbau ist einer der meistgefürchtetsten Aspekte des Älterwerdens. Vor diesem Hintergrund erforscht Julia Rahe, wie die geistige Leistungsfähigkeit erhalten werden kann. Mit einem kombinierten Training wird sowohl die kognitive als auch die physische Aktivität gesteigert und ein Beitrag zu einer besseren Ernährung geleistet. Diese Trainingsform wird mit der Wirksamkeit eines rein kognitiven Trainings verglichen. Darüber hinaus wird untersucht, ob das physische Training bei einem individualisierten Angebot ("Personaltraining") stärkeren Einfluss auf die Kognition hat, als bei Gruppenangeboten, die in der Praxis die Regel sind. Die Forschungsergebnisse liefern wichtige Hinweise zum Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit gesunder älterer Menschen und Erkenntnisse auch für die Praxis in Volkshochschulen, Sportvereine oder Sport- und Gesundheitszentren.

Annelie Reicherz

Ruhestand gleich Ruhe-Stand?

Körperliche Aktivität hat nachweislich einen positiven Einfluss auf die psychische und physische Gesundheit von älteren Menschen, sie trägt zur Mobilität und damit zum Erhalt von Selbständigkeit bei. Dennoch weisen Statistiken auf eine Abnahme der körperlichen Aktivität im Alter hin. Sind Rentner im Vergleich weniger körperlich aktiv als Berufstätige? Wie lässt sich die Veränderung der körperlichen Aktivität im Alter ggf. erklären und welche Rolle spielt hierbei das eigene Bild vom Alter(n)? Welche Bedeutung haben Alltagsaktivitäten wie Treppensteigen, Haus- und Gartenarbeit, Einkaufen oder Spazierengehen für die Aufrechterhaltung der Mobilität? Frau Reicherz erforscht diese Fragen und legt den Fokus ihrer Studie dabei nicht auf die Beschreibung, sondern auf die Erklärung der Veränderungen. Ihre Forschungsergebnisse geben damit auch Antworten auf die Frage, wie körperliche Aktivität im Alter gefördert werden kann.

Katharina Steinbrück und Stefanie Gärttner

Einfluss von glukosereicher Diät auf den Alterungsprozess

Für ein langes Leben in Selbständigkeit ist der Erhalt der Gesundheit ein entscheidender Faktor. Die beiden Forscherinnen untersuchen unter der Leitung von Professor Stephan C. Bischoff, ob sich Traubenzucker positiv auf den Alterungsprozess und den Ernährungszustand älterer Menschen auswirkt. Dies könnte bedeuten, dass anstelle teurer Trinknahrung zukünftig handelsüblicher Traubensaft als Therapiemaßnahme gegen Mangelernährung oder Gewebsschwund bei älteren Menschen genutzt werden kann. Ziel der Forschungsarbeit ist es, neben der Verbesserung des Ernährungszustandes auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Alterungsprozess bei Menschen zu gewinnen. Mithilfe der durch die Studie gewonnenen Erkenntnisse kann Mangelernährung einfacher beseitigt, der Alterungsprozess genauer verstanden und möglicherweise etwas aufgehalten und die medizinische Therapie für ältere Menschen verbessert werden.

Claudia Windisch

Effekte des Seniorentanzens auf körperlicher, kognitiver und psychischer Ebene unter Berücksichtigung eines Vergleichs der Gehirnstrukturen von Seniorentänzern und Nicht-Tänzern hinsichtlich Volumen und Konnektivität

Aktuelle Forschung zeigt, dass sich ein aktiver Lebensstil und regelmäßige körperliche Aktivität positiv auf die Gesundheit und die kognitiven Funktionen älterer Menschen auswirken. Ausdauer- und Koordinationstraining zeigen ebenfalls positive Effekte auf die Funktion und Struktur des Gehirns. Mit ihrer Forschung überprüft Frau Windisch, ob eine Kombination beider Bewegungsformen etwa in Form von Seniorentanzen ebenfalls positiv mit der Gesundheit Älterer, deren Kognition (z.B. Orientierung, Erinnerung, Aufmerksamkeit) sowie der Struktur des Gehirns (z.B. Hirnvolumen, Verknüpfungen) in Verbindung steht. Hierfür ist eine Kooperation mit dem Bundesverband Seniorentanz e.V. geplant. Sind Tänzer insgesamt gesünder als Nichttänzer? Zeigen Tänzer bessere kognitive Leistungen und sind Unterschiede in der Gehirnstruktur nachweisbar? Sind Effekte des Tanzens im hohen Alter (80+) vergleichbar mit denen im Alter von 65-75 Jahren? Die Forschungsergebnisse sind eine Antwort, um die kognitive Leistungsfähigkeit und damit eine selbständige Lebensführung älterer Menschen zu erhalten und sie sollen neurophysiologische Hintergründe für die Zusammenhänge zwischen Tanzen und kognitiver Leistung liefern.

Karoline Dietel

Wohnen und Technik im Alter aus Geschlechterperspektive

Einfach zu handhabende Wohnungstechnik kann selbständiges Leben und Wohnen im Alter auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit erleichtern. Doch welche Wohnkonzepte überzeugen und welche technische Unterstützung ist besonders gewünscht und angenommen? Sind Frauen häufiger bereit, sich technisch unterstützen zu lassen, um so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu leben und bevorzugen Männer trotz höherer Technikakzeptanz die Unterstützung durch Familie, Freunde und Nachbarschaft? Für ihre Masterarbeit untersucht Frau Dietel die Einzugsmotive und Erfahrungen Älterer in Wohnungen mit technischem Unterstützungsangebot. Ihre Forschung trägt dazu bei, dem Wunsch, möglichst lange selbstbestimmt zu leben, ein großes Stück näher zu kommen und liefert Erkenntnisse sowohl für die Wohnungswirtschaft als auch für Entwickler und Anbieter technischer Produkte oder Dienstleistungen.

Bastian Dinter

Blickfeld - Blickwechsel - Blickregistrierung: Die Augen von Senioren auf Bewegtbildkommunikation lenken. Eine Eyetracking-Studie zu Online-Video-Inhalten für ältere Onlinenutzer

Computer- und Internettechnologien sind zunehmend auch unter Älteren verbreitet und können entscheidend dazu beitragen, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe zu erhalten. Etwa 14 Millionen ältere Menschen nutzen schon heute Onlinemedien etwa um sich zu informieren, um zu kommunizieren oder um einzukaufen. Websites werden durch den Einsatz von Videos zunehmend multimedial und können so Einschränkungen etwa der Lesekraft ausgleichen. Herr Dinter untersucht für seine Forschungsarbeit die "Art des Sehens" von bewegten Bildern bei älteren Menschen und konzentriert sich dabei auf die Bereiche Informieren, Einkaufen und das Erledigen von Behördengängen im Internet. Seine Forschungsergebnisse tragen dazu bei, dass videobasierte Onlineinhalte präziser und nutzerorientierter dargestellt werden.

Prof. Dr. Christophe Kunze und Prof. Peter König

Best-Practice-Beispiele für die interdisziplinäre Kooperation zwischen Technikwissenschaften und Pflege in Forschung und Lehre

Obwohl die Forschung zu technischen Assistenzsystemen für ein selbständiges Leben im Alter unter dem Stichwort "Ambient Assisted Living" in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen hat, ist heute vielfach noch eine erhebliche Kluft zwischen technischen und nicht-technischen Perspektiven prägend, in der Forschung wie in der Praxis. Auch im Bereich des Transfers neuer technischer Lösungen in eine breite Anwendung besteht noch erheblicher Nachholbedarf. Wie müssen technische Assistenzsysteme gestalten sein, damit sie für Ältere bzw. für Pflegende attraktiv sind und im Alltag eingesetzt werden können? Der Schlüssel liegt u.a. in einer effizienteren Kooperation "zwischen den Welten" der Technik und der Pflege und in einer konsequenten Einbindung von Anwendern in sog. partizipative Entwicklungsprozesse. Die beiden Professoren untersuchen auf europäischer Ebene Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und wegweisende Praxisbeispiele, um daraus Handlungsempfehlungen für die Wissenschaft (z.B. im Bereich der Informationstechnik oder des Pflegemanagements) und für die Praxis (z.B. für Kommunen, Beratungsstellen, Technologieanbieter) zu erarbeiten.

Yu Ogasawara

Interface-Entwicklung für Ältere zur Nutzung moderner Informationsangebote und zur selbstbestimmten Teilhabe am sozialen Leben

Moderne Kommunikationsmöglichkeiten können zur selbstbestimmten Lebensführung älterer Menschen beitragen. Doch die Bedienung von Touchscreen-Applicationen orientiert sich meist an den Bedürfnissen der jüngeren Generation. Welche Schwierigkeiten bestehen für Ältere bei der Bedienung? Wie müssen Benutzeroberflächen aussehen, die für Menschen jeden Alters tauglich sind? Was sind verständliche Symbole? Eigenen sich Töne als Feedbackinstrument? Und was können wir von Japan für Deutschland lernen? Herr Ogasawara forscht zu diesen Fragen in seiner Masterarbeit und untersucht Benutzeroberflächen auf ihre Gebrauchstauglichkeit für Ältere. Seine Forschung liefert wichtige Information darüber, wie Zugangsbarrieren zu modernen Informationsmedien abgebaut werden können, wie intelligente und interaktive Screens gestaltet sein sollten und wie nützliche Informationen und Services für Ältere aussehen.

Dr. Andreas Pusch, Dr. Anja Naumann und Prof. Dr. Jörn Hurtienne

Adaptive Hilfeselektion für die Unterstützung von Menschen mit Demenz

Das Forschungsvorhaben trägt dazu bei, dass Menschen mit Demenz länger unanhängig und selbständig ihren Alltag meistern können. Maßgeblich motiviert durch die "Cyber Therapy" Bewegung erforschen die Wissenschaftler in einem interdisziplinären Team neue Assistenzsysteme. Wie muss ein System aussehen das sich an die Kapazitäten eines Patienten anpasst, bei dem Wahrnehmung, Denkvermögen und motorische Fähigkeiten graduell nachlassen? Wie kann ein solches System Menschen im Alltag und im Notfall zur Seite stehen? Und welche Bedürfnisse, Wünsche und Ängste müssen beim Design berücksichtigt werden? Das Vorhaben knüpft an bestehende Systeme an, die mittels spezifischer Lösungen ältere Nutzer mit und ohne Demenz beispielsweise an die Medikamenteneinnahme erinnern, Orientierungshilfe bieten oder bei der Bewältigung des Tagesrhythmus unterstützen.

Britta Eiermann und Diana Böhm

Stadterfahrungen. Empirische Studie zur altersspezifischen Wahrnehmung von Stadträumen.

Weshalb nehmen ältere Menschen Städte anders wahr als Jüngere? Um diese Frage zu beantworten genügt es nicht, die motorischen Fähigkeiten zu vergleichen und darauf mit barrierefreien Maßnahmen zu reagieren. Daher untersuchen die beiden Forscherinnen, welche Prozesse bei der Reizaufnahme des Sehens oder Wahrnehmens ablaufen und wie sich die Altersgruppen unterscheiden. Für das Forschungsvorhaben treffen junge bzw. ältere Menschen in einer ihnen unbekannten Stadt zusammen. Verglichen werden die Wahrnehmung und Bewertung etwa der Enge der Fußgängerzone, der Beleuchtung an Bushaltestellen oder der Farbigkeit von Wegweisern. Die Untersuchung klärt, wo alltägliche und bisher unbeachtete Stadtbereiche als zu unbequem und unpassierbar oder aber als angenehm und komfortabel empfunden werden. Die Forschungsergebnisse geben in unserer älter werdenden Gesellschaft wichtige Anstöße für Kommunalverwaltung, Stadt- und Raumplanung oder Architektur.

Julia Kirch

NationenWohnen: Bedürfnisse von Migranten im altersgerechten Wohnen

Julia Kirch erforscht die Bedürfnisse von Migranten im altersgerechten Wohnen, da bauliche Strukturen in der Zukunft nicht nur älterwerdenden Bürgern, sondern auch einer multikulturellen Gesellschaft angepasst werden müssen. Spielt der kulturelle Hintergrund eine besondere Rolle in der Gestaltung des altersgerechten Wohnens? In welcher Art und Weise müssen Gebäudeform, Grundrissstrukturen oder die Inneneinrichtung auf die verschiedenen Anforderungen und Wünsche reagieren? Wie sieht ein multikulturelles Pflegeheim aus? Frau Kirch forscht dazu in den Niederlanden, da dort bereits eine Vielzahl von multikulturellen Wohneinrichtungen für Senioren realisiert ist. Ihre Ergebnisse sind sowohl für das Wohnen in der eigenen Wohnung, für Wohngruppen als auch für Pflegeheime von Relevanz und bilden für vergleichbare Wohnprojekte in Deutschland eine wertvolle Wissensbasis.

Luigi Pantisano

Heimat und Herkunft. Fallstudie zu transnationaler Migration älterer Migranten zwischen Süditalien und der Stuttgarter Metropolregion

Die sozialraumorientierte Stadtplanung muss Antworten auf Phänomene moderner multinationaler Gesellschaften geben, etwa auf die Auswirkungen, die das Pendeln älterer Migranten zwischen zwei Staaten hat. Häufig stehen in Deutschland Wohnungen leer, werden öffentliche Räume und Einrichtungen nicht genutzt, da ältere Migranten über mehrere Monate im Herkunftsland leben. Wie müssen Wohnungen und das öffentliche Umfeld gestaltet sein, um den Bedürfnissen an das Leben über Ländergrenzen hinweg gerecht zu werden? Luigi Pantisano erforscht die Auswirkungen der Transmigration am Beispiel älterer italienischer Migranten in der Stuttgarter Metropolregion, denn die besondere Situation älterer Migranten und das Phänomen der Transmigration sind aus der Perspektive der Stadtforschung bisher kaum betrachtet worden. Empfehlungen für die lokale Politik, für Stadtentwicklung oder Raumplanung sind wichtige Ergebnisse seiner Forschung.

Maren Reyer

Aktivitätsförderung im öffentlichen Raum: Gebaute Umwelt als Chance und Risiko für das Aktivitätsverhalten Älterer

Mobilität erlangt im Alter einen besonderen Stellenwert, denn sie ermöglicht eine selbständige Lebensführung und soziale Teilhabe. Tägliche Wegstrecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, haben daher nicht nur aktivitätsfördernden sondern auch sozial-integrativen Charakter. Doch wie müssen unsere Städte gestaltet sein, um Mobilität im Alter zu fördern? Kurze Wege zwischen Einrichtungen des täglichen Bedarfs und der Wohnung sind eine Antwort. Im angelsächsischen Raum werden zur Beurteilung dieser Bewegungsfreundlichkeit Walkability-Indices genutzt. In Deutschland gibt es bisher kaum entsprechende Untersuchungen. Maren Reyer erforscht in ihrer Doktorarbeit wie "walkable" (= bewegungsfreundlich) die Stadt Stuttgart für Ältere ist, d.h. die Wege zum Lebensmittelgeschäft, zu medizinischer Versorgung aber auch zu kulturellen Einrichtungen oder zu Parks und Grünanlagen. Ihre Forschung ist eine wichtige Unterstützung für die Stadt- und Verkehrsplanung und in einer älter werdenden Gesellschaft für viele deutsche Städte und Gemeinden von hoher Relevanz.

Nina Vogel

Effekte kontextueller Einbettung auf die individuelle Entwicklung von Gesundheit und Wohlbefinden im hohen Lebensalter

Verluste und abnehmende Gesundheit machen Personen am Lebensende besonders vulnerabel und die Umgebung gewinnt umso mehr an Bedeutung, desto mehr die eigene Kompetenz sinkt. Im Rahmen ihrer Dissertation untersucht Nina Vogel, wie individuelle Einschränkungen älterer Menschen mit der regionalen und sozialen Umwelt zusammenhängen und welche Auswirkungen dies auf die Entwicklung von Gesundheit und Wohlbefinden im hohen Alter hat. Sie erforscht die Bedeutung sowohl wirtschaftlicher als auch dienstleistender, sozialer und physischer Merkmale. Aus dem Vergleich der deutschen Daten (Sozioökonomisches Panel) mit Daten aus den USA und Großbritannien werden strukturelle Eigenschaften der Umgebung erkennbar. Die Forschung bringt damit wichtige Ergebnisse für Prävention und Intervention und trägt dazu bei, das Wohlbefinden am Lebensende zu verbessern (z.B. durch Minderung von sozialen Lasten).