Gespräch im Park

Oettinger fordert eine Reform der Entscheidungsstrukturen in der EU

EU-Kommissar Günther Oettinger zu Gast in der Robert Bosch Stiftung

Wirtschaft, Währung und Energie, die großen Herausforderungen Europas waren Thema von EU-Kommissar Günther Oettinger beim "Gespräch im Park" am 13. Juli. Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der heute für die Energiepolitik der europäischen Gemeinschaft verantwortlich ist, warnt davor, angesichts der aktuellen Schuldenkrise die europäische Integration insgesamt in Frage zu stellen. Allein seien die Staaten der Gemeinschaft zu klein, um sich gegenüber den USA, China, Indien und den anderen aufstrebenden Staaten Gehör zu verschaffen. Nur gemeinsam hätten die Europäer eine Chance, an der Gestaltung der globalen Herausforderungen mitzuwirken.

Als Konsequenz aus der Krise fordert Oettinger eine Reform der Institutionen und Entscheidungsstrukturen in der EU. Deren Mitglieder seien so hoch verschuldet, dass die Kapitalmärkte jeden Tag im Schnitt mehrere Milliarden Euro zur Verfügung stellen müssten, um auslaufende Kredite durch neue zu ersetzen. Nur wenn Europa seine Handlungsfähigkeit verbessert, werden die Anleger dazu langfristig bereit sein.

In der Energiepolitik mahnt Oettinger, dass der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie zu Netzausfällen führen könne, wenn deren Produktionsschwankungen nicht durch Speicher oder andere Kraftwerke ausgeglichen werde. Außerdem fehle eine nationale Strategie, um den Windstrom aus Norddeutschland zu den großen industriellen Verbrauchern im Süden zu transportieren. Ohne entsprechende Netze, drohe die angestrebte Energiewende zu scheitern.

Bildergalerie

Fotos: Robert Thiele
v.l.: Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für Energie, Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH, und seine Frau Gaby Fehrenbach
Die Gäste in der Kaminhalle des Robert Bosch Hauses
Bürgermeister Georg Brenner von der Stadtverwaltung Gerlingen und Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, Stadt Sindelfingen
(v.l.n.r.): Dirk Hoheisel, Geschäftsführer Robert Bosch GmbH, Dr. Peter Linder, Vorstand Schwäbische Bank AG, Ann-Katrin Bauknecht, Honorargeneralkonsulin von Nepal, Wolfgang Chur, Mitglied des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung
(v.l.n.r.): Prof. Dr. Sabine Ludwigs, Institut für Polymerchemie an der Universität Stuttgart, Erwin Lehmann, Geschäftsführer Marsh GmbH, Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg, Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende BUND Baden-Württemberg
v.l.: Professor Dr. Sabine Ludwigs, Institut für Polymerchemie an der Universität Stuttgart, Erwin Lehmann, Geschäftsführer der Marsh GmbH Deutschland, Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg e.V. und Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH
v.l.: Stefan Schott, Leiter Kommunikation der Robert Bosch Stiftung, Professor Dr. Andreas Löschel, Leiter des Forschungsbereichs Umwelt- und Ressourcenökonomik sowie Umweltmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), und Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung
Franz Fehrenbach, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH, trägt sich in das Gästebuch der Robert Bosch Stiftung ein
Ansprache von Franz Fehrenbach
EU-Kommissar Oettinger spricht über Wirtschaft, Währung und Energie - Aufgaben für Europa
Prof. Dr. Wilhelm Rall und Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg
Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, und Eberhard Stilz, Präsident des Staatsgerichtshof des Landes Baden-Württemberg und Mitglied des Kuratoriums der Robert Bosch Stiftung