Pressemeldungen 2012
Pressemitteilung

Bessere Startbedingungen für engagierte Schüler - Stipendium "grips gewinnt" fördert 110 begabte Jugendliche

  • Joachim Herz Stiftung und Robert Bosch Stiftung weiten Bildungsprogramm im zweiten Jahr auf sieben Bundesländer aus
  • Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin, Sandra Scheeres: "Bildung braucht viele Partner und Unterstützer."

Berlin, 17. September 2012 - Sie überzeugen durch ehrenamtliches Engagement und gute Noten. 67 Mädchen und 43 Jungen aus Berlin (34), Brandenburg (8), Bremen (9), Hamburg (27), Mecklenburg-Vorpommern (7), Sachsen-Anhalt (9) und Schleswig-Holstein (16) wurden am Montag im Berliner Museum für Kommunikation in das Stipendienprogramm "grips gewinnt" aufgenommen. Sie sind der zweite Jahrgang des 2011 erfolgreich gestarteten Schülerstipendiums der Joachim Herz Stiftung und der Robert Bosch Stiftung. Das Programm begleitet leistungsstarke und engagierte Jugendliche ab der 8. Klasse bis zum Abitur. "grips gewinnt" unterstützt sie dabei, finanzielle, soziale oder kulturelle Hindernisse zu überwinden.

Die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin, Sandra Scheeres, begrüßt die Ausweitung des Schülerstipendiums: "Das Angebot stieß in meinem Haus und in der Berliner Schule auf große Zustimmung. Bildung braucht viele Partner und Unterstützer, um jungen Menschen einen erfolgreichen Weg ins Leben zu ermöglichen. Ich freue mich, dass begabte Schülerinnen und Schüler, die sich aus einer vergleichsweise nachteiligen Position auf den Bildungsweg begeben haben, so eine Chance erhalten, die sie ohne eine solche Unterstützung vielleicht nicht bekommen hätten."

Der Deutsche Bildungsbericht 2012 stellt eine enge Verknüpfung zwischen familiären Lebensverhältnissen, Bildungsbeteiligung und Kompetenzerwerb fest. Er geht von rund einem Drittel aller Kinder und Jugendlichen aus, die aufgrund finanzieller, sozialer oder kultureller Hürden nicht ihr volles Potenzial entfalten können. Die Konsequenzen sind neben einem wachsenden Akademiker- und Fachkräftemangel ausgesprochen ungleiche Bildungs- und damit Lebenschancen.

"Der Bildungserfolg junger Menschen in Deutschland hängt noch viel zu häufig von der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Eltern ab", sagt Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. "Begabte junge Menschen sollten unabhängig von ihrer sozialen Herkunft vergleichbare Bildungschancen bekommen. Mit der Förderung talentierter Schüler aus Risikolagen schafft 'grips gewinnt' faire Startbedingungen."

Das Stipendium umfasst eine monatliche Unterstützung von rund 150 Euro und ein umfangreiches Bildungsprogramm. Bei Veranstaltungen, Seminaren und Sommerakademien beschäftigen sich die Stipendiaten mit Themen aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft sowie internationalen Fragen. Neben der individuellen Beratung in Bildungs- und Lebensfragen profitieren die Jugendlichen von einem Netzwerk, in dem sie ihre Persönlichkeit entwickeln und Verantwortung übernehmen können.

Petra Herz, Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung, hebt die individuelle Förderung durch das Programm hervor: "Das Stipendium hat eine gesellschaftliche und eine ganz persönliche Dimension. Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Deshalb unterstützen wir sozial engagierte und leistungsstarke Schüler dabei, ihre Talente zu entdecken und das bestmögliche aus ihren Begabungen zu machen. Mit der persönlichen Berufs- und Bildungsberatung gehen wir auf jeden einzelnen Stipendiaten ein."

Daniel ist einer der ersten Absolventen und hat direkt nach seinem Abitur ein duales Studium der BWL/ Logistik begonnen. Über "grips gewinnt" sagt er: "Die Entscheidung, was ich studieren soll, konnte 'grips gewinnt' mir natürlich nicht abnehmen. Aber ich habe gelernt, wie und wo ich mich informieren kann. Vor allem wurde ich darin bestärkt, nach meinen Stärken zu suchen und herauszufinden, welche Studienrichtung mich interessiert."

457 Schülerinnen und Schüler haben sich auf die insgesamt 110 Stipendienplätze beworben. Etwas mehr als die Hälfte der Stipendiaten besucht das Gymnasium (66), danach folgen die Gesamtschule und die Stadtteilschule (ehemals Haupt- und Realschule in Hamburg). 77% der Stipendiaten stammen aus nichtakademischen Elternhäusern.

Kontakt

Michael Herm
Telefon 0711 46084-29