Sie bringen Talent ins Land

1.000 Beispiele für gelungene Integration in Deutschland

Stuttgart, im Oktober 2012 - Irina Maryash kam 2002 aus der Ukraine nach Deutschland. Sie schaffte den Sprung auf das Gymnasium und wurde mit 17 Jahren in das Programm "Talent im Land" aufgenommen. "Ich habe mich gefreut, endlich einmal im Vorteil zu sein", sagt Irina rückblickend. "Es gab jemanden, der an Jugendliche wie mich glaubte und uns etwas zutraute."

Drei Jahre lang erhielt sie fortan Geld für Bücher, Computerzubehör und Kurse. Sie nahm an Seminaren, Kreativitätsschulungen und Sommerakademien zu Themen aus Wissenschaft und Forschung teil. Und sie konnte sich mit ihren Fragen jederzeit an die Leiter von "Talent im Land" wenden. 2011 schloss Irina das Gymnasium mit dem Abitur ab und studiert seitdem Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe.
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Irina Maryash auf der Abschiedsfeier für die Abiturienten 2011

(Foto: KD Busch)
So wie Irina haben in Bayern und Baden-Württemberg rund 1.000 Schüler aus 60 Herkunftsländern mit "Talent im Land" das Abitur erreicht. Mehr als 95 Prozent von ihnen nahmen anschließend ein Studium auf. Sie sind 1.000 Beispiele für gelungene Integration in Deutschland. Mit "Talent im Land" fördert die Robert Bosch Stiftung begabte Schüler aus Zuwandererfamilien, deren schwierige Lebensverhältnisse einer erfolgreichen Schulkarriere im Weg stehen. Oft fehlt es an Geld und Unterstützung auf dem Weg zum Abitur. Partner der Stiftung sind die Baden-Württemberg Stiftung und das bayerische Kultusministerium.

Der zehnte Jahrgang beginnt

In diesem Herbst begann bereits der zehnte Jahrgang von "Talent im Land" in Baden-Württemberg. "Anfangs steht bei den Schülern oft die finanzielle Förderung im Vordergrund", sagt Programmleiter Andreas Germann. "Später gewinnen das Netzwerk, die Seminare und die begleitende Unterstützung als eigentlicher Schatz des Programms immer mehr Bedeutung.“

Die Schüler erkennen ihre Stärken und bauen sie weiter aus. "Das Programm war nicht nur eine große finanzielle Unterstützung, sondern hat vor allem durch spannende Seminare meinen Horizont erweitert", sagt Irina. "Themen wie 'Interkulturalität als Chance' haben mich gelehrt, auf eine vollkommen neue Art und Weise mit meiner Herkunft umzugehen, selbstbewusster und offener zu sein."

(Klaus Voßmeyer, Bosch Zünder, Oktober 2012)

Bildergalerie: Aufnahme der neuen Stipendiaten

Fotos: KD Busch
Begrüßung der 50 neuen Stipendiaten im Neuen Schloss, Stuttgart
v.l.: Christoph Dahl, Geschäftsführer Baden-Württemberg Stiftung, Ingrid Hamm, Geschäftsführerin Robert Bosch Stiftung, und Moderator Ingo Zamperoni
Silke Krebs, Ministerin im Staatsministerium Baden-Württembergs
Diskussionsrunde mit Stipendiaten