Startschuss für Deutsch-Französisches Jahr 2012/2013

Vor einem halben Jahrhundert hielt der damalige französische Staatspräsident Charles de Gaulle seine historische Rede an die deutsche Jugend im Ludwigsburger Schloss. Sie gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zum Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrag, der die beispiellose Aussöhnung im Herzen Europas besiegelte. Am Vortag der offiziellen Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande gaben Staatsminister Michael Georg Link und der französische Botschafter Maurice Gourdault-Montagne bei einer Pressekonferenz in der Robert Bosch Stiftung den offiziellen Startschuss zum Deutsch-Französischen Jahr. Mit mehreren Hundert Veranstaltungen soll in den kommenden Monaten in beiden Ländern gefeiert werden.

Neben der Vorstellung einer eigenen Website zum Jubiläum nutzte Staatsminister Link die Möglichkeit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. In seiner Funktion als Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt gehe es auch darum, ein Gespür für das andere Land zu entwickeln und die Augen offen zu halten, so Link. "Gerade bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann Deutschland viel von Frankreich lernen."

Junge Europäer geben Empfehlungen für Politik

Im Anschluss ging es für die Delegation nach Ludwigsburg, wo sie bereits von rund 100 Schülern und Studierenden aus sieben europäischen Ländern erwartet wurde. Seit März hatten sich 350 junge Menschen online auf www.europa-nur-mit-uns.eu mit den Themen Schuldenkrise, Klimawandel und Energieversorgung, Migration und Integration sowie Demografischer Wandel auseinandergesetzt. Das Jugendforum veranstalteten die Stadt Ludwigsburg und das Deutsch-Französische Institut anlässlich des Jubiläums der Rede Charles de Gaulles an die deutsche Jugend. Bei den abschließenden Workshops in Ludwigsburg erarbeiteten die jungen Europäer konkrete Empfehlungen, die sie am Abend an die anwesenden Politiker aus Frankreich und Deutschland übergaben.

Bürger müssen sich mit Europa auseinandersetzen

Neben den beiden Europaministern aus Deutschland und Frankreich, Michael Georg Link und Bernard Cazeneuve, zeigte sich auch Kurt Liedtke, Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung, von den Ergebnissen des Forums beeindruckt: "Die Jugendlichen haben heute Abend unter Beweis gestellt, dass sie Verantwortung übernehmen und mitgestalten wollen. Vor allem haben wir gespürt, wie wichtig Europa für sie ist. Weil auch die Robert Bosch Stiftung diese Überzeugung teilt, haben wir im August mit zehn deutschen Stiftungen die Kampagne "Ich will Europa" ins Leben gerufen, an der Menschen partizipieren und im Internet sagen können, warum sie Europa wollen. Wenn wir uns wieder damit auseinandersetzen, welchen Nutzen uns Europa täglich bringt, halten wir das europäische Projekt am Leben. So lassen sich auch große Herausforderungen wie die europäische Schuldenkrise meistern."

(Michael Herm, September 2012)

Bildergalerie

Foto: Kraufmann/ Harms
Maurice Gourdault-Montagne (Botschafter der Französischen Republik), Kurt Liedtke (Vorsitzender des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung)
Foto: Kraufmann/ Harms
Michael Georg Link (Staatsminister im Auswärtigen Amt und Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit), Maurice Gourdault-Montagne
Foto: Kraufmann/ Harms
Pressekonferenz in der Robert Bosch Stiftung
Foto: Kraufmann/ Harms
Kurt Liedtke, Ingrid Hamm (Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung), Michael Georg Link, Maurice Gourdault-Montagne
Foto: Robert Thiele
Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel, Präsident des dfi, bei der Begrüßung
Foto: Robert Thiele
Schüler und Studierende des Forums „Europa nur mit uns“ geben Politikern konkrete Empfehlungen zur Politik in Europa
Foto: Robert Thiele
Schüler und Studierende des Forums „Europa nur mit uns“ geben Politikern konkrete Empfehlungen zur Politik in Europa
Foto: Robert Thiele
Sylvie Goulard (Mitglied des Europäischen Parlaments), Michael Georg Link (Staatsminister im Auswärtigen Amt und Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit), Frank Baasner (Direktor des dfi), Bernard Cazeneuve (Ministre délégué auprès du ministres des Affaires étrangères, chargé des Affaires européennes), Hélène Miard-Delacroix (Université Paris-Sorbonne), Dr. Andreas Schwab (Mitglied des Europäischen Parlaments)
Foto: Robert Thiele
Werner Spec (Oberbürgermeister Ludwigsburg), Kurt Liedtke, Maurice Gourdault-Montagne, Erwin Teufel
Foto: Robert Thiele
Kurt Liedtke, Werner Spec, Frank Baasner
Foto: Robert Thiele
Kurt Liedtke, Werner Spec, Frank Baasner
Foto: Robert Thiele
Kurt Liedtke, Maurice Gourdault-Montagne, Erwin Teufel, Hélène Miard-Delacroix

Weitere Projekte

Die Initiative "Ich will Europa" zeigt, wie die Menschen Europa (er)leben. Machen Sie mit!

Kontakt

Irene Weinz
Telefon 0711 46084-160